Geschäftsfrau, Schauspielerin, Society-Lady und Helferin: Die Unternehmerin Ayfer Arslan steht in ihrem neuen Domizil in Seckbach. Ihr Geschäft im Reuterweg hat sie geschlossen.
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Geschäftsfrau, Schauspielerin, Society-Lady und Helferin: Die Unternehmerin Ayfer Arslan steht in ihrem neuen Domizil in Seckbach. Ihr Geschäft im Reuterweg hat sie geschlossen.

Menschen in Frankfurt

Von der Mode-Lady zur Helferin

  • VonEnrico Sauda
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Sie stattet die Damen der Hautevolee mit Garderoben für den roten Teppich aus und schreitet nicht selten selbst über selbigen: Ayfer Arslan.

Die Frankfurter Society-Lady suchte nun nach Veränderung im Leben und hat sie gefunden: Sie hat ihren Laden im Reuterweg, ein Geschäft über zwei Stockwerke mit mehreren Hundert Quadratmetern Fläche, verlassen und ist nach Seckbach gezogen. Dort ist es kleiner; gemütlich und luxuriös zugleich und mit großem Garten. "Ich wollte mich verkleinern, nicht verschlechtern", sagt sie. Und das ist der Mutter einer Tochter durchaus gelungen. "Das Geschäftskonzept von früher, das funktioniert einfach nicht mehr", erklärt sie ihre Entscheidung, nach mehr als zehn Jahren den Standort und den eingeschlagenen Weg zu verlassen.

"Der Laden war die vergangenen eineinhalb Jahre geschlossen. Und mit den Corona-Auflagen war es mir unmöglich, ihn weiter zu betreiben", sagte sie. "Er war Boutique, Kosmetikstudio, Friseur und Agentur in einem. Ich hatte sehr viel Kundinnenkontakt." Und sie stellte fest: "Die Kundinnen haben sich verändert. Viele stylen sich selbst, haben wegen Corona ihre Prioritäten anders gesetzt. Sie haben gelernt, dass sie nicht mehr perfekt sein müssen." Aber sie wollte auch nicht mehr die Verantwortung für den Laden und die Angestellten.

Doch aufgeben, das ist für die starke Frau mit türkischen Wurzeln Ende 40 keine Option. Sie behielt ihre Agentur und sattelte auf Nahrungsergänzungsmittel um. "Das war auch das, was während der Pandemie Geld gebracht hat." An die Rücklagen musste sie trotzdem ran. "Es ist nichts mehr übrig, ich muss von null anfangen." Das schreckte sie aber nicht, die sich in den vergangenen Jahren auch als Schauspielerin einen Namen gemacht hat (wir berichteten). Sie rief ihr neues Unternehmen "The Diva Fabulous" ins Leben. Es geht weiterhin um Nahrungsergänzungsmittel, hinzu kam alternative Naturheilkraft. "Das sind Konzepte, die ich seit gut zehn Jahren mit mir herumtrage, mit denen ich mich beschäftige, aber bis dahin nur so am Rande", sagt sie. Das änderte sich. "Ich merkte, dass ich sehr vielen Menschen mit meinem Wissen helfen kann. So habe ich mich intensiv den Naturheilverfahren im Eigenstudium gewidmet und ich will Menschen in allen Lebenslagen helfen: ob bei Depressionen, Hämorrhoiden oder Übergewicht." Dass sie wirken und gesund sind, habe sie am eigenen Leib getestet. "Hauptsächlich geht es um Vitamine, alles hochkonzentriert und zertifiziert. Meine Ware ist top."

Deshalb war sie 2019 oft in Indien, kaufte Inhaltsstoffe biozertifiziert in purer Version. Diese werden in Deutschland von einem Institut abgefüllt, nochmals zertifiziert und auf Reinheit überprüft. "Es ist ein Nischenprodukt und für Menschen gedacht, die auf Alternativheilkunde ausweichen wollen." Richtig los geht's im Januar. Derzeit läuft das meiste online. "Viele kaufen von mir und verkaufen es unter ihrem Namen weiter", sagt sie. Und: "Für mich ist Corona trotz aller Schwierigkeiten eine positive Erfahrung, weil ich mich aus dem Hamsterrad verabschieden konnte. Ich war schon lange nicht mehr glücklich".

Ihre Prioritäten haben sich verändert, sie hilft beispielsweise gern. Den Opfern der Flutkatastrophe an der Ahr etwa. "Freundinnen waren dort und halfen." Sie sammelte notwendige Sachspenden bei Bekannten. "Ruck, zuck hatte ich alles voll damit und habe dann festgestellt, dass ich zwar einen Lkw kriegen würde, aber dass es keine Fahrer dafür gab." Also traf Ayfer Arslan eine Entscheidung: Sie ging noch mal zur Fahrschule und machte den Lkw-Führerschein. Aber hingefahren ist sie dann doch nicht. Zu lange habe es mit der theoretischen und praktischen Prüfung gedauert. "Längst ist alles weg. Aber es gibt weiter reichlich zu tun!"

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