+
Kollektive Freude: Die Frankfurter Golfer spielen um die Deutsche Meisterschaft.

Golf

Der Urlaub wird storniert

  • schließen

Erfolgreicher Endspurt des Frankfurter GC: Den erneut bärenstarken Spielern vom Main gelang noch der Sprung in das Final Four.

Als der Heimspieltag in Niederrad mit dem letzten Platz beendet war und die Frankfurter Golfer auch in der Gesamtwertung nach zwei von fünf Durchgängen Schlusslicht der Bundesliga Nord waren, nahm das Wort Endrunde bei den Hessen keiner mehr in den Mund. „Hätte man mich nach zwei Spieltagen gefragt, wie ich mich fühle, dann hätte man die Antwort vom traurigsten Menschen überhaupt bekommen. Wir haben damals zu Hause böse einstecken müssen“, erinnert sich Trainer Jan Förster. Zwar wies er auch damals immer wieder auf die Stärke seiner Truppe hin, doch diesen Endspurt mit einem Sieg in Hamburg und den zweiten Plätzen in Hösel und nun in Berlin konnte er auch nicht voraussehen. „Dass wir es ins Final Four schaffen, hat uns keiner geglaubt. Aber jetzt stehen wir im Final Four und machen da genau so weiter, wie wir hier aufgehört haben. Wer Urlaub gebucht hatte, hat ihn gerade storniert“, sagte ein überglücklicher Förster.

Trotz der starken Vorstellung am Wannsee hätte es an sich wohl nicht für die Endrunde gereicht. Doch es passierte das Unerwartete: Titelverteidiger GC Düsseldorf-Hubbelrath patzte und kam in Berlin über den letzten Platz nicht hinaus. Und so dürfen die Frankfurter nun am 18./19. August in Köln mit dem Nord-Meister GC Hösel sowie den Südvertretern GC St. Leon-Rot und GC Mannheim-Viernheim um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft spielen. Die Hessen treffen dabei im Halbfinale auf Süd-Meister St. Leon-Rot.

Den Grundstein für den Erfolg legten die Frankfurter bereits in den Vierern am Samstag. Lukas Euler/Tim Mayer und Stefan Wiedergrün/Maximilian Hirsch kehrten ins schmucke Country-Clubhaus mit jeweils 68 Schlägen (vier unter Par) zurück. In die Wertung als drittes Paar kamen Ben Bradley/Lukas Buller. „Wir wussten, dass man auf diesem Platz auf an die 20 Schläge unter Par kommen muss, um den Spieltag zu gewinnen. Und da sind wir mittendrin. Natürlich brauchen wir neben starken eigenen Leistungen auch etwas Glück, denn was hinter uns passiert, liegt einfach nicht in unserer Hand“, kommentierte Förster den Zwischenstand. Den Sieg auf dem Par 72-Kurs am Wannsee errang der GC Hösel mit eben exakt 20 Schlägen unter Par.

Die besten Resultate bei den vor Motivation strotzenden Frankfurtern erzielten zwei Spieler, von denen man es nicht zwingend erwarten konnte. Der in Oklahoma/USA studierenden Gregor Weck (20) spielte vier Birdies (ein Schlag unter der veranschlagten Zahl), leistete sich kein einziges Bogey (ein Schlag über Par) und beendete seine Runde mit einer 68. Junioren-Nationalspieler Tim Mayer startete mit einem Bogey auf der Bahn 1, spielte dann aber drei Birdies und kam mit einer „- 2“ zurück. Ebenfalls unter Par spielte der zuletzt ein wenig schwächelnde Lukas Euler, bei dem am Ende die Birdies überwogen. Par spielten Routinier Stefan Wiedergrün und Martin Keskari. Der Profispieler kam von der Pro-Tour erst zu den Einzeln am Sonntag. Nach drei Bogeys am Anfang rettete er seinen Score mit Birdies auf der „9“, „16“ und „18“. Bei Lukas Buller und Ben Bradley gab es ein ständiges Auf- und Ab, am Ende sprangen für sie noch annehmbare Resultate von + 1 sowie + 2 heraus.

Vorjahresfinalist Hamburg Falkenstein spielte zwar in den Einzeln stark, Carl Anton Kolloß erzielte mit 67 Schlägen gar das beste Einzelergebnis, an die solide spielenden Gastgeber kamen sie aber nicht mehr heran. Und so müssen die Hanseaten seit 2009 erstmals in die Zweite Liga absteigen.

Frankfurts Hauptkonkurrent GC Hubbelrath lag nach den Vierern noch fünf Schläge vor Berlin und gar zehn vor Hamburg. Doch dann erreichte außer Florian Schmiedel (- 3) kein Düsseldorfer seine Normalform. Als einziges Team schlossen die Rheinländer ihre Einzel und ihr Gesamtergebnis über Par ab. Durch den letzten Platz am Wannsee verpasste der Meister erstmals das Final Four.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare