Fabrikareal Heddernheimer Höfe

Viel Platz für Kreative

Planungsdezernent Olaf Cunitz schaut bei den Heddernheimer Höfen vorbei, wo sich in den vergangenen Jahren einige Kreative und Unternehmer angesiedelt haben.

Von BEN KILB

Hätte jemand Franz Kowolik Seufert vor 15 Jahren prophezeit, dass sich der Künstler einmal im sogenannten „Heddernheimer Sack“ niederlässt – der Tischler hätte ihn für verrückt erklärt. „Mittlerweile habe ich seit drei Jahren meine Werkstatt hier, die prosperiert. Mit den anderen hier habe ich mitunter Freundschaften geschlossen“, sagt er.

Seufert wünscht sich allerdings noch weitere gute Nachbarn. Zwei Drittel der rund 11 000 Quadratmeter Nutzfläche des Gewerbeareals Heddernheimer Höfe sind bereits an Handwerker wie den Tischler, an Kreative und Gewerbetreibende vermietet. Den Rest möchte der Eigentümer des Geländes, die „H³ Heddernheimer Höfe GmbH“, schnellstmöglich mit neuem Leben füllen.

Gestern schaute Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) vorbei, um sich ein Bild zu machen vom Gelände und um dessen Mieter kennenzulernen. Nicole Harloff von „H³” hofft nun, dass der prominente Besuch weitere Nutzer auf die Heddernheimer Höfe lockt.

Das Areal unweit der Müllverbrennungsanlage soll sich zu einem zentralen Kunst-, Kultur- und Gewerbezentrum im Stadtteil entwickeln und ist auf dem besten Weg dazu. Neben Handwerkern, wie Seufert, haben sich bereits mehrere Fotografen und Künstler in der Heddernheimer Landstraße 145-155 angesiedelt.

Ein Cross-Fit-Studio existiert, in dem die körperliche Fitness über Eigengewichtsübungen gestärkt wird. Zu den langjährigen Mietern zählen unter anderem der Verein Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft, ein Metallwarenmarkt, ein Fliesenfachmarkt sowie der Verein Basis – Beratung, Arbeit, Jugend und Kultur.

Bei der Stadt wünscht man sich, dass die Heddernheimer Höfe sich ebenso gut entwickeln, wie das Areal in der Salzschlirfer Straße (Fechenheim), wo sich in den vergangenen Jahren viele Künstler Ateliers und Studios eingerichtet haben. Vermittelt wurden die Räume mit Hilfe der Agentur Radar, die nun auch dazu beitragen möchte, dass sich weitere Kreative oder Gewerbetreibende im „Heddernheimer Sack“ niederlassen. Drei der Mieter, darunter auch Tischler Seufert, wurden von der Stadt bereits mit insgesamt 50 000 Euro gefördert.

In der Innenstadt wären solche Räume wohl bereits längst vermietet. Cunitz sieht daher die Notwendigkeit, auf die Attraktivität der Heddernheimer Höfe aufmerksam zu machen: „Kreative suchen natürlich oft die Nähe zur City. Doch wer etwas Größeres zum kleineren Preis sucht, dem wird es hier sicher auch an nichts mangeln.“

Das bestätigt auch Fotograf Cengizhan Onat, der hier seit Anfang des Jahres ein Fotostudio führt: „Die Infrastruktur ist perfekt, es gibt einen U-Bahn-Anschluss. Wer zum ersten Mal ein Atelier eröffnet, für den ist der Einstieg hier sicher ideal.“ Nicole Harloff kann sich auf dem Gelände aber auch Gastronomie vorstellen. Besonders gut eignen würde sich dafür eine rund 850 Quadratmeter große Halle, die zum Herzstück des ehemaligen Fabrikareals werden soll. „Vieles kann dort stattfinden – kulturelle Veranstaltungen, Hochzeiten.“

Ganz fertig saniert sind die Räume in den Heddernheimer Höfen zwar noch nicht, darunter ein Kellergewölbe und Flächen, auf denen weitere Büros und Ateliers vorgesehen sind. Wer sich geduldet, der könnte nach Abschluss der Arbeiten in eines der sogenannten Wohnateliers ziehen, dort also gleichzeitig leben und sich seiner künstlerischen Arbeit widmen. „So etwas wäre in Frankfurt einzigartig“, sagt Cunitz.

„H³” hatte die Heddernheimer Höfe 2011 übernommen und saniert die Gebäude nach und nach. Ein Erfolg ist das Projekt aus Sicht von Harloff bereits jetzt. „Mit allen, die sich bislang hier niedergelassen haben, stimmt die Chemie, auch wenn manchmal etwas Überzeugungsarbeit nötig war. Daher bin ich jetzt aber auch für sehr vieles offen.“

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