Sie sind stinksauer, weil die Wilhelmshöher Straße vor ihrer Haustür für 13 Monate voll gesperrt werden soll: (von links) Felix Weihnacht, Mina Mechbal, Hans Jürgen Lungwitz. Dass die Straße saniert wird, halten aber auch sie für notwendig. foto: Enrico Sauda
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Sie sind stinksauer, weil die Wilhelmshöher Straße vor ihrer Haustür für 13 Monate voll gesperrt werden soll: (von links) Felix Weihnacht, Mina Mechbal, Hans Jürgen Lungwitz. Dass die Straße saniert wird, halten aber auch sie für notwendig.

Seckbach: Großbaustelle

Vollsperrung ist nicht gleich Vollsperrung

Ab 15. März wird die Wilhelmshöher saniert - Antworten auf die wichtigsten Fragen

Als Felix Weihnacht die Infobroschüre des Amts für Straßenbau und Erschließung zur Sanierung der Wilhelmshöher Straße las, dachte er so etwas wie: "Das war aber anders angekündigt worden." Auf der Ortsbeiratssitzung im Dezember 2019, als das Projekt erstmals vorgestellt wurde, hieß es noch, das Baufeld werde maximal 20 Meter lang sein und nach sechs Wochen würden die Arbeiten weiterwandern. Nun war zu lesen, dass ab 15. März der gesamte Abschnitt zwischen Atzelbergstraße und Am Atzelberg gesperrt werden soll.

Mit anderen Anwohnern vereinbarte er schnell ein Treffen. Nun tauschen sie sich in einem Internetforum (wilhelmshoeher.xobor.de) über Fragen rund um die Sanierung aus. Die halten sie für richtig, nur "dass wir 13 Monate eingesperrt werden sollen, darüber sind wir erbost", sagt Weihnacht. Ebenso darüber, dass es keine Lösung dafür gibt, wo die Seckbacher, vor deren Haus nun die Straße aufgerissen wird, parken sollen. Aber: Für Anwohner ist Vollsperrung nicht gleich Vollsperrung. Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Die Arbeiten beginnen mit dem ersten und zweiten Bauabschnitt am 15. März von der Atzelbergstraße bis zur Straße Am Atzelberg und dauern rund 13 Monate. Heißt das, die Anwohner kommen für 13 Monate mit dem Auto nicht mehr zu ihrem Grundstück?

Das heißt es nicht. Die Zufahrt ist für Anwohner "eingeschränkt möglich", sagt Ulrich Rendel, stellvertretender Leiter des ASE. Die Straße wird eine Schotterpiste sein und auf der Baustelle haben Baufahrzeuge Vorrang. Aber: "Das Baufeld, also der Teil an dem gerade gearbeitet wird, ist kleiner als der Bauabschnitt zwischen Atzelbergstraße und Am Atzelberg." Rund 20 Meter ist ein Baufeld lang. "Das kann variieren", sagt Rendel. Liegt es direkt vor der Einfahrt, kann es sein, dass man mit dem Auto nicht auf sein Grundstück kommt. Über die Abschnitte, wo gerade nicht gearbeitet wird, werde man aber fahren können. Parken ist auf dem ganzen Bauabschnitt nicht möglich, aber auf dem eigenen Grundstück.

Die Müllabfuhr wird nicht mehr kommen. Muss ich meine Müllbeutel bis zu diesen Müllsammelstellen tragen?

Für die Müllabfuhr werden sogenannte Müllsammelstellen eingerichtet. Man kann seinen Müll aber wie bisher in seinen Tonnen am Haus entsorgen. Die Baufirma holt die Tonnen ab, bringt sie zu den Sammelstellen und nach Leerung wieder zurück. Für Anwohner ändert sich also nichts.

Und im Notfall? Wenn die Straße metertief aufgerissen ist, dann kommt doch kein Krankenwagen durch, oder?

Die Baugruben werden maximal auf eine Länge von 20 Metern aufgerissen, so dass Rettungskräfte zu jeder Zeit jeden Baustellenabschnitt passieren können, sagt der stellvertretende ASE-Leiter.

Was, wenn jemand nicht gut laufen kann, aber etwa zur Physiotherapie gefahren werden muss?

"Ältere Menschen, die zur Physiotherapie gefahren werden müssen, wenden sich bitte an das Baustelleninformationsmanagement, damit wir Lösungen finden können", antwortet Rendel. Das gilt auch für Anwohner, die mit einem Transporter an die Wohnung fahren müssen. Die Nummer dafür ist: (069) 870 04 04 60.

Wie kommen Post und Pakete zu den Anwohnern?

An der Post- und Paketzustellung ändert sich nichts, sagt Rendel. Für die Postboten kann der Weg aber beschwerlicher werden.

Ist die Zufahrt zur Straße Am Atzelberg ab 15. März mit dem Auto noch möglich?

"Anwohner können von der Heinz-Herbert-Karry-Straße kommend bis zur Straße Am Atzelberg vorfahren", sagt Rendel, "und in die Straße einfahren."

Viele Seckbacher suchen nun neue Parkplätze. Gibt es eine Lösung für das zu erwartende Parkproblem?

Die Stadt habe bei mehreren Grundstückseigentümern angefragt, sagt Rendel, aber alle Anfragen fielen negativ aus. Hinweise aus der Bevölkerung wolle das ASE aber prüfen.

Wann werden die Arbeiten voraussichtlich am Bauabschnitt 3 und 4 beginnen?

Die Arbeiten in der Bauphase 3 (Am Atzelberg bis Hufelandhaus) beginnen im Frühsommer 2022, in Bauphase 4 (Hufelandhaus bis Heinz-Herbert-Karry-Straße) rund ein Jahr später im Frühsommer 2023. Friedrich Reinhardt

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