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Sicherheit

Wie viele private Waffen gibt es in Frankfurt (und wer darf sie tragen)?

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Wie viele Waffen sind in Frankfurt im Umlauf? Wer darf Waffen in der Öffentlichkeit zum Selbstschutz führen - und wie wird das überprüft? Wir haben beim Ordnungsamt nachgefragt.

Am vergangenen Sonntag , weil er sich von einem Anwohner bedroht fühlte. Khan - umstrittener Autor anti-islamischer Pamphlete und selbsternannter "Prophet Gottes" - sagte nach dem Vorfall, er sei berechtigt, in der Öffentlichkeit eine Waffe zu tragen, zum Selbstschutz. Die Polizei ermittelt.

Der Vorfall wirft Fragen auf: Unter welchen Umständen dürfen Privatpersonen in der Öffentlichkeit Waffen führen? Wie viele private Waffen sind in Frankfurt im Umlauf? Und wie wird entschieden, ob jemand zum Selbstschutz eine Waffe führen darf? Wir haben nachgefragt.

Zurzeit sind in Frankfurt 17.180 Waffen registriert, sagt Ralph Rohr vom Ordnungsamt der Stadt. Registrierungspflichtig sind unter anderem halbautomatische Kurz- und Langwaffen und Jagdgewehre. Die in Frankfurt registrierten Waffen befinden sich im Besitz von Jägern, Sportschützen, Erben, Sammlern sowie von Personen, die im Sicherheitsbereich arbeiten und von gefährdeten Personen.

Das Ordnungsamt der Stadt hat 4040 Kleine Waffenscheine ausgegeben. Diese berechtigen zum Führen von Gas- und Schreckschusswaffen. Darüberhinaus hat das Ordnungsamt 208 ordentliche Waffenscheine ausgegeben. Diese berechtigen zum Führen scharfer Waffen. Sie werden an zwei Gruppen ausgegeben: Personen, die im Sicherheitsbereich arbeiten, und gefährdete Personen.

Diese Frage klärt Paragraf 19 des Waffengesetzes. Als gefährdet gilt demnach, wer wesentlich mehr als die Allgemeinheit Angriffe auf Leib und Leben ausgesetzt ist. Diese Personen können bei der zuständigen Waffenbehörde (in Frankfurt: dem Ordnungsamt) eine Berechtigung zum Führen einer Waffe in der Öffentlichkeit beantragen. Die Waffe und ihre Munition müssen geeignet sein, die etwaige Gefährdung zu mindern.

Die zuständige Waffenbehörde überprüft, ob die in Paragraf 19 genannten Kriterien zutreffen und bewertet den Grad der Gefährdung. Zusätzlich erfolgt unter anderem eine Einschätzung durch das Hessische Landeskriminalamt.

Waffenscheine werden mit einer Gültigkeit von einem bis drei Jahren ausgestellt, danach werden sie überprüft. Die Berechtigung zum Führen einer Waffe kann bei Wegfall der Voraussetzungen widerrufen beziehungsweise nicht mehr verlängert werden.

Der Vorfall vom Sonntag ist noch nicht abschließend geklärt. Wem die Pistole gehört, die angeblich gezogen wurde, ist laut Polizei weiterhin Gegenstand der Ermittlungen, ebenso wie die Frage, ob der Besitzer der Waffe zu ihrem Führen in der Öffentlichkeit berechtigt ist.

cb

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