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Jürgen Eiselt möchte beim Energiesparen helfen und testet im Nachbarschaftskiosk eine moderne Elektroheizung.

Heizkosten

Verein hilft beim Energiesparen

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Die Heizkosten, sagt Jürgen Eiselt (57), machen etwa 70 Prozent der Energiekosten im Haushalt aus. Tipps, wie man hierbei spart, gibt sein „Verein gegen Energiearmut“ jetzt in Preungesheim.

Seit drei Tagen läuft die neue elektrisch betriebene Heizung im Nachbarschaftskiosk des Quartiersmanagements in der Karl-Kirchner-Siedlung. Eine dünne Platte, die Jürgen Eiselt (55) vor die Heizkörper der Zentralheizung gehängt hat. „Das ist ein Pilotprojekt um zu schauen, wie viel Energie diese Heizung im Vergleich zu einer konventionellen Gaszentralheizung spart“, erklärt der ehrenamtliche Energieberater. Rund 70 Prozent könne man sparen, verspricht der Hersteller Eco2heat, der die zwei Heizplatten zur Verfügung gestellt hat.

Der Test hat auch einen praktischen Effekt: Jürgen Eiselt kann jenen, die seine neue Energieberatung hier im Nachbarschaftskiosk in der Wegscheidestraße 32a besuchen, gleich eine Möglichkeit zum Energie- und Geldsparen zeigen. Denn dem von Eiselt gegründeten „Verein gegen Energiearmut“, als dessen Vorsitzender er die neue Beratung anbietet, geht es nicht nur um die Förderung erneuerbarer Energien, sondern auch darum, Energie einzusparen.

„Ich will die Energiewende voranbringen“, sagt er. „Jede nicht verbrauchte Kilowattstunde schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel.“ Und letzterer sei bei immer mehr Menschen nicht gerade prall gefüllt. Viele müssten sich wegen zu hoher Energiekosten bei anderen Dingen einschränken. Oder provokanter ausgedrückt: Ineffektive, teure Heizungen machen die Menschen arm. Dagegen will der neue Verein mit seiner Beratung kämpfen, vor allem mit effektiven Heizungen. Denn die machen laut Eiselt 70 Prozent der Energiekosten aus.

Ob die Eco2heat-Heizung dabei hilft, weiß Eiselt in vier Wochen. Auch jene Wohnungsbaugesellschaft, der die umliegenden Häuser gehören,interessiere sich für die Ergebnisse, sagt er. „In den beiden Hochhäusern, die zur Siedlung gehören, gibt es immer noch veraltete Nachtspeicheröfen, die viel Strom verbrauchen.“ Bei modernen Keramik-Heizplatten könne man einprogrammieren, zu welcher Tageszeit man heizen will. Wie bei einer modernen Zentralheizung könne man auch die gewünschte Zimmertemperatur einstellen – und das mobile Funkthermometer dort aufstellen, wo man sitzt.

Die Beratung des neuen Vereins ist kostenlos und richtet sich an Mieter sowie an Hausbesitzer und Wohnungsbaufirmen. Eiselt berät zu Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen, Kleinwindanlagen oder zur energetischen Sanierung. „Es gibt gute ökologische Dämmstoffe, man muss nicht Styropor nehmen“, sagt er. Und Strom könne man nicht nur mit Sonnen-, sondern auch mit kleinen Windkraftanlagen produzieren. „Es gibt kleine Balkonkraftwerke: Photovoltaik-Anlagen, die man als Balkonverkleidung anbringt und so eigenen Strom produziert.

Seit mehr als zehn Jahren interessiert sich Eiselt für erneuerbare Energien und hat darüber bereits drei Bücher geschrieben. Wer sich von ihm und seinem Verein beraten lassen will, kann mittwochs von 14 bis 16 Uhr zur Sprechstunde in die Wegscheidestraße 32 kommen. Zu erreichen ist Eiselt per E-Mail an Verein- gegen-energiearmut@eiselt.de, Infos gibt es unter im Internet.

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