Viel Lob und viele Fragen

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Jahrelang beschäftigte sich die Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) mit dem Projekt des Neubaus des Höchster Klinikums, mehrfach musste sie umplanen.

Jahrelang beschäftigte sich die Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) mit dem Projekt des Neubaus des Höchster Klinikums, mehrfach musste sie umplanen. „Ich habe mich dafür verkämpft“, sagte sie gestern vor dem Gesundheitsausschuss des Stadtparlaments. In einem über zweijährigen Abstimmungsprozess mit dem Klinikpersonal sei nun ein Krankenhaus der kurzen Wege entstanden. Als Alleinstellungsmerkmal nannte sie das „Höchster Zimmer“. Es ist zweieinhalb Quadratmeter größer als ein herkömmliches Zwei-Bett-Zimmer. Wegen des Raumgewinns kann eine Pflegekraft allein das Bett am Fenster aus dem Zimmer herausschieben. Die Fenster im „Höchster Zimmer“ reichen bis tief an den Boden, so dass der Patient vom Bett aus einen guten Blick nach draußen hat.

„Ich bin beeindruckt“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU, Verena David. „Es ist ein schönes Modell.“ SPD-Stadtverordneter Sieghard Pawlik lobte „die immense Arbeit in relativ kurzer Zeit“. Dann aber kritisierte er, dass erst im dritten Anlauf eine Planung als Bauantrag eingereicht worden sei. Durch zwei Jahre Verzögerung seien wegen gestiegener Baukosten 20 Millionen Euro verbraten worden. Dominike Pauli (Linke) wollte wissen, ob es einen Gebetsraum gebe. Gibt es, „multikulturell für alle Religionen“, betonte Heilig.

Auch die Frage nach der Passivbauweise wurde gestellt. Von dieser erhofft sich die Gesundheitsdezernentin eine Verringerung der Energiekosten von derzeit jährlich 2,5 Millionen Euro um 30 bis 50 Prozent. Dabei würden nur die Pflegebereiche, nicht aber die Operationssäle in Passivbauweise errichtet, erklärte Heilig. Es gebe keine Heizkörper in dem Gebäude, versicherte sie. Vor allem bei der SPD- und FDP-Fraktion im Römer war die Passivbauweise für das Klinikum wegen höherer Kosten umstritten. Heilig kann sich vorstellen, neben dem neuen Krankenhaus ein Hotel für Patienten zu errichten, ebenso Wohnungen für das Personal. Dies werde derzeit mit Partnern besprochen, erklärte sie.

„Wir brauchen das Klinikum und wir brauchen es in dieser Größenordnung“, sagte Renate Wolter-Brandecker (SPD). Sie kritisierte, dass das Land Hessen seinen Zuschuss trotz gestiegener Kosten nicht erhöhe und zog einen Vergleich: „Beim Bürgerhospital war der Zuschuss des Landes prozentual höher.“ In der Frage des Landeszuschusses ist für Heilig das letzte Wort noch nicht gesprochen. „Nach dem Zusammenschluss mit den Main-Taunus-Kliniken werden sich die finanziellen Zusagen noch ändern“, ist sie überzeugt und bekannte sich zu der Notwendigkeit der geplanten Fusion.

(tre)

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