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Vereinsjubiläum mit zwei Jahren Verspätung

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Von: Matthias Bittner

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Der ganze Verein fiebert der Festwoche auf dem Gelände der SG Bornheim / Grün-Weiss entgegen. Vorsitzender Harald Seehausen (Mitte) freut sich auf zahlreiche Besucher. Für die sind zahlreiche Programmpunkte vorbereitet. FOTO: Enrico Sauda
Der ganze Verein fiebert der Festwoche auf dem Gelände der SG Bornheim / Grün-Weiss entgegen. Vorsitzender Harald Seehausen (Mitte) freut sich auf zahlreiche Besucher. Für die sind zahlreiche Programmpunkte vorbereitet. FOTO: Enrico Sauda © sauda

Höhepunkt ist ein Sponsorenlauf

Respekt vor dem Gegner, Fairplay, Toleranz und Teamgeist sind Werte, die Sport schon den Kleinsten vermittelt. Bei der SG Bornheim/Grün-Weiss lernt der Nachwuchs außerdem, dass Menschen in Notlagen geholfen werden muss. Der Verein lebt das vorbildlich vor. Flüchtlinge aus dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien sind in den 1990er Jahre ebenso willkommen gewesen wie Vertriebene während der Flüchtlingswelle 2015. "Und jetzt wurden auch ukrainische Familien aufgenommen", sagt Vorsitzender Dr. Harald Seehausen.

Riesengroße Dankbarkeit

Zwölf Mädchen und Jungen wurden im Kinder- und Familienzentrum (KiFaZ) des Vereins betreut. Sie machten hier ihre Hausaufgaben und nahmen im April am Fußballcamp teil - diese bietet die SG immer in den Schulferien an. "Die Dankbarkeit ist riesengroß", freut sich Seehausen, dass Kinder und Eltern aus der Ukraine nun zum Gelingen der Festwoche anlässlich des 77-jährigen Bestehens des Vereins beitragen. Ein Chor und zwei Jugendliche mit einer HipHopp-Darbietung treten auf.

Ursprünglich sollte vor zwei Jahren der 75. Geburtstag gefeiert werden, Corona durchkreuzte aber diesen Plan. Seehausen nahm's damals gelassen: Einiges von dem, was ein 19-köpfiges Organisationsteam vorbereitet hatte, war nicht ganz vergebens. Vom 9. bis 16. Juli gibt es nun ein buntes Programm (siehe eigener Artikel). Höhepunkt ist der Sponsorenlauf zugunsten der Soccer Academy Bassila, die die Bornheimer aufbauen. Die Idee dazu stammt von Mouhamed Katawouri, der seit neun Jahren Trainer bei der SG ist und in der 130 000 Einwohner zählenden Stadt in Westafrika aufwuchs.

Deutschlandweit einmalig ist die SG, weil sie als erster Verein ein KiFaZ auf dem Areal an der oberen Berger Straße betreibt. Warum dem Vorbild keine weiteren folgen, begreift Seehausen nicht. "Wir haben hier den größten Schulhof Deutschlands, sage ich immer." Er lacht dabei. 2007 war der Treffpunkt für alle Generationen und Kultur eröffnet worden. Angeboten werden Hausaufgabenbetreuung und ein Mittagessen. Zwölf ehrenamtliche Mitarbeiter sind hier beschäftigt.

Seehausen, der einst Profi bei der Eintracht war und später eine Karriere als Sozialforscher und Erziehungswissenschaftler machte, setzt sich für eine "Professionasilierung des Ehrenamtes" ein. Gerade die Erfahrungen während der Corona-Pandemie hätten gezeigt, welche gesellschafts- und sportpolitische Bedeutung Bewegung und das Ehrenamt hätten, sagt der 76-Jährige. In der Jubiläumswoche gibt es eine Talkrunde dazu. Und er wünscht sich eine öffentliche Diskussion über sexuellen Missbrauch im Sportverein. "Auf der Ebene des Kindeswohls muss ein Konzept entwickelt werden", fordert er.

Um die Zukunft der Spielgemeinschaft ist dem Vereinschef nicht bange. 750 Mitglieder mit Wurzeln in 53 verschiedenen Ländern sind hier vereint. Mehr als 400 Kinder trainieren hier und haben eine zweite Heimat und viele Freund im Verein gefunden. Insgesamt 28 Mannschaften, davon 21 Kinder- und Jugendteams, nehmen in den verschiedenen Ligen am Spielbetrieb teil. Und das mit großem Erfolg: "Die erste Mannschaft ist eben erst Vizemeister in der Verbandsliga geworden", sagt Seehausen stolz. Allerdings ist die Kapazitätsgrenze des Trainingsgeländes mittlerweile erreicht. Und so würde er sich gerne noch einen Traum erfüllen: einen zweiten Fußballplatz. Und so hofft er, dass die im März 2019 von der Römer-Koalition beschlossene Einhausung der A 661 zwischen dem Nordend, Bornheim und Seckbach realisiert wird. Geplant ist, die Autobahn auf einer Länge von rund einem Kilometer zu überbauen. Auf dem Deckel soll es einen Park mit Sportgelände geben. Eine Zusage der Stadt hat der Verein aber noch nicht.

Das Festprogramm

In der Ausstellung "Tue Gutes und zeige es" sind Fotos aus dem Alltag des familienfreundlichen Sportvereins zu sehen. Die Schau ist während der Festwoche täglich ab 10 Uhr zu sehen. Unter dem Motto "Wir kicken mit unseren Nachbarn" sind Teams aus den benachbarten Stadtteilen zum Turnier eingeladen, am Samstag, 9. Juli, spielen die F-Junioren von 10 bis 13 Uhr, am Sonntag, 10. Juli, ermitteln die F-Junioren von 10 bis 13 Uhr den Sieger. Am 9. Juli ab 19 Uhr heißt es "Bernem rockt - Wir feiern uns mit Anderen". DJ Bee, ehemaliges Fußballkind und Jugendtrainer des Vereins, sorgt für Stimmung. Im Mittelpunkt einer Talkrunde steht am Dienstag, 12. Juli, von 16 bis 18 Uhr das moderne Ehrenamt mit sozialem Engagement. Emotional wird es am Donnerstag, 14. Juli, ab 18 Uhr, wenn sich ehemalige Spieler unter dem Motto "Weißt Du noch?" erinnern. Zum Jubiläum soll mit einem Blick von außen die historische Entwicklung des Vereins gezeigt werden. - "Wir bauen Brücken: Verein geht nur mit vereinten Kräften" ist der Abends am Freitag, 15. Juli, ab 18 Uhr überschrieben. Höhepunkt ist der Sponsorenlauf für die Soccer Academy in Bassila (Afrika) am Samstag, 16. Juli, von 10 bis 13 Uhr, anschließend beginnt das Familienfest. Alle Veranstaltungen in der Berger Straße 385 b. bit

MATTHIAS BITTNER

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