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Hier soll der neue Haltepunkt Nied-Ost an der Königsteiner Bahn gebaut werden. Hinter dem Haltepunkt soll die Oeserstraße unter der Bahnstrecke hindurchgeführt werden (siehe Grafik).

Bau der Bahnstation Nied-Ost

Verquickt und verzwickt

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SPD und CDU sind zufrieden mit der Entscheidung des Magistrats, einen Eisenbahn-Haltepunkt in Nied-Ost bauen zu wollen. Allerdings ist die Umsetzung der Idee mit der Unterführung der Oeserstraße verquickt. Und darauf warten die Nieder schon lange.

Die Entscheidung des Magistrats, den Bau einer Station der Königsteiner Bahn in Nied-Ost einem möglichen Haltepunkt im Gallus vorzuziehen (wir berichteten), wird von SPD und CDU begrüßt. Für den Bau der Bahnstation hatte sich Hubert Schmitt, Fraktionsvorsitzender der SPD im Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen), in den vergangenen Jahren immer wieder eingesetzt, zuletzt noch im September 2015 in einer öffentlichen Aktion in Nied. „Dass jetzt wirklich gebaut werden soll, freut mich natürlich sehr“, sagt Schmitt. Und da er auch eifriger Verfechter der Beseitigung der Schranke in der Oeserstraße ist, sieht er jetzt die Chance, dass auch das endlich realisiert werden kann: „Die Stadt hat selbst bereits vorgeschlagen, die Station an der Stelle zu bauen, an der die Unterführung die Schranke ersetzen soll, um so beide Maßnahmen kostengünstig zusammen umsetzen zu können. Ich werde mich dafür einsetzen, dass es möglichst bald genau so kommt!“

Auch Marita Schäfer, die Vorsitzende der Nieder CDU und Stadtverordnetenkandidatin, begrüßt die Entscheidung: „Insbesondere im Hinblick auf die Regionaltangente West (RTW) wird mit dem Haltepunkt auch eine Möglichkeit geschaffen, von Nied-Ost in Richtung Wiesbaden und Flughafen als Fahrgast sein Fahrziel aufzunehmen. Wer die Ausführungen im Kapellensaal noch im Ohr hat, wird somit auch eine gute Anbindung mit wenig Umsteigewegen erwarten.“ Die Bahnsteige beider Bahnen liegen in Höchst unmittelbar nebeneinander. Marita Schäfer sitzt auch im Fahrgastbeirat der Verkehrsgesellschaft Traffiq.

Die CDU Nied ist sich jedoch auch einig, dass die Bahnunterführung der Oeserstraße weiter verfolgt werden muss. Deswegen will sie jetzt nachfragen, inwieweit der Haltepunkt sich nachteilig auf die geplante Bahnunterführung auswirken kann. „So sind auf diesem Bahnstreckenabschnitt nunmehr zwei Baustellen geplant – der Haltepunkt Nied-Ost und die geplante Bahnunterführung auf Höhe des Telekomgeländes. Mit der geplanten Fußgängerunterführung auf Höhe des Vereinsgeländes der SG Nied könnte der Startschuss für den Bau der Unterführung erfolgen“, sagt Andreas Welcher, der stellvertretende Vorsitzende der Nieder Christdemokraten. Die CDU wolle sich für die Bahnunterführung und den Haltepunkt weiterhin einsetzen und „alles dransetzen, dass der Baubeginn nicht weiter vor sich hingeschoben wird“, so auch Peter Klonecki, Ortsbeiratskandidat der CDU Nied.

Der Baubeginn für die Unterführung wurde 2014 allerdings noch einmal verschoben – inzwischen soll frühestens im Jahr 2018 begonnen werden. Ursprünglich war März 2016 avisiert worden. Auch der selbst auferlegten Maßgabe der Stadt, das Planfeststellungsverfahren für die Unterführung im 2. Halbjahr 2015 einleiten zu wollen, konnte nicht Folge geleistet werden: „Die Gespräche zwischen DB und Stadt ziehen sich noch hin“, heißt es aus dem Planungsdezernat.

So dient der Bahnübergang der Stadt als Argument, eine weitere Anfrage des Ortsbeirats 6 abzulehnen: Die Stadtteilparlamentarier hatten darum gebeten, auf der Oeserstraße zwischen Alt-Nied und dem S-Bahn-Haltepunkt versetztes Parken einzurichten, um den Verkehr auszubremsen. Der Magistrat lehnte die Idee jetzt mit der Begründung ab, eine solche Regelung würde den Busverkehr „massiv behindern“. Und der werde bereits vom Bahnübergang ausgebremst: „Eine weitere Behinderung kann nicht im Sinne der Fahrgäste sein“, urteilt der Magistrat. Außerdem würde „ständiges Anfahren und Bremsen zu erhöhten Lärm- und Schadstoffemissionen führen“.

Der Ortsbeirat 6 hatte darauf verwiesen, dass auf der Oeserstraße gerne mal aufs Gaspedal gedrückt wird. Der Vorschlag geht auf einen Antrag der CDU zurück: Es sei „mehrfach beobachtet“ worden, „dass das Teilstück der Oeserstraße zwischen der Straße Alt-Nied und dem Bahnhof Nied mit überhöhter Geschwindigkeit befahren wird. Ebenso werden dort innerhalb der Tempo 30-Beschilderung Autos überholt“. Die Oeserstraße sei ein Schulweg und auch ein Weg für Kindergartenkinder, welche die an der Oeserstraße gelegenen beiden Kindergärten aufsuchen, argumentierten die Stadtteilparlamentarier. Es gebe nur zwei Querungshilfen für Fußgänger, eine Ampelanlage im Bereich der Niddaschule und einen Zebrastreifen im Bereich der Einmündung zur Bolongarostraße / Alt-Nied. Radarkontrollen hat es bereits gegeben, das Überholen im Tempo-30-Bereich werde aber nicht erfasst, so die Ortsbeiräte.

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