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Von der Hundewiese zum Abenteuerland

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Von: Judith Dietermann

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Von Beginn an wurden die Kinder und Jugendlichen in den Bau des Colorado Parks eingebunden. Sie haben den Spielplatz zu dem gemacht, was er heute ist. FOTO:
Von Beginn an wurden die Kinder und Jugendlichen in den Bau des Colorado Parks eingebunden. Sie haben den Spielplatz zu dem gemacht, was er heute ist. FOTO: © privat

Vor 25 Jahren wurde an der Raimundstraße der Spielplatz Colorado Park eröffnet

Als zu Beginn der 1990er Jahre die Amerikaner die Housing Area Platensiedlung verließen, hinterließen sie nicht nur leere Wohnungen. Sondern auch eine große Brache an der Ecke Paquet-/ Raimundstraße. Eine wild gewachsene Grünfläche, die von den Anwohnern als Hundeklo missbraucht wurde. Bis dort etwas geschaffen wurde, was bis heute Strahlkraft über den Stadtteil hinaus hat: der Colorado Park, der dort heute vor genau 25 Jahren, am 1. März 1997, eröffnet wurde. Betrieben wird er seitdem vom Abenteuerspielplatz Riederwald, der auch am Günthersburgpark eine Dependance hat.

Mittlerweile erinnert auf der Fläche nichts mehr an das Hundeklo von einst. Im Gegenteil. Dort entstanden ist ein Paradies für Kinder und Jugendliche. Zwischen hochgewachsenen Bäumen und Hügeln können sie ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Es gibt wohl kein Kinde aus Ginnheim oder den Nachbarstadtteilen, das dort nicht seine kreativen Spuren hinterlassen hat.

Die Kinder mit einzubinden war stets ein Ziel von Beate Eichler und Hagga Bühler, die den Spielplatz von Beginn an 20 Jahre lang leiteten. Und ihn zu dem machten, was er heute ist. "Die ersten Tage habe ich mehrmals meine Schuhe gewechselt. Der Boden war mit wilden Brombeeren überwuchert. Wochenlang haben wir mit der Machete gearbeitet und das Gelände platt gemacht, damit hier Kinder spielen und Hütten gebaut werden", erinnerte sich Bühler bei seinem Abschied vor knapp fünf Jahren. Mittlerweile lebt der Bildhauer in Franken, viele Werke auf dem Gelände erinnern nach wie vor an ihn. Wie der Marterpfahl mitten auf dem Gelände, der den Bezug zu dem Motto herstellt, unter dem der Spielplatz damals entwickelt wurde: Vereinigte Staaten von Amerika, wegen des Bezugs zur Housing Area. So sollten nicht nur Hütten gebaut werden, sondern eine Mainstreet mit einem Saloon und einem Jailhouse entstehen oder aber auch ein Mississippi-Dampfer. Mit Unterstützung des Botanischen Gartens wurden insgesamt 300 amerikanische Pflanzen in das Gelände eingebracht, darunter einige Redwood-Trees, von denen zur Eröffnung des Platzes eine von der damaligen amtierenden amerikanischen Generalkonsulin, Janet Andres gepflanzt wurde.

Erdaushub kam vom Riedberg

In den Folgejahren wurde immer beim Wechsel eines amerikanischen Generalkonsuls alle drei Jahre ein weiterer sogenannter Mammutbaum gepflanzt, von denen einige heute schon eine beträchtliche Höhe erreicht haben. Um den Namen des Platzes, der einerseits Buntheit und Vielfalt ausdrückt, andererseits aber auch einem amerikanischen Bundesstaat entspricht, wurden zudem drei sogenannte Colorado-Tannen angepflanzt. Die Hügel wurden übrigens aus der auf dem Riedberg ausgehobenen Erde aufgeschüttet, denn zeitgleich wurde der dortige Stadtteil realisiert.

Das, was daraufhin mit Säge, Hammer, Holz und Farbe zwischen den Bäumen und Hügeln entstand, waren schließlich die Kinder und Jugendlichen, die den Spielplatz besuchten. Denn dort war nichts vorgefertigt, die Kinder sollten sich stattdessen ihre eigene Welt erschaffen. "Ihr Zauberland", wie Hagga Bühler stets sagte. Denn ihre Coolness legten die Kids am Eingangstor ab, im Colorado-Park seien sie alle gleich. In dem es trotzdem Regeln gibt, den Sportlichkeit und Fairness werden nach wie vor große geschrieben. Wie auch das Miteinander. Daran hat sich auch nach 25 Jahren nichts geändert.

judith dietermann

Es wird gefeiert

Die Jubiläumsveranstaltung findet am Sonntag, 22. Mai von 14 bis 18 Uhr auf dem Spielplatzgelände, Raimundstraße, statt. Mehr Infos gibt es unter www.abenteuerspielplatz.de.

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