Hans-Peter Brill

Von Verschwörungstheorien und Parolen

  • Julia Lorenz
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Hans-Peter Brill wollte die „Pegida“-Demo nach Frankfurt holen. Nachdem bei einem Vorabtreffen auch ein NPD-Mann mit dabei war, distanzierte sich seine Partei von ihm. Nun hat Brill die „Alternative für Deutschland“ (AfD) verlassen.

Hans-Peter Brill ist sauer. Sauer auf die „Alternative für Deutschland“. Die Partei hatte sich am Dienstag von ihm distanziert, weil bei einem Treffen von „Fragida“ (Frankfurt gegen die Islamisierung des Abendlandes), das Brill organisiert hat, der Landesvorsitzende der hessischen NPD Stefan Jagsch mit am Tisch saß (wir berichteten). Nun hat Brill gestern, nur einen Tag später, das Handtuch geschmissen und ist aus der Partei ausgetreten. „Der Schritt ist mir nicht leicht gefallen. Ich habe viel Zeit und Geld in den vergangenen zwei Jahren in die AfD investiert. Aber die als wertkonservativ gegründete Partei rutscht zunehmend in eine rechte Ecke ab und das will ich nicht vertreten.“

Einfluss sinkt

Bernd Lucke und Hans-Olaf Henkel, die er sehr schätze, „verlieren aktuell massiv an Einfluss, stattdessen werden nur noch wilde Verschwörungstheorien und rechte Parolen verbreitet“. Deshalb habe er sowieso in Erwägung gezogen, die Partei zu verlassen. Er habe lediglich noch den AfD-Bundesparteitag im April abwarten wollen.

Hans-Peter Brill war nach dem Organisationstreffen von „Fragida“ am Montagabend in Kritik geraten. Dort sollte die erste Demonstration der Bewegung in der Mainmetropole besprochen werden – und die Anhänger sollten sich kennenlernen. Doch so weit sei es aufgrund der „380 gewaltbereiten Linksextremen“ vor der Tür nicht gekommen. „Deshalb habe ich auch nicht gewusst, dass Stefan Jagsch der NPD angehört“, beteuert Brill. Dass man dann ausgerechnet ihm eine Nähe zur NPD vorgeworfen habe, könne er nicht hinnehmen. „Ich habe vernünftige Ansichten und keine davon ist extrem.“ Deshalb ist sich Brill sicher, dass die Distanzierung der AfD von ihm lediglich eine „Retourkutsche“ des Landessprechers Peter Münch ist. „Ich habe mit meiner Meinung nie hinter dem Berg gehalten und habe immer wieder thematisiert, dass Peter Münch früher Mitglied bei den Republikanern war und im Zusammenhang mit seiner Kandidatur die AfD-Mitglieder belogen hat.“

Kandidatur gescheitert

Hans-Peter Brill wollte noch im November einer von drei Sprechern der hessischen AfD werden. Seine Bewerbung hatte er als einen Schritt hin zu einer Bundestagskandidatur bezeichnet. Doch der Frankfurter scheiterte mit seiner Kandidatur – Peter Münch wurde gemeinsam mit Susanne Gruber und Konrad Adam zum Vorstand gewählt.

An einem Frankfurter „Pegida“-Ableger will Hans-Peter Brill aber weiterarbeiten. Am Freitag hat er ein Gespräch mit der Polizei, wie er sagt. Im Mittelpunkt soll das Thema Sicherheit für die Teilnehmer einer möglichen „Fragida“-Demonstration stehen. „Wenn nicht gewährleistet wird, dass die Teilnehmer sicher sind, dann kann ich so eine Veranstaltung nicht verantworten. Zu Schaden soll niemand kommen“, sagt Brill. Dann werde es aber auch keine weitere „Fragida“-Demonstration geben. Am Rande des „Fragida“-Treffens am Montagabend im Hotel Main-Plaza hat es eine lautstarke Gegendemo gegeben. „Aber ich werde auch andere Mittel und Wege finden, um meine Meinung kundzutun“, so Brill. Mit Hilfe der AfD wird dies aber nicht mehr geschehen.

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