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Bei Ahmet Ayberk bekommen jetzt Cocktailklassiker und Whiskeys einen ordentlichen ?Schuss? aus der Rauchpistole.

Viel Rauch um Cocktails

Bei Barkeeper-Legende Ahmet Ayberk bekommen jetzt Cocktailklassiker und Whiskeys einen ordentlichen „Schuss“ aus der Rauchpistole.

Bei Barkeeper-Legende Ahmet Ayberk bekommen jetzt Cocktailklassiker und Whiskeys einen ordentlichen „Schuss“ aus der Rauchpistole. Der gebürtige Türke, viele Jahre Chef am Tresen der „Casablanca-Bar“ des Le Méridien Hotels am Hauptbahnhof und dort Gastgeber für Stars wie Joe Cocker oder Queen-Drummer Roger Tayler, setzt auf „Smokey Cocktails“ mit einer rauchigen Note. Mit viel Showeffekt demonstriert der Bar-Experte die Prozedur, durch die ein Drink zart nach Lagerfeuer schmeckt. Dazu leitet er würzige Rauchschwaden in ein Gefäß zum fertig geschüttelten Drink, dann wird kurz geschwenkt und fertig ist das Trendgetränk. Neu erfunden hat sich auch sein alter Arbeitsplatz, das 1905 erbaute Hotel am Wiesenhüttenplatz erhielt über Monate eine aufwendige Verjüngungskur hinter der denkmalgeschützten Fassade, samt neuem Grill-Restaurant „The Legacy“ und neuer Bar. Gerade sind die Handwerker mit den letzten Arbeiten in den 300 Zimmern beschäftigt, bevor heute die Nobelherberge ihre Wiedereröffnung mit einer großen Party feiert.

„Die ,Casablanca-Bar‘ gibt es nach dem Umbau nicht mehr, die Zeit vergeht, ,as time goes by‘, wie es im gleichnamigen Hollywoodfilm heißt“, sagt Ahmet Ayberk ohne Wehmut, denn der neue Tresen im Haus fordert ihn mit einem anderen, „lässigeren“ Konzept. Zu diesem gehört, dass die Bar durch flexible architektonische Elemente tagsüber heller erscheint als abends und im legeren Hemd und Jeans statt im Anzug bedient wird.

Ein Tüftler ist der „Vollblut-Mixologe“ obendrein, hausgemachte Bitters sind seine Spezialität, die hütet er „über acht Wochen“, schüttelt sie täglich und gibt ihnen Ginseng, Sprossen und Kräuter aus der Türkei bei, um sie dann dem Gast zu kredenzen. Wo Rauch über dem Getränk schwebt, ist hier auch Fleisch mit Raucharoma nicht weit. Im Lokal, das sich unabhängig vom Hotel sieht, obgleich man ein Dach teilt, kommen Spare Ribs und Pulled Pork aus einem eigens aus den USA importierten Smoker. „Hickory-Holz sorgt für das Aroma, und die Spare Rips sind so zart, dass sie fast vom Knochen fallen“, erläutert Restaurantleiter Javier Villacampa , der sich unter anderem im Roomers Hotel und zuletzt im Gourmet-Tempel „Le Fleur“ seine Sporen verdient hat. Die Weinkarte trägt die Handschrift des sympathischen Spaniers, „fast alle Winzer kenne ich persönlich“, erzählt er. Sobald die ersten warmen Sonnenstrahlen locken, will Villacampa die Außengastronomie eröffnen. „Außerdem planen wir, im Sommer auf dem begrünten Wiesenhüttenplatz Kultur und Events anzubieten“, so der Restaurantleiter, der hofft, auf die lässige moderne Tour an die goldenen Zeiten des Hotelbetriebs anzuknüpfen. Immerhin kochte hier schon die französische Nouvelle Cuisine-Ikone Paul Bocuse seine legendäre Trüffelsuppe au Président Giscard D’Estaing. Ganz ohne Rauch versteht sich jedoch. fai

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