Das Depot dient derzeit auch als Zwischenlager und Stellplatz für historische Züge. FOTO: leonhard hamerski
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Das Depot dient derzeit auch als Zwischenlager und Stellplatz für historische Züge.

Wohnen wo die Tram fährt

Neuer Platz für Wohnungen in Frankfurt? VGF plant Eckenheimer Depot umzubauen

  • Friedrich Reinhardt
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Das Straßenbahn-Depot in Frankfurt ist im Wandel, die Zukunft steht noch nicht fest. Der Bund Deutscher Architekten fordert Wohnungsbau.

Frankfurt – Das Straßenbahn-Depot der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) soll fit für die Zukunft werden. Klimawandel, Verkehrswende und die Ausweitung des Öffentlichen Personennahverkehrs machten es notwendig, die Kapazitäten auch von Werkstätten und Abstellgleisen an die künftigen Anforderungen anzupassen, sagt Bernd Conrads, Sprecher der VGF. "Hierzu muss die VGF Überlegungen anstellen. Die künftige Nutzung des Depots Eckenheim ist Teil dieser Überlegungen."

Die Planungen zu dem Umbau sind noch ganz am Anfang. Zeitplan, Budget oder auch die Frage, wie das Depot an der Schwabstraße zukünftig genutzt werden soll, sind noch offen. In einer Ausschreibung der VGF heißt es, auf dem rund 27 000 Quadratmeter großen Gelände soll "ein moderner VGF-Standort mit neuem Betriebshof sowie weiteren Nutzungen entstehen, an dem Kompetenzen und Kapazitäten gebündelt sind und der zur Image-Verbesserung der VGF beiträgt". Wegen des frühen Projektstadiums möchte die VGF nicht darüber sprechen, was sie unter einem "modernen VGF-Standort" versteht. Auch wolle man sich nicht dazu äußern, an welche weiteren Nutzungmöglichkeiten die VGF denkt, sagt Conrads.

Frankfurt: Auch Wohnungen könnten im Depot der VGF entstehen

Mit der Ausschreibung sucht die VGF einen Auftragnehmer für die Vorplanungen. In deren Rahmen sollen auch "Varianten untersucht werden, welche einen Erhalt des 100 Jahre alten Mehrfamilienhauses ermöglichen". Sollte das Gebäude nicht stehen bleiben können, soll für die Mieter "ein Ersatz in gleicher Wohnqualität geplant werden".

Derzeit wird das Depot vor allem als Abstellmöglichkeit in Betriebspausen genutzt und für Bahnen, die verkauft werden sollen. Außerdem ist auf dem Depot das Verkehrsmuseum untergebracht. Hier stehen die Oldtimer-Züge.

In einer Mitteilung begrüßte der Bund Deutscher Architekten Frankfurt (BDA), dass das Depot als "hybrider Nutzungskomplex" gedacht werden solle, in dem auch Wohnungen und Büros Platz finden. Eine Vorstudie habe drei unterschiedliche Bebauungsvorschläge erarbeitet, die einen neuen Wohnkomplex auf dem Grundstück vorsehen würden. "Frankfurt hat kaum versiegelte Flächen, die vergleichbare Potenziale für die Innenentwicklung aufweisen. Die Stadt muss die große Chance nutzen und hier einen qualitätsvollen Stadtbaustein errichten, der das Quartier trotz der großflächigen Depotnutzung städtebaulich integriert und es funktional bereichert", schreibt der BDA Frankfurt. Darum solle für das Vorhaben ein offener Architekten-Wettbewerb ausgerufen werden, um die raren Fläche in Frankfurt mit "starken Ideen" auf innovative Weise zu entwickeln.

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Als Vorbild für die Entwicklung des Eckenheimer Depot schlägt der BDA das Projekt Kalkbreite in Zürich vor. Dort wurde auf ein Straßenbahn-Depot von einem Gebäuderiegel mit Wohnungen für 200 Menschen umschlossen und das Depot selbst überdeckt und begrünt. So entstand ein 2500 Quadratmeter großer Innenhof mit Bäumen und einen Spielplatz, der den Bewohnern und der Öffentlichkeit zur Verfügung steht.

Die Vorstudie und ihre drei Vorschläge seien aus Sicht der VGF allerdings veraltet, sagt Unternehmenssprecher Conrads. Auf die darin enthaltenen Bebauungsvorschläge wolle man daher nicht näher eingehen. (Friedrich Reinhardt)

Der Wohnungsmarkt in der Mainmetropole ist generell sehr angespannt. Schärfere Vorgaben in Frankfurt verunsichern Investoren noch weiter.

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