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Die Polizisten (Komparsen) halten Elfriedes Wagen an und nehmen Elfriede (Angelika Thomas, 2.v.l.) und Jenny (Birte Hanusrichter) ) fest. Foto: MG RTL D / Christoph Assmann

TV-Kritik

"Der verlorene Sohn": Mit besonders sehenswertem Stargast

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Chaotisch, quirlig und liebenswert: Eine Frau mit solchen Eigenschaften bringt durchaus Voraussetzungen mit, sich zu einer populären Serienfigur zu entwickeln. So wie Jenny Kramer (Birte Hanusrichter). Man erinnert sich: Die alleinerziehende Mutter von zwei Töchtern wurde von ihrem Anwalt Maximilian Mertens (August Wittgenstein) bei einem wichtigen Termin versetzt, stürmte anschließend wutentbrannt in dessen Büro und wurde durch eine Verwechslung als Anwaltsgehilfin eingestellt.

Chaotisch, quirlig und liebenswert: Eine Frau mit solchen Eigenschaften bringt durchaus Voraussetzungen mit, sich zu einer populären Serienfigur zu entwickeln. So wie Jenny Kramer (Birte Hanusrichter). Man erinnert sich: Die alleinerziehende Mutter von zwei Töchtern wurde von ihrem Anwalt Maximilian Mertens (August Wittgenstein) bei einem wichtigen Termin versetzt, stürmte anschließend wutentbrannt in dessen Büro und wurde durch eine Verwechslung als Anwaltsgehilfin eingestellt.

"Jenny - Echt gerecht" verpasst?

Hier der schnöselige Jurist, dort die bodenständige Gehilfin: eine Paarung, die es in ähnlicher Form natürlich schon gegeben hat. Die aber in Verbindung mit einer guten Geschichte auch in der zigsten Variante noch ordentlich funktionieren kann. In der vorletzten Episode von "Jenny – Echt gerecht" soll Mertens als Pflichtverteidiger die 72-jährige Elfriede Wüllner (Angelika Thomas) vor Gericht vertreten.

Sie wird beschuldigt, im großen Stil mit Kokain gehandelt zu haben. Scheinbar ist die Frau dement, aber Jenny bekommt schnell mit, dass sie ihre Erkrankung nur vorspielt. Ihr Sohn sitzt bereits im Gefängnis. Und ihr Enkel geht in die gleiche Schule wie Jennys Tochter Matilda (Anna Büttner) kommt plötzlich mit genau diesem jungen Mann nach Hause, sie hat sich verliebt. Was die Geschichte noch kräftig verkompliziert.

Am Ende löst sich die Familiengeschichte zwar in Melodramatik auf. Aber ohne das darunter der Humor der Reihe zu leiden hat. Das ausgewogene Verhältnis von Witz und Spannung macht diese Episode besonders sehenswert. Besonders kommt dabei die angedeutete erotische Frustration Jennys vor glühend heißem Sommerwetter zum Tragen. "Der verlorene Sohn" stimmt dabei schon mit "Dolce Vita" von Ryan Paris auf die Thematik ein.

Die subtil eingearbeitete Komik macht sich besonders gut in einer Szene, in der Jenny und ihr Chef während einer Beschattung in einer brenzligen Situation wie ein Liebespaar erscheinen müssen. Hanusrichter und Wittgenstein geben dabei ihren Figuren genau das richtige Maß an Tiefe, ohne das humoristische Potential zu vernachlässigen. Und die Regie erschlägt solche guten Einfälle nicht mit zu viel Klamauk.

Sehr gut macht sich auch Angelika Thomas in ihrer Gastrolle als Elfriede Wüllner: Sie bringt nicht nur die liebevoll sorgende Großmutter perfekt zum Ausdruck, sondern strahlt auch mit über 70 Jahren noch eine bemerkenswerte Eleganz aus. So liefert die Episode durchweg gut gemachte Unterhaltung. Ob es eine zweite Staffel geben wird, steht freilich noch nicht fest.

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