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Anne Carina Hashagen hat mit ?Die Wette? ihr letztes Buch geschrieben.

Stadtgeflüster

Die vielen Seiten der Anne Carina Hashagen

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Mit ihrem Buch „Ja!: Die zehn Regeln, den Mann fürs Leben zu finden und zu heiraten“ schaffte sie es vor einigen Jahren in die TV-Talkshows.

Mit ihrem Buch „Ja!: Die zehn Regeln, den Mann fürs Leben zu finden und zu heiraten“ schaffte sie es vor einigen Jahren in die TV-Talkshows. Später schrieb sie „den deutschen Harry Potter“. Sie nannte ihren Protagonisten Anton Pfeiffer und ließ ihn in zwei Bänden bei einem Zauberkongress und an einem Hexensabbat teilnehmen. Nun hat die Wahlfrankfurterin Anne Carina Hashagen vor wenigen Tagen ihr viertes Buch auf den Markt gebracht, das weder etwas mit einem Ratgeber noch mit Fantasy zu tun hat. Sie hat es „Die Wette“ getauft, und Frankfurts ewiger Kulturdezernent Hilmar Hoffmann lobt es als einen Schauerroman in der Tradition seines großen Namensvetters E. T. A. Hoffmann.

Großes Lob aus erlesenem Munde. Da scheint es, als würde Hashagen den ganzen Tag nichts anderes tun, als über Sätze, Methaphern und Figuren zu grübeln. Doch weit gefehlt. Ihre Brötchen verdient die in Wuppertal Geborene und in Bremen Aufgewachsene nicht als Autorin, sondern bei einer Bank. Hashagen, die in Bayreuth Betriebswirtschaftslehre studierte, ist alles andere als eine Aussteigerin, die nur noch schreiben will. Das war auch nie ihr Ziel. „Das würde ich niemandem empfehlen, denn in Deutschland können nur wenige Schriftsteller allein vom Schreiben leben. Ein Erfolg wie etwa der von Harry Potter ist unwahrscheinlicher als ein Sechser im Lotto“, sagt sie. „Ich hatte auch nie die Erwartung, davon meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Es ist und bleibt ein sehr schönes Hobby“, stellt sie klar. Und dann träumt sie doch: „Wenn einer meiner Stoffe in Hollywood verfilmt werden würde, dann würde ich mir die Sache überlegen. Bisher hat es sich nur eine deutsche Filmproduktion angeschaut, der war eine Verfilmung zu teuer.“ Aber sie betont: „Man muss auch denken, dass es jemand liest. Sonst ist es so, als wenn du ein Bild malst und es dir ins Wohnzimmer hängst. Da sieht es niemand“, stellt sie einen passenden Vergleich an. „Ich schreibe sehr gerne“, sagt Hashagen, die seit 15 Jahren in Frankfurt lebt. Und mit der Schreiberei ging es auch schon vor ihrem ersten Buch los. Nämlich mit ihrer Doktorarbeit zum Thema Allfinanzkonzepte. „Damals entdeckte ich das Schreiben für mich.“ Was folgte, war das „Ja!“-Buch, das von Hoffmann und Campe verlegt wurde. Dann kam sie auf die Idee, einen Roman zu schreiben. „Das war auf dem Weg in den Urlaub, kurz bevor ich auf der Fahrt eingeschlafen bin.“ Da sie weder die finanzielle Notwendigkeit hat noch unter Zeitdruck steht, nimmt sie sich alle Zeit der Welt zum Schreiben. „Für ,Die Wette‘ habe ich gut zweieinhalb Jahre gebraucht“, sagt sie. Auch viel umgeschrieben. „Das Buch war viel dicker.“ Dabei hält sie sich an den Rat eines enorm erfolgreichen Schriftstellers: Steven King sagt, dass das Wichtigste beim Schreiben das Kürzen ist. „Das, was als Kern übrig bleibt, ist das Beste“, so Hashagen deren Lieblingsbuch „Das Parfüm“ von Patrick Süskind ist. „Ich habe aber auch nicht jeden Tag geschrieben.“ Auf das Thema für ihren Erwachsenenroman „Die Wette“ – „es ist ein Buch für Männer“ – kam sie, als sie vor vielen Jahren in der Stadtbibliothek war und eine DVD mit einem erschreckenden Cover entdeckte. „Es war die 60er-Jahre-Verfilmung des Buches von Theodor Storm ,Pole Poppenspäler‘“, berichtet sie. „Damals kam es mir in den Sinn, eine Geschichte zu schreiben über einen diabolischen Kasperl.“ Gedacht, geschrieben. So entstand dieses 303 Seiten starke Werk. Es ist ihr letztes Buch. Nun möchte sie sich auf Drehbücher spezialisieren.

(es)

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