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Viele Hände spinnen an einem Faden

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Ein opulenter Bildband zeigt nun einen Auszug der Serie „Der Rote Faden“ – sie erscheint jeden Samstag in unserer Zeitung. Ein ideales Weihnachtsgeschenk.

Sie zieht sich wie ein roter Faden durch die Stadt, die gleichnamige Serie unserer Zeitung, die Samstag für Samstag seit gut drei Jahren Menschen ins Licht rückt, die Außergewöhnliches für die Mainmetropole leisten. Bisher sind über 150 dieser vom Autoren-Team Mark Obert und Katja Gußmann verfassten Porträts erschienen. Die Fotos dazu liefert Salome Roessler. Vor kurzem nun veröffentlichte der Societätsverlag ein Buch, das eine Auswahl dieser Geschichten enthält.

Das Werk ist ein Extrakt der samstäglichen Porträtserie. Dennoch geben die 40 Porträts, die auf 208 Seiten zusammengefasst sind, einen guten Überblick über das Schaffen der beiden Autoren und der Fotografin.

Doch allein könnte dem schriftstellerischen Dreigestirn dieser Kraftakt niemals gelingen. Aus diesem Grund gesellten sich im Laufe der Zeit noch weitere hochkarätige Autoren zum Team. Zu ihnen gehören Inga Janovic, Ute Vetter, Petra Mies und selbst Lokalchef Boris Tomic fand Zeit und Muße, zwei große Geschichten – eine über Ex-Oberbürgermeisterin Petra Roth (die ist im Buch), eine über ihren Nachfolger im Amt Peter Feldmann (er ist nicht im Buch) – zu formulieren.

Und es sind tatsächlich große Geschichten über Menschen, die Großes leisten, das über die Stadt hinaus strahlt. Die Stories füllen eine komplette Tageszeitungsseite und sind, was Intensität und Anspruch angeht, einzigartig. Auf all das macht Boris Tomic aufmerksam im Fenster zur Stadt, dem Galerieraum des Restaurants Margarete in der Innenstadt. Einen besseren Ort für die Präsentation dieses einmaligen Buches hätten sich die Macher kaum aussuchen können.

Schließlich verkörpert jedes einzelne Portrait ein Fenster in dieser Stadt. Es sind Blicke der Autoren auf Frankfurt, die sie durch die Augen ihrer Interviewpartner wiedergeben. Die Autoren boten Kostproben an diesem Abend, zu dem neben den Machern auch Simon Horn, Chef des Restaurants Margarete einlud. Mark Obert liest aus seinem Portrait „Die Menschensammler“ über das Dokumentarfilmerpärchen Mischka Popp und Thomas Bergmann. Und während er vorträgt, schweben die beiden schier durch den Raum und der Zuhörer meint, sie zu sehen. Auf jeden Fall haben die Zuhörer danach das Gefühl, die beiden persönlich zu kennen.

Zu Gesicht bekommen die gut 70 Gäste einen ganz anderen Porträtierten: Stadtführer Christian Setzepfandt. Katja Gußmann liest den Anfang ihrer mit „Der Stadtverführer“ betitelten Geschichte vor und unwillkürlich vergleicht man das Bild, welches sie da mit Worten zeichnet, mit dem real existierenden Setzepfandt. Der findet sich extrem gut geschildert. „Was Katja Gußmann geschrieben hat, ist eine schöne Mischung eines Teils meines Lebens“, so Setzepfandt. „Den roten Faden lese ich regelmäßig und gerne, ich finde ihn einfach exzellent“, sagt auch Jörg Bombach, der ehemalige Leiter der Popwelle hr3, der ebenfalls vorbeischaute.

Societätsverlag, 19,80 Euro, 208 Seiten, ISBN 978-3-95542-147-2

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