Wohnungen im Riederwald werden umgebaut

Viel mehr Platz für Familien

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG baut im Riederwald alte Wohnungen passgenau für Familien um. Im nächsten Jahr sollen die Einheiten mit Vorgärten und Dachterrassen fertig sein. Aufgrund der Bauarbeiten für den Riederwaldtunnel wird es aber noch dauern, bis es im Quartier idyllisch wird.

Von BEN KILB

Derzeit wirken die Vorgärten in der Friedrich-List-Straße, oder das, was von ihnen übrig ist, als wäre ein Tornado über sie hinweg gefegt. In etwa zweieinhalb Jahren soll die Wohnsiedlung aber eine der schönsten in der ganzen Gegend sein.

Derzeit lässt die städtische ABG Holding die Häuserreihen im großen Umfang von Norden nach Süden sanieren. Der städtische Wohnkonzern modernisiert die Siedlung und legt dort ehemals kleine Wohnungen zu großen zusammen. „Die Wohnungen eignen sich dann ideal für Familien mit Kindern, für die es im Stadtteil leider kaum guten Wohnraum gibt“, sagt ABG-Chef Frank Junker, während er entlang der einstigen Vorgärten in der Friedrich-List-Straße führt.

Nach dem Abschluss der Sanierungsarbeiten, geplant für 2017, soll die Friedrich-List-Straße das Idealbild eines urbanen Idylls sein. Die Wohnungen sollen dann nach wie vor über Vorgärten verfügen, darüber hinaus aber über Anbauten zur Straße hin – und über Dachterrassen, welche die ABG anbauen lässt. Rund 26 Millionen Euro wird die Gesellschaft bis dahin die Modernisierung der Häuserzeilen in der Friedrich-List-Straße investieren, berichtet Junker.

Die gesamte Wohnfläche in den Häusern soll bis zum Jahr 2017 von bislang 1300 Quadratmetern auf dann 1670 Quadratmeter wachsen. Durch die Zusammenlegung der Wohnungen entstehen fünf Vier-Zimmer-Wohnungen, zwölf Drei-Zimmer-Wohnungen und acht Zwei-Zimmer-Wohnungen. Vor der Sanierung hatte keine Wohnung mehr als zwei Zimmer. „Das Problem mit zu kleinen Wohnungen wird auf diese Weise gelöst“, erklärt Junker, der für die Wohnungen sozialverträgliche Mietpreise ankündigt. Öffentlich gefördert würden die Heime jedoch nicht. In sechs Bauabschnitten möchte die ABG der Schlettweinstraße ein neues Aussehen verpassen. Begonnen hatte sie mit der Sanierung bereits im Jahr 2013.

So zeichnet sich schon jetzt gegenüber und schräg gegenüber der vermeintlich verwüsteten Gärten ab, auf was da hingearbeitet wird: Denn die Häuserzeilen, die in den unteren Hausnummern der Friedrich-List-Straße liegen, wurden fertig modernisiert und vergrößert und sind auch bereits bewohnt.

Auch für jene Wohnungen, in denen die Bauarbeiten noch laufen, gibt es bereits Interessenten. „Die Nachfrage ist groß“, bestätigt der ABG-Chef. Er hegt keine Zweifel daran, dass die Wohneinheiten nach ihrer Fertigstellung schnell vollständig vermietet werden.

Die bisherigen Mieter werden dort nicht mehr einziehen – der Wohnungskonzern hat die einstigen Bewohner vor der Sanierung in andere ABG-Wohnungen im Stadtteil umziehen lassen. Wie Junker berichtet, habe das Unternehmen die Umzüge organisiert und bezahlt. Dass es anschließend keine Klagen gegeben habe, zeige, dass die vorherigen Mieter zufrieden seien. „Wir lassen auf keinem Fall jemanden im Regen stehen“, versichert Junker. Habe es kleinere Probleme mit Mietern gegeben, seien diese in Einzelgesprächen gelöst worden. Auch an anderen Stellen im Riederwald will die ABG ganze Häuserzeilen verschönern. Laut Junker sollen im Jahr 2018 Fassaden in der Schäfflestraße schöner werden. In der Karl-Marx-Straße laufen bereits Fassadenertüchtigungen. Weitere sollen in den nächsten Jahren erfolgen. Diese Vorhaben und die Sanierungen in der Friedrich-List-Straße sollen insgesamt auch für eine deutliche Aufwertung des Quartiers Riederwalds sorgen – auch wenn Junker weiß, dass die Lebensqualität im Stadtteil derzeit unter den Vorbereitungsarbeiten für den Riederwaldtunnel leidet.

Junker erklärt, diesbezüglich habe man die Bürgerschaft im Stadtteil auch nicht ausreichend informiert und damit für Verunsicherungen gesorgt. „Aber ,Hessen Mobil’ ist als ausführende Behörde inzwischen sehr offen, was das Thema angeht. Wir als ABG stehen auf jeden Fall an der Seite unserer Mieter“, verspricht Junker.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare