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Viel Kultur, noch mehr Verkehr

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Von: Stefanie Wehr

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Einen Überweg wird es hier nicht geben. Die nächste Fußgänger-Ampel ist nur 120 Meter entfernt.
Einen Überweg wird es hier nicht geben. Die nächste Fußgänger-Ampel ist nur 120 Meter entfernt. © Michael Faust

Von den Besonderheiten des Schaumainkais und weiter Tempo 50

Am Schaumainkai zwischen Schweizer Straße und Alter Brücke die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 40 Kilometer pro Stunde herabsetzen, die dreispurige Straße auf zwei Spuren verengen und einen Fußgängerüberweg auf Höhe des Eingangsportals zum Metzlerpark einrichten: Das forderten die Grünen im Ortsbeirat 5. Weil die Mehrheit sich in der Diskussion dagegen aussprach, zog die Antragstellerin Angelika von der Schulenburg (Grüne) den Antrag zurück.

Dribbdebach wehrt sich

Der Antrag, den sie zum zweiten Mal in abgewandelter Form aufs Tableau gebracht hatte, war diesmal deutlich mit der Intention verbunden, der erneuten Sperrung des nördlichen Mainkais etwas von Sachsenhäuser Seite entgegenzusetzen. Denn so denken offenbar nicht wenige in Dribbdebach: "Ist nicht das Sachsenhäuser Ufer mit dem Schaumainkai, den Platanen und Museen das schönere der beiden Mainufer?" Der Schaumainkai "mit seinem alten Baumbestand entlang des Mains mit Altstadt- und Skyline-Blick ist eine der schönsten Straßen der Stadt", findet die Antragstellerin. Auch Roland Limberg, Kinderbeauftragter aus Oberrad, der oft am Main mit dem Rad unterwegs ist, konnte sich einen Kommentar nicht verkneifen: "Ich habe von Anfang an gesagt, man müsste nicht das Nordufer, sondern das Sachsenhäuser Ufer autofrei machen. Der nördliche Mainkai wird weniger genutzt". Gerade weil der Verkehr auf der Südseite mit der Sperrung wieder zuzunehmen drohe, müsse der Schaumainkai für Fußgänger sicherer gemacht werden, findet Schulenburg. Die Straße solle zweispurig umgebaut werden, damit die Bürgersteige vor den Museen, wo sich oft Schulklassen den wenigen Platz teilen müssten, verbreitert werden können.

Die Verbindung über den Schaumainkai zum Mainufer sei für viele Sachsenhäuser "eine natürliche und wichtige Wegebeziehung. Am Metzlerpark versuchten viele Menschen, darunter Familien mit Kindern, die Straße "wild" zu überqueren", was gefährlich sei.

Martin-Benedikt Schäfer, Fraktionschef der CDU, entgegnete, der Verkehr müsse auf Hauptverkehrsadern wie dem Schaumainkai fließen können. "Wir wollen nicht, dass der Verkehr in die Nebenstraßen in Sachsenhausen abgedrängt wird." Das würde unweigerlich passieren, wenn ungeduldige Autofahrer versuchten, einen verkehrsberuhigten Schaumainkai auf Schleichwegen zu umgehen. Es gebe ein Problem, wenn auf Hauptverkehrsstraßen die Spuren verengt werden, wie auf Friedberger Landstraße pflichtete Uwe Schulz, Fraktionsvorsitzender der FDP bei. "Irgendwo muss der Verkehr fließen". Gerade das sei doch unverständlich, findet Schulenburg: "Die Stadt misst mit zweierlei Maß. Überall werden Radspuren angelegt, nur am Schaumainkai, dem kulturellen Herzstück der Stadt, sollen die Autos rollen."

Das Straßenverkehrsamt indes sieht die Dinge so: Die Regelgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern darf nur in besonderen Fällen, etwa vor schützenswerten Einrichtungen wie Kindergärten gesenkt werden. "Die Tempo 40-Regelungen in der Innenstadt fußen auf dem Luftreinhalteplan und wurden von der obersten Straßenverkehrsbehörde explizit genehmigt. Dies gilt jedoch nicht für den Schaumainkai", erläutert Michael Stein vom Straßenverkehrsamt. Beschränkungen des fließenden Verkehrs dürften nur angeordnet werden, wenn aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage bestehe, die das allgemeine Risiko einer Beeinträchtigung erheblich übersteigt. "Eine besondere Gefahrenlage besteht nicht für den Schaumainkai."

Ein Fußgängerüberweg könne dort nicht eingerichtet werden, weil die Straße mit drei Spuren zu breit sei: "Das geht nur, wenn nicht mehr als ein Fahrstreifen je Richtung überquert werden muss." Die nächste Fußgängerampel sei nur 120 Meter vom Ausgang des Metzlerparks entfernt. Diese Entfernung sei zumutbar, so Stein.

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