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Peter Feldmann und Bernadette Weyland. Foto: dpa

OB-Wahl

Vier Gewinner und vier Verlierer der Oberbürgermeister-Wahl in Frankfurt

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Peter Feldmann ist der große Gewinner des Abends, Volker Stein einer von mehreren Verlierern. Wir werten die Oberbürgermeister-Wahl in einer Blitz-Analyse aus.

 Fast jeder zweite Frankfurter .  Dem amtierenden ist es gelungen, sich vom aktuellen Abwärtstrend der SPD zu lösen und sein Ergebnis aus dem ersten Wahlgang 2012 um rund 13 Prozentpunkte auf 46 Prozent zu verbessern. Damit ist er fast so erfolgreich wie Petra Roth, die  nach ihrer ersten Amtszeit 48,6 Prozent erhielt. Der Stichwahl kann Feldmann mit einiger Gelassenheit entgegensehen - auch wenn sein Mitarbeiter Tarkan Akman noch am Wahlabend warnt: In Wiesbaden sei der OB in der Stichwahl abgewählt worden, obwohl er im ersten Wahlgang auf 49 Prozent der Stimmen gekommen war.

Die ist nicht angetreten, um Oberbürgermeisterin zu werden, sondern um ihre Positionen zu verbreiten. Das kam gut an, ihre Wahlkampfauftritte und ihre Themen - bezahlbarer Wohnraum, besserer ÖPNV, Bildung - stießen auf großes Interesse. So konnte sie gegenüber ihrer ersten Kandidatur vor sechs Jahren rund 10.000 Stimmen hinzugewinnen. Mit 8,8 Prozent der Stimmen liegt sie nur knapp hinter der Grünen-Kandidatin Nargess Eskandari-Grünberg.

Für die Sozialdemokraten fiel die Frankfurter Oberbürgermeister-Wahl in eine schwierige Zeit, bundesweit ist die Partei in Umfragen unter 20 Prozent gesunken. In Frankfurt ist davon nichts zu merken: Peter Feldmann fährt ein sehr gutes Ergebnis ein; immer wieder scheint am Sonntagabend sogar die absolute Mehrheit in Reichweite. Der jetzt anstehenden Stichwahl können Feldmann und seine Partei entspannt entgegensehen. Und ihr Abschneiden in Frankfurt könnte der SPD auch andernorts wieder neuen Mut geben.

52 Prozent der wahlberechtigten Harheimer haben ihr Kreuzchen gemacht. Damit ist Harheim mit Abstand der Stadtteil mit der höchsten . Wir gratulieren!

hat es wieder geschafft: Höchste Wahlbeteiligung in bei der

Zugegebenermaßen leben in meinem Dorf nur 0,7 % der Frankfurter und die passen genau auf, ob der Nachbar wählen geht ;-)

— C Treulieb (@CTreulieb)

Mit einer populistischen, hat der ehemalige Ordnungsdezernent Frankfurt im Wahlkampf 2018 ordentlich aufgemischt. Stein wollte mehr Polizisten fürs Bahnhofsviertel, Waffen- und Alkoholverbotszonen, warnte vor kriminellen Ausländern und versprach, der Stadt ihre “Würde” zurückzugeben. Weit ist der FDP-Politiker, dessen eigene Partei ihn nicht nominieren wollte, damit nicht gekommen: Am Ende seiner unabhängigen Kandidatur stehen knapp 6 Prozent. Von seinem selbst gesetzten Ziel, Bernadette Weyland zu übertrumpfen und in die Stichwahl gegen Peter Feldmann zu ziehen, ist wenig übrig geblieben.

Bernadette Weyland hat die Pflicht erfüllt - mehr aber auch nicht. Die hat es in die Stichwahl gegen Amtsinhaber Peter Feldmann geschafft. Aber dabei bleibt die Zweitplatzierte weit hinter den Erwartungen zurück. Nur knapp 24 Prozent der Frankfurter haben ihre ihre Stimme gegeben. Weyland hat im Wahlkampf nie richtig Tritt gefasst. Das spiegelt sich im Wahlergebnis wieder.

Es hätte so schön sein können. Knapp 90 Minuten lang - zwischen 18.30 Uhr und 20 Uhr - konnten die Frankfurter sich als mustergültige Demokraten fühlen. 57,8 Prozent der Wahlberechtigten seien zu den Urnen gegangen, hatte die Wahlleiterin am frühen Abend verkündet, nach Auszählung mehrerer repräsentativer Bezirke. Was für ein Wert! Rund 20 Prozent mehr als bei der letzten Wahl! Und, überhaupt: Mehr als 50 Prozent Wahlbeteiligung bei einer OB-Wahl, das hatte es zuletzt in den 90ern gegeben! Aber, wie das so ist mit der Statistik: Die Bezirke entpuppten sich im Nachhinein als nicht-repräsentativ. Und die Wahlbeteiligung landete, irgendwann gegen 20 Uhr, bei 37 Prozent - noch unter dem Wert von 2012. Wie gerne wären wir die Demokratie-Hochburg Deutschlands geworden. Es hat dann doch nur zum Mittelmaß gereicht.

24,6 Prozent der wahlberechtigten Griesheimer - - haben gewählt. Damit ist Griesheim, was die Wahlbeteiligung betrifft, das Schlusslicht unter den Frankfurter Stadtteilen. Da geht noch was!

Keiner aus der bunten Truppe der übrigen Kandidaten hat es auf einen nennenswerten Stimmenanteil gebracht. Nico Wehnemann (Die Partei), , schaffte nicht einmal Platz sechs und erhielt weniger Stimmen als Michael Weingärtner (Freie Wähler). Respektabel sind die 0,8 Prozent von Karsten Schloberg.

Die übrigen Bewerber müssen sich fragen lassen, ob sie sich nicht besser anderweitig politisch engagiert hätten, als bei der OB-Wahl bedeutungslose Zählkandidaten zu geben.

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