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Bereits am Wochenende fielen aufgrund des Sturms reihenweise Züge aus. Auch am Montag ist keine Besserung in Sicht.

Orkanböen

Sturm wütet über Hessen: Bahnverkehr weiter beeinträchtigt

Ein heftiger Sturm sorgt seit dem Wochenende im Rhein-Main-Gebiet für Dauereinsätze der Feuerwehren, der Bahn- und Luftverkehr ist eingeschränkt.

Update, 11. März 2019, 7.18 Uhr:

Nach dem Sturmtief "Eberhard" müssen sich Reisende in Hessen am Montag weiter auf Verspätungen und Ausfälle im Bahnverkehr einstellen. Betroffen seien vor allem Züge, die aus Nordrhein-Westfalen kommen, teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Montagmorgen mit. Bei der Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main komme es etwa vereinzelt zu Ausfällen und Verzögerungen. Mehrere Linien im Fernverkehr fielen am Morgen komplett aus - zum Beispiel der ICE 45 aus Köln Richtung Stuttgart über Wiesbaden und Mannheim oder die Linien 47 und 49 aus Dortmund. Reisende sollten in Regionallinien umsteigen und sich auf der Internetseite der Deutschen Bahn informieren, sagte der Bahnsprecher. 

Auf das Unwetter-Wochenende folgen am Montag Windböen und Frost. "Starke und stürmische Böen" mit bis zu 80 Kilometer pro Stunde seien möglich, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Montagmorgen mit. Dazu könne es regnen und gewittern. Am Nachmittag soll sich die Wetterlage dann aber beruhigen. Die Temperaturen liegen zwischen sechs und acht Grad. In der Nacht kann es sich dann auf bis zu null Grad abkühlen - besonders in Hessen sei mit Frost zu rechnen. 

Update, 20:04 Uhr:  Der Deutsche Wetterdienst hat die amtliche Unwetterwarnung vor orkanartigen Böen für Frankfurt aufgehoben.

Update, 19:55 Uhr: Nach dem Sturmtief "Eberhard" und Aufräumarbeiten sind einige der vorübergehend gesperrten wichtigen Bahnfernstrecken wieder befahrbar. Das teilte die Bahn am Sonntagabend mit. So seien die Sperrungen der Strecken zwischen Frankfurt/Main und Mannheim sowie zwischen Kassel-Wilhelmshöhe und Göttingen aufgehoben: Die Fernverkehrszüge verkehrten wieder auf gewohntem Weg, hieß es. Auch die Streckensperrung Aschaffenburg-Würzburg wurde aufgehoben: Die Fernverkehrszüge verkehren demnach wieder über Aschaffenburg Hbf. Es könne noch vereinzelt zu Verzögerungen kommen.

Update, 19:41 Uhr:

Im Frankfurter Gallus musste die Feuerwehr das Blechdach eines Kirchturms sichern. Der Sturm hatte es losgerissen. Dabei kam ein Hubsteiger zum Einsatz.

Feuerwehrmänner sichern das Blechdach eines Kirchturms im Gallus.

Update, 18.:5 Uhr: Die Frankfurter Feuerwehr schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, dass es über rund 100 Einsätze im Frankfurter Stadtgebiet gebe, um beschädigte Dächer, umgestürzte Bäume oder lose Bauteile zu sichern. Der Einsatz werde voraussichtlich noch mehrere Stunden dauern, hieß es am frühen Abend. "Wer kann, sollte den Aufenthalt im Freien vermeiden", hieß es in einer anderen Meldung.

Update, 17:44 Uhr: Der Sturm sorgt für Einschränkungen im Regionalverkehr. Auch der Frankfurter Flughafen ist vom Unwetter betroffen.

Oberleitungsstörungen durch vom Sturm umgestürzte Bäume haben am Sonntag in Hessen zu Ausfällen und Verspätungen im Regionalverkehr geführt. Nach Angaben des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) waren am Sonntagnachmittag gleich mehrere Linie betroffen. So verkehrten die S-Bahnen der Linie S6 wegen einer Oberleitungsstörung nur zwischen dem Frankfurter Südbahnhof und Wöllstadt Bahnhof. Auf der Strecke der S2 stand im Bereich Lorsbach nur ein Gleis zur Verfügung, da Äste in die Oberleitung geweht worden waren. Ein umgestürzter Baum machte eine Streckensperrung zwischen dem Hauptbahnhof Hanau und Kahl-Bahnhof nötig, von der mehrere Regionalzüge betroffen waren.

Symbolbild

Am Frankfurter Flughafen herrschten nach Angaben einer Sprecherin starke Seitenwinde, die vorübergehend eine Schließung der Startbahn 18 West nötig machten. Es habe aber nur wenige und nicht wetterbedingte Annullierungen von Flügen gegeben, hieß es. Es könne aber zu Verspätungen im Flugbetrieb kommen.

Zum Thema: Feuerwehren im Rhein-Main-Gebiet wegen Sturmtief "Dragi" im Dauereinsatz

Auf der Autobahn 65 zwischen den Anschlussstellen Neustadt Nord und Süd musste die Polizei Ackerfolien beseitigen, die von benachbarten Äckern auf die Autobahn geweht worden waren. Für den betroffenen Streckenabschnitt gab es eine Geschwindigkeitsbegrenzung, da es nicht möglich war, alle Folien auf dem Ackergelände zu beseitigen.

Erstmeldung, 10. März, 15.18 Uhr: Offenbach -  Der Deutsche Wetterdienst hat am Sonntagnachmittag eine amtliche Unwetterwarnung  herausgegeben.

Stürmisches Wetter in Frankfurt. (Symbolbild)

Orkanartige Böen im Raum Frankfurt möglich

Bis in den Abend hinein seien orkanartige Böen (Stufe 3 bis4) im Frankfurter Raum möglich. So können zum Beispiel Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden.

Draußen sollte man besonders auf herabstürzende Äste, Dachziegel oder Gegenstände achten. Außerdem wird empfohlen, alle Fenster und Türen zu schließen und Gegenstände im Freien zu sichern.

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Abstand halten sollte man möglichst von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen. Am besten ist es, man vermeide den Aufenthalt im Freien, so der deutsche Wetterdienst.

So geht es zum Wochenbeginn mit dem Wetter weiter

Nach dem stürmischen Wochenende wird es zum Wochenstart in Hessen wieder winterlicher - wenn auch nur kurz. Am Montag sei auch in tieferen Lagen mit Schnee- und Graupelschauern zu rechnen, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Sonntag. Bereits in der Nacht zum Montag bestehe Glättegefahr. Am Tag sollen die Temperaturen dann Höchstwerte zwischen 6 und 9 Grad, im Bergland um 3 Grad erreichen. Örtlich kann es gewittern und stürmisch werden.

Kalte Polarluft im Anmarsch

Ein Schwall polarer Kaltluft sei für das "Winter-Intermezzo" verantwortlich, sagte DWD-Meteorologe Marcus Beyer. Bereits ab Dienstag werde es aber wieder wärmer. In den folgenden Tagen rechnet Beyer mit stürmischem und windigem Wetter.

Am Dienstag wechseln sich Sonne und Wolken über Hessen ab. Bei bis zu 12 Grad bleibt es meist trocken, nur in Westhessen kann es am Nachmittag regnen. Ab Mittag warnt der DWD vor starken bis stürmischen Böen, bevor sich in der Nacht zum Mittwoch Regen ausbreitet. Im Bergland kann es schneien.

Vereinzelt kann es dann auch am Mittwoch regnen, im Bergland mischt sich Schnee unter den Regen. Die Temperaturen erreichen Höchstwerte zwischen 5 und 10 Grad. Mit vereinzelten Gewittern und stürmischen Böen bleibt das Wetter ungemütlich.

(dpa/red)

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