Wolkenkratzer und Wohntürme

Vier Hochhäuser im Bankenviertel geplant

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Die Skyline bekommt Zuwachs: Vier neue Hochhäuser, darunter zwei Wohntürme, sollen im Bankenviertel entstehen. Schon im kommenden Jahr könnte es losgehen.

Totgesagte leben länger: Der 228 Meter hohe Wolkenkratzer mit dem Arbeitstitel „Max“, für den vor 16 Jahren schon einmal ein Entwurf erstellt wurde, schien längst für immer in den Schubladen verschwunden zu sein. Doch jetzt soll er doch noch gebaut werden; das Hochhaus auf dem früheren Deutsche-Bank-Areal zwischen Junghofstraße und Großer Gallusstraße, ganz in der Nähe des Goetheplatzes, wäre mit 59 Stockwerken das dritthöchste in Frankfurt.

Vorgesehen ist der Turm im Entwurf des Amsterdamer Architekturbüros UN Studio, das von Städel-Professor Ben van Berkel geleitet wird. Es hatte sich im städtebaulichen Ideenwettbewerb, den der Frankfurter Projektentwickler Groß & Partner ausgeschrieben hatte, gegen neun Konkurrenten durchgesetzt. Insgesamt sieht UN Studio vier Hochhäuser auf dem Areal vor. Neben dem 228-Meter-Turm ist ein weiteres Bürohochhaus mit 100 Meter Höhe vorgesehen. Außerdem sind zwei Wohntürme mit insgesamt rund 600 Wohnungen geplant, deren Höhe sich irgendwo dazwischen bewegen wird. Die Architektur wird in einem eigenen Wettbewerb ermittelt, der in etwa acht Wochen entschieden sein soll.

Für die Neubebauung weichen muss der 1971 fertiggestellte 93-Meter-Turm an der Großen Gallusstraße, in dem derzeit noch das Händlerzentrum der Deutschen Bank untergebracht ist. Erhalten bleiben soll hingegen zumindest die Fassade des denkmalgeschützten 50er-Jahre-Gebäudes in der Junghofstraße, wie Philipp Cronemeyer erläuterte, Projektmanager bei Groß & Partner. Allerdings soll es an zwei Stellen Durchbrüche geben, um neue Zugänge zu schaffen. Die Wegeführung durch das bisher abgeschottete Gelände war ein Grund für die Jury, den Entwurf von UN Studio auszuzeichnen, sagte Cronemeyer. Außerdem sei es den Architekten gelungen, die Hochhäuser so anzuordnen, dass sie gut belichtet und belüftet sind.

Neben den Büros und Wohnungen sind in der sechsgeschossigen Sockelbebauung Einzelhandel und Gastronomie sowie eine Kindertagesstätte vorgesehen. Wo die zwei geplanten Hotels untergebracht werden, steht noch nicht fest. Auf dem Sockelgebäude könnte ein öffentlich zugänglicher Dachgarten entstehen. „Etwas Vergleichbares wird es in keiner anderen deutschen Stadt geben“, sagte Jürgen Groß, Inhaber von Groß & Partner.

Insgesamt wird das Areal nach dem Entwurf deutlich dichter bebaut sein als bisher. „Das ist so mit uns abgesprochen“, sagte Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne). „Wir halten eine höhere Dichte für städtebaulich wünschenswert.“ Das Bankenviertel sei ohnehin eine der am dichtesten bebauten Gegenden Deutschlands und werde durch die geplante Neubebauung deutlich belebt. Auf der Basis des Siegerentwurfs werde jetzt eine Änderung des Bebauungsplans vorbereitet.

Die Bauarbeiten werden voraussichtlich im nächsten Jahr beginnen, 2020 könnten, wenn alles problemlos verläuft, die ersten Gebäude bezogen werden.

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