Hicham Elyassini (li.) und Savas Tasdemir haben gestern früh noch Fahrbahnmarkierungen wie diesen Zebrastreifen aufgebracht. Der Beginn der neuen Baustelle auf der Königsteiner Straße war mit einigen Behinderungen verbunden.
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Hicham Elyassini (li.) und Savas Tasdemir haben gestern früh noch Fahrbahnmarkierungen wie diesen Zebrastreifen aufgebracht. Der Beginn der neuen Baustelle auf der Königsteiner Straße war mit einigen Behinderungen verbunden.

Sperrung

Verkehrs-Chaos zum Beginn der Ferienbaustelle

  • vonDavid Schahinian
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Seit gestern ist die Königsteiner Straße dicht. Die Beschilderung wird zum Teil missachtet - und das hat gravierende Folgen...

Frankfurt - Zeitweise ging gestern morgen nichts mehr auf der Königsteiner Straße. Wenig verwunderlich, wenn eine Straße, auf der täglich rund 30 000 Autos fahren, auf einem Teilabschnitt voll gesperrt wird. Dieser Teilabschnitt erstreckt sich von der Einmündung der Johannesallee nach Süden bis zur Peter-Bied-Straße. Der Verkehr in Richtung Höchst ist gestern frühzeitig auf eine Spur verengt worden: Von Höhe der Frankfurter Sparkasse kommt man bis zum Rewe-Markt durch, zurück geht es aber über die linke der beiden Fahrspuren, deren Fahrtrichtung umgekehrt wurde, und dann in die Sieringstraße beziehungsweise die Johannesallee.

So weit der Plan. Manche hatten die Umleitungsbeschilderung nicht beachtet, andere versuchten einfach mal ihr Glück, wie weit sie kommen. Wieder andere fuhren trotzdem auf die linke Fahrspur und sahen sich plötzlich einem Auto in entgegengesetzter Richtung gegenüber - was zu einem Stillstand auf beiden Seiten führte, begleitet von lautem Hupen. "Hier ist alles zu. Wie soll denn das gehen?", erzürnte sich ein junger Autofahrer, der ausgestiegen war und auf eine Gruppe Männer mit Warnwesten zuging.

Erst einmal an die Situation gewöhnen

Einer davon war Ulrich Schäfer vom Amt für Straßenbau und Erschließung. Er kennt die Geburtswehen einer neuen Baustelle und weiß, dass sich die Verkehrsteilnehmer erst einmal an neue Situationen gewöhnen müssen. War die Königsteiner Straße bei den bisherigen Bauabschnitten der Sanierung noch teilweise passierbar, führte nun an der mehrwöchigen Vollsperrung kein Weg vorbei, berichtet er: Zum einen, weil zwei Baumaßnahmen zusammengefasst wurden: die Sanierung der Straße und ihrer Gehwege sowie anstehende Leitungsarbeiten der Süwag-Tochter Syna. Die Sperrung soll die Arbeiten beschleunigen und die Einschränkungen so kurz wie möglich halten. "Außerdem gibt es neue Vorschriften zu Sicherheitsabständen zwischen Baufeld und der verbleibenden Fahrspur", erklärt Schäfer weiter. Im Zuge der Sanierung wird auch die Signalanlage an der Kreuzung Peter-Bied-Straße neu gebaut und behindertengerecht gestaltet, ebenso wie die Bushaltestelle "Klinikum Höchst".

Ab 14. August ist die Straße wieder frei

Die Vorbereitungen für den jetzigen Bauabschnitt begannen bereits im September vorigen Jahres. Indes geht der Blick auch schon weit in die Zukunft: Nächstes Jahr steht mit dem sechsten Bauabschnitt das letzte Teilstück von Hausnummer 60 bis etwa zur Konrad-Glatt-Straße an.

Geplant sind die jetzigen Arbeiten in vier Schritten, wie Bauleiter und Ingenieur Bora Ilhan erklärt: Zunächst ist der Gehweg auf der Westseite an der Reihe, dann die Kreuzung, danach die Fahrbahnbereiche und schließlich der Gehweg auf der Ostseite. Mathias Steinführer hat ebenfalls einen wichtigen Job: Der Polier ist Ansprechpartner für die Bürger und Anwohner. Die häufigste Frage, die er höre, sei in der Regel: "Wie lange dauert es noch?" Die Antwort: bis zum Ende der Sommerferien am 14. August. Allerdings werden die Arbeiten an den Geh- und Radwegen vermutlich erst Ende September vollständig abgeschlossen sein.

Die Stimmung auf der "Kö" schwankt zwischen Unmut und Akzeptanz. Zwar seien die Anlieger per Schreiben informiert worden, sagt etwa Anwohner Jürgen Mangold. Die Angaben seien jedoch vage und nicht eindeutig gewesen. "Aber meine Hochachtung für die Handwerker, die die Straßenarbeiten ausführen." Sie leisteten sensationelle Arbeit, sagt er.

Ähnlich sieht es auch Andrea Ernesti vom Blumenfachgeschäft "Orchidee". Sie habe nach dem Schreiben telefonisch weitere Informationen einholen müssen, um zu erfahren, was genau geplant ist. Grundsätzlich begrüßt sie die Sanierung und Verschönerung, die notwendig seien. "Für die kleinen Geschäfte ist der Zeitpunkt aber sehr unpassend. Wir mussten wegen Corona rund einen Monat schließen." Jetzt, wo es langsam wieder anlaufe, werde die Straße für mehrere Wochen gesperrt. David Schahinian

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