+
Bernhard Ochs (links) und Gerhard Pauly nehmen in ihrem Projekt die Geschäftswelt in der Berger Straße unter die Lupe.

Fotoschau

Die vielen Gesichter der Berger

  • schließen

Mit einer Fotoausstellung in der Frankfurter Volksbank und einer Broschüre stellen Bernhard Ochs und Gerhard Pauly die Macher der Berger Straße im Nordend und in Bornheim vor.

Hoffnungslose Fälle gibt es für Adrian Vermica nicht. Denn der Schuhmacher, der die Besucher der Bornheimer Volksbank tatkräftig mit Hammer und Lederstiefel anlächelt, steht in dem Ruf, Schuhe retten zu können. Auch Hans Schwarz sieht in seinem Handwerk vor allem Kreativität und Leidenschaft. „Die Idee, sich mit einem pelzummantelten Bembel fotografieren zu lassen, fanden wir einfach witzig“, sagt Bernhard Ochs, Vorsitzender des Bürgervereins und Förderkreises historisches Bornheim.

Der Schuh- und Reparaturservice Adrian in der Berger Straße 69 und Pelz Schwarz in der Berger Straße 61 gehören zu den 24 Geschäften und Betrieben, die Ochs und Gerhard Pauly, Inhaber des Fotostudios Stu Grapho am Merianplatz 8, für die Ausstellung und die Broschüre „Projekt 3093, 8 Meter Berger“ bei der Frankfurter Volksbank in der Berger Straße 207-209 ausgewählt haben. Abgerundet wird das Projekt durch die Internetseite www.projekt-3093-meter.de, auf der die fiktive, von Pauly entworfene Figur „Stu von und zu klick“ mit Videoclips für die Berger Straße und ihre Geschäfte wirbt.

3093,8 Meter lang ist die Berger Straße vom Bethmannpark bis hoch zur A 661. „Und wir wollen jetzt die Macher zeigen, die diese Einkaufsstraße mehr am Leben erhalten, als das die Kunden oft wahrnehmen“, sagt Ochs. Er und Pauly kennen sich bereits seit einigen Jahren und wollten eine Ausstellung mit Geschäftsleuten organisieren, die die Berger Straße über die Stadtteilgrenzen verbindet.

„Wir wollen zeigen, dass wir eins sind und zusammengehören, zumal ja der untere Teil der Berger Straße erst durch die Gebietsreform von 1972 von Bornheim zum Nordend gekommen ist“, erklärt Ochs. „Passend dazu werden Ausstellung und Broschüre auch von der Interessengemeinschaft Untere Berger Straße mit unterstützt“, ergänzt Pauly.

Insgesamt galt es, eine Auswahl aus über 40 Geschäften, Betrieben und Einrichtungen zu treffen. Berücksichtigung fanden in der Regel solche, die als Institutionen entweder schon sehr lange in der Berger Straße ansässig sind oder sich durch die Personen und Familien, die sie leiten, besonders auszeichnen. In der Fotoschau selbst sind nur die Geschäftsinhaber vor dem Hintergrund des Fotostudios Stu Grapho zu sehen. „Denn hier sollen die Personen im Vordergrund stehen“, sagt Fotograf Pauly.

Zu erkennen ist ihre Branche jedoch an einem originellen Requisit: Etwa dem Pelzbembel von Schwarz, einem Plüschhund von Zoo Gärtner in der Berger Straße 25 oder einem Topf mit Teddybär, mit dem das Haushaltswarengeschäft Meder in der Berger Straße 198 wirbt: Vor über 140 Jahren in der Nachbarschaft des Uhrtürmchens gegründet, ist es heute der älteste familiengeführte Betrieb der Berger Straße und bietet neben Küchen- und Elektogeräten auch Spielwaren an – vom Stofftier bis zum Modellauto. „Dabei haben die Gründer mal als Klempner angefangen“ , weiß Ochs.

Zusätzliche Fotos von den Geschäften und einen kurzen Text zu Geschichte und heutigem Angebot gibt es in der Broschüre. Dort öffnet auch Peggy Kilian, langjährige Mitarbeiterin im Reformhaus Freya in der Berger Straße 59, ein Zeitfenster: Sie zeigt ein historisches Foto des Geschäfts, das 1910 von Willy Croy gegründet wurde und heute eine große Vielfalt an Produkten zu Naturkost und Naturkosmetik anbietet.

Ute Bund in der Berger Straße 133 wirbt mit ihrem Strumpfhosenbein und der Nachbarschaft zur katholischen Kirche: Denn so haben der heilige Josef und das Jesuskind ihre Auslage in der Sockenkiste, das sie seit 1988 führt, immer im Blick. Zu den Vertretern der Gastronomie zählen der 1948 gegründete auch überregional bekannte Wein Dünker in der Berger Straße 265 und das koreanische Restaurant Sonamu, auf Deutsch „Kiefer“ in der Berger Straße 184: Dort gibt es hinter stilechter Holzfassade Reisgerichte und fermentiertes Gemüse, genannt Kimchi.

Unter den vielen Machern, die oft frühmorgens aufstehen und spät abends ihren Laden schließen, dürfen auch Pauly und Ochs selbst nicht fehlen, letzterer in der Uniform der Bornheimer Bürgerwehr, in der er bei Führungen „sein Bernem“ zeigt.

Die Ausstellung in der Volksbank, Berger Straße 207, ist bis 6. November zu sehen. Geöffnet ist montags, dienstags und freitags von 9 bis 16 Uhr sowie am Mittwoch und Donnerstag von 9 bis 17.30 Uhr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare