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Frankfurt sperrt Bargeld an vielen Fahrkarten-Automaten aus

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Neuer Ticket-Automat der VGF in Frankfurt: Beim Austausch der Geräte werden nicht alle wieder eine Barzahl-Funktion erhalten.
Neuer Ticket-Automat der VGF in Frankfurt: Beim Austausch der Geräte werden nicht alle wieder eine Barzahl-Funktion erhalten. © Maik Reuß

In Frankfurt werden neue Ticket-Automaten für U-Bahn, Tram und Bus aufgestellt. Nicht jeder wird noch Bargeld annehmen – aus einem guten Grund.

Frankfurt – Fahrscheine für den Nahverkehr in Frankfurt sollen Fahrgäste auch in Zukunft an jeder Station mit Bargeld kaufen können. Obwohl viele Automaten auf rein bargeldlose Zahlung umgestellt werden, solle an jeder Haltestelle mit Automatenbedienung mindestens eine Ticketmaschine stehen, die Bargeld akzeptiere.

Auf diese Vorgabe hätten sich die städtische Nahverkehrsorganisation Traffiq und die Verkehrsgesellschaft (VGF) verständigt, erklärt Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne). Er reagiert damit auf eine Frage der Stadtverordneten Daniela Mehler-Würzbach (Linke).

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Sie hatte in der jüngsten Fragestunde der Stadtverordneten nachgehakt, an welchen Haltestellen künftig nur noch elektronischer Zahlungsverkehr möglich sei. Denn Majer hatte zuvor dargelegt, dass bei der Erneuerung der 600 Ticketautomaten bis 2023 nicht nur deren Anzahl auf 473 reduziert werden soll. Außerdem sollen 118 Geräte nur noch bargeldlos funktionieren - bezahlt wird also per Karte, Handy oder Smartwatch. Traffiq und VGF hatten zuvor untersucht, wie viele Automaten auf Kundensicht bedarfsgerecht nötig sind. Außerdem hat laut Traffiq und VGF die Zahl der Barzahlungen rapide abgenommen, während Karten- und kontaktlose Zahlungen boomen.

Von der Vorgabe, dass an jeder Haltestelle mindestens eine Barzahlungsmöglichkeit bestehen soll, werde lediglich an wenigen Stationen abgewichen, erklärt Stefan Majer. Konkret seien das die Automaten der Haltestellen Heilbronner Straße und Pforzheimer Straße, Niddapark, Hartmann-Ibach-Straße, Frauenhofstraße, Kiesschneise sowie die nur selten bei Baustellen oder Störungen bediente Haltestelle Schwabstraße in Eckenheim.

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An diesen Haltestellen würden im Durchschnitt nur sieben Fahrkarten am Tag verkauft. Ebenso solle es keine Bargeldzahlung mehr an Automaten an den Haltestellen Oberschweinstiege und Waldau geben, da es dort regelmäßig Aufbruchschäden gebe, erläutert der Dezernent.

An jeder U-Bahn-Station und jeder Straßenbahnhaltestelle soll es künftig zudem an jedem Stationsaufzug und an jedem Abgang in die Tiefe mindestens einen Automaten mit Bargeldannahme geben, so der Dezernent. Auch ist die Lage nicht aussichtslos, falls die Nachfrage nach Zahlung mit Scheinen und Münzen doch stärker vorhanden sein sollte: Die VGF prüfe dies regelmäßig, beteuert Majer, und die Funktion des Barzahlens lasse sich an den Automaten nachträglich ergänzen.

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Und was, wenn ein Bargeldautomat einmal nicht funktioniert und alle anderen kein Bargeld nehmen? "Dann ist die Mitfahrt trotzdem möglich, die VGF lässt niemanden zurück", sagt Stefan Majer. Fahrgäste sollten sich dann bei der Fahrerin oder dem Fahrer melden. Das Ticket könne dann beim nächsten Halt oder nächsten Umstieg gekauft werden. Sollte ein Fahrgast dann kontrolliert werden, erhebe die VGF auch kein erhöhtes Beförderungsentgelt. Schließlich liege nach Meldung beim Fahrpersonal in einem solchen Fall keine Betrugsabsicht vor. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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