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Pfingsten und 9-Euro-Ticket: So groß ist der Andrang am Flughafen und bei der Bahn

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Von: Nadja Austel, Sophia Lother

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Am Pfingswochenende ist am Flughafen Frankfurt viel Betrieb. (Symbolbild)
Am Pfingswochenende ist am Flughafen Frankfurt viel Betrieb. (Symbolbild) © Arne Dedert/dpa

Sowohl bei der Bahn in Hessen als auch am Flughafen in Frankfurt macht sich das Pfingstwochenende massiv bemerkbar.

Update von Sonntag, 5. Juni, 17.50 Uhr: Am Pfingstwochenende ist es voll auf der Schiene und am Flughafen Frankfurt. Der Flughafenbetreiber Fraport meldete sowohl am Samstag (4. Juni) als auch am Sonntag einen „verkehrsreichen Tag“ mit 175 000 Passagieren: „Das ist viel.“ Es komme „in Spitzenzeiten zu Wartezeiten“, berichtete ein Sprecher. Fraport hatte während der Corona-Krise rund 4000 Stellen abgebaut – nun fehlt Personal.

Nach der Einführung des 9-Euro-Tickets hatten Reisende etwa am Samstag von teils völlig überfüllten Zügen und auch von Verzögerungen berichtet. Nach Angaben der Deutschen Bahn sind Regionalzüge insbesondere zu touristischen Zielen „wie erwartet sehr stark nachgefragt“.

Angesichts der hohen Auslastung könne nicht garantiert werden, dass Reisende ihre Fahrräder mitnehmen könnten, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Kurz vor Reiseantritt sollten sich Fahrgäste noch einmal bei den Verkehrsverbünden vor Ort oder über den DB Navigator informieren.

Frankfurt: Brände an der Bahnstrecke, 9-Euro-Ticket-Andrang und viel Verkehr am Flughafen

Erstmeldung von Samstag, 4. Juni: Frankfurt – Am Pfingstwochenende sind die Blicke in Deutschland verstärkt auf den Bahnverkehr gerichtet. Durch den Start des 9-Euro-Tickets war vorab mit einem noch stärkeren Reiseaufkommen im Regionalverkehr zu rechnen als ohnehin schon – verlängerte Wochenenden sind in der Regel ein Garant für Chaos im Nah- und Fernverkehr. Passenderweise berichteten am Samstag (4. Juni) bundesweit Reisende von teils völlig überfüllten Zügen.

Nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) waren Regionalzüge insbesondere zu touristischen Zielen „wie erwartet sehr stark nachgefragt“. Angesichts der hohen Auslastung könne nicht garantiert werden, dass Reisende ihre Fahrräder mitnehmen könnten, sagte ein DB-Sprecher mit Blick auf die verblieben Pfingsttage. Kurz vor Reiseantritt sollten sich Fahrgäste noch einmal bei den Verkehrsverbünden vor Ort oder über den DB-Navigator informieren.

Probleme auf der Bahnstrecke Frankfurt-Hanau wegen Bränden

Rund um Frankfurt machte nicht nur der große Andrang Probleme. Wie der RMV auf Twitter mitteilte, war unter anderem die Bahnlinie RB58 von Störungen betroffen. Es sei durch mehrere Brände und den folgenden Feuerwehreinsatz entlang der Strecke Frankfurt-Hanau zu Verspätungen und Teilausfällen gekommen. Ob ein Sachschaden entstanden ist, sei derzeit noch unklar. Reisende berichteten in den sozialen Netzwerken von etwa 1,5 Stunden Wartezeit am Hauptbahnhof Hanau.

Feuerwehr und Rettungsdienste rückten am Nachmittag mit Spezialausrüstung zum Frankfurter Bahnhof Mainkur aus, der nahe des Mainufers an der Hanauer Landstraße liegt. Während ein Einsatzteam die Brände entlang der Strecke löschte, suchten Spezialisten der Feuerwehr mit einer Kameradrohne aus der Luft die Bahnlinie nach weiteren Brandherden ab.

Frankfurt Mainkur: Löscharbeiten an Bahngleisen
Die Feuerwehr suchte per Drohne aus der Luft nach weiteren Brandherden. © Rafael Bujotzek/InZwischenZeit/5VisionMedia

Immer wieder kommt es an heißen Tagen entlang von Bahnschienen zu Bränden. Das trockene Gras entlang der Bahnlinien kann beispielsweise durch achtlos weggeworfenes Glas, das Sonnenlicht bündelt, entzündet werden. Im Frankfurter Stadtgebiet wurden am heutigen Tag teilweise Temperaturen von 27 Grad Celsius im Schatten gemeldet. An heißen Bahngleisen können die Temperaturen noch weit höher liegen.

Frankfurt: Wenig Verständnis für Bahn-Überlastung

Im Internet hielt sich das Verständnis für die Überlastung des Bahnnetzes in Grenzen. „Eine einzige Bahnlinie in Tokyo (…) befördert täglich fast die Hälfte an Passagieren, wie die Deutsche Bahn in ganz Deutschland. Nur mal so zur Leistungsfähigkeit der Bahn“, schrieb ein Nutzer auf Twitter. „Wer hätte das nur ahnen können“, schrieb eine andere und verlinkte dazu den Post der DB Regio Schleswig-Holstein. Dort wurden ganze 19 Regionallinien aufgelistet, mit dem Hinweis: „Außergewöhnlich hohes Reisendenaufkommen, eine Mitfahrt kann nicht garantiert werden.“

Doch bei allem Ärger über die Mängel in der Umsetzung, gab es auch Erfreuliches über die Auswirkungen des 9-Euro-Tickets zu lesen: „Dank #NeunEuroTicket konnte ich gestern einen Termin wahrnehmen und dann ohne blödes Gefühl (…) direkt wieder nach Hause und weiß, ich kann theoretisch jeden Tag überall hin. Ich bin mobil wie noch nie“, berichtete eine Nutzerin, die zuvor immer darauf achten musste, mit einem gekauften Ticket möglichst viele Erledigungen auf einmal abzuhaken. Eine andere schrieb: „Da ist es nun, mein #NeunEuroTicket. Niemand, der über ausreichend Geld verfügt, kann sich vorstellen, wie sich das für mich anfühlt. Es ist soviel mehr als manche erahnen. Für mich eine extreme Erleichterung. Ich könnte Luftsprünge machen.“

Bahn Frankfurt: Viel Verkehr am Flughafen und Personalmangel

Auch am Frankfurter Flughafen war es am Samstag voll. Flughafenbetreiber Fraport meldete einen „verkehrsreichen Tag“ mit 175.000 Passagieren: „Das ist viel.“ Es komme „in Spitzenzeiten zu Wartezeiten“, berichtete ein Sprecher. Fraport hatte während der Corona-Krise rund 4000 Stellen abgebaut – nun fehlt Personal. Für die nahende Ferienzeit rechnet man am Flughafen Frankfurt aufgrund dieser Gemengelage mit noch größeren Problemen.

Flugzeug im Sonnenuntergang
Ein Flugzeug startet vom Flughafen in Frankfurt am Main. © picture alliance/dpa

Frankfurt: Mit dem 9-Euro-Ticket nach Sylt?

Auch im Juli und August wird das 9-Euro-Ticket gelten, das im Rahmen des Entlastungspaket 2022 eingeführt wurde. Seit 1. Juni ermöglicht das 9-Euro-Ticket unter anderem auch die Anreise auf die Nordseeinsel Sylt für kleines Geld. Etwas näher gelegene Ausflugsziele bieten sich für Reisende aus der Rhein-Main-Region aber eher an. Bad Nauheim zum Beispiel ist ein Klassiker unter den Ausflugszielen der Region.

Für die 9-Euro-Ticket-Nutzer ärgerlich ist, dass es auch einige Tage nach Ticketstart noch immer Unklarheiten über dessen Gültigkeitsbereiche gibt. Nachdem die Bahn kürzlich angekündigt hatte, dass der vergünstigte Fahrschein doch nicht in allen Regionalzügen des ÖPNV gültig sein soll, gab es erneute Änderungen. (na/dpa/5vision)

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