Die U-Bahn-Linie 5 endet bisher in Preungesheim, soll aber verlängert werden. Die Planung dazu wurde 2012 eingestellt und liegt jetzt wieder auf dem Tisch.
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Die U-Bahn-Linie 5 endet bisher in Preungesheim, soll aber verlängert werden. Die Planung dazu wurde 2012 eingestellt und liegt jetzt wieder auf dem Tisch.

Verkehrsnetz

Vielleicht geht die U5 doch bald bis zum Frankfurter Berg

  • Andreas Haupt
    VonAndreas Haupt
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Die Stadt hat ausführlich zu den Verkehrsproblemen im Frankfurter Nordosten Stellung bezogen. Doch Robert Lange, Vorsteher des Ortsbezirks 10, kritisiert die Aussagen als ideen- und fantasielos. An der Forderung seines Stadtteilparlaments, die Verwaltung soll ein Verkehrskonzept vorlegen, hält er fest.

Verkehrsprobleme gibt es viele im Ortsbezirk 10 (Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg, Preungesheim). Etwa in Bonames, wo sich die Autos oft im alten Ortskern stauen. Oder in Berkersheim, das viele als Abkürzung nutzen, um von Bad Vilbel in die Frankfurter Innenstadt oder auf die A 661 zu kommen.

CDU ist enttäuscht

und hängte eine Liste mit zu lösenden Problemen an. Jetzt antwortete der Magistrat auf diese Liste, doch Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) ist enttäuscht. „Außer dass die Planung zur Verlängerung der U5 zum Frankfurter Berg wieder aufgenommen wird, ist nichts Neues dabei.“

Projekt „unkompliziert“

Thomas Erhart, Referent des Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling (SPD), erklärt, um was es geht: Seitdem die Stadtverordneten das nötige Geld bewilligten, arbeite die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) wieder an der Planung der U-Bahn-Verlängerung von der heutigen Endhaltestelle in Preungesheim zur S-Bahn-Station Frankfurter Berg. Im Verhältnis zu anderen U-Bahn-Projekten sei dieses „unkompliziert“, sagt Erhart. Die Trasse verläuft oberirdisch.

Als die Planung Anfang 2012 eingestellt wurde, um Geld zu sparen, war sie fast fertig. Von Preungesheim soll die Strecke zunächst westlich der Homburger Landstraße verlaufen, ab der Auffahrt zur A 661 östlich von ihr. Die neue Endhaltestelle soll auf einem Damm direkt am S-Bahn-Halt Frankfurter Berg liegen: Von hier führt eine Fußgängerbrücke über die Bahngleise, von der aus auch die S-Bahnsteige erreichbar sind.

Er gehe davon aus, dass die damalige Planung nicht sehr verändert werden müsse, sagt Erhart. Die gelegentlich aufkommende Idee, die U-Bahn auf dem S-Bahn-Gleis weiter nach Bad Vilbel fahren zu lassen, werde zurzeit nicht weiterverfolgt. Dazu wären Mehrsystem-Züge nötig, weil U- und S-Bahn unterschiedliche Stromsysteme nutzen. Gleiches gelte für eine Verlängerung durch das Niddatal nach Norden. Sind die Pläne fertig, werde möglichst schnell ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet, um Baurecht zu erhalten.

Netzlücken sollen geschlossen werden

In seiner Stellungnahme zu den Verkehrsproblemen im Ortsbezirk 10 erklärt der Magistrat, wie vom Ortsbeirat gewünscht werde im neuen Betriebskonzept für den Busverkehr „auch eine Verbindung von Heddernheim und Eschersheim zum Neubaugebiet Hilgenfeld enthalten“ sein. Über die vom Ortsbeirat geforderten Schnellbuslinien spreche die städtische Nahverkehrsgesellschaft Traffiq mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund.

Am Ausbau der Radwege arbeite die Stadt ebenfalls: Neben der Schließung der Netzlücken und der Realisierung einer flächenhaften Radwegweisung gewinne die regionale Dimension auch im Radverkehr an Bedeutung. Doch der vom Ortsbeirat gewünschte Radweg an der Bonameser Straße könne aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht gebaut werden.

Hinsichtlich einer „Entlastung der fünf Stadtteile vom Durchgangsverkehr“, wie sie der Ortsbeirat fordert, stellt der Magistrat nur fest, dass die neue Ortsrandstraße im Osten von Bonames den Ortskern entlasten soll. Neue Park-&-Ride- sowie Bike-and-Ride-Angebote würden geprüft.

Kritik des Ortsvorstehers

Zwar sei die Antwort ausführlich, inhaltlich biete sie aber nichts Neues, sondern vor allem allgemeine Willensbekundungen, kritisiert Ortsvorsteher Lange. Einige Aussagen wirkten lustlos, die Aussagen zur Stauproblematik „ideenlos“. „Wir benötigen weiterhin ein Verkehrskonzept für unsere Stadtteile“, betont Lange. Dem Magistrat fehlten trotz zweier öffentlicher Veranstaltungen des Ortsbeirats mit dem Verkehrsdezernat offenbar gute Ideen, beklagt Lange. Das sieht Erhart anders. „Wir stehen in engem Kontakt mit dem Ortsbeirat und arbeiten an Lösungen.“

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