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Bahn koppelt Hochtaunus von Frankfurt ab: Fahrgäste müssen doppelt umsteigen

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Vom Taunus rollt die S5 nach Frankfurt - von Juli bis Oktober allerdings nicht mehr. Dann müssen Fahrgäste auf der Strecke von Bad Homburg nach Frankfurt zweimal umsteigen. Die Ausfälle werden auch Fahrgäste in diversen Teilen Frankfurts spüren.
Vom Taunus rollt die S5 nach Frankfurt - von Juli bis Oktober allerdings nicht mehr. Dann müssen Fahrgäste auf der Strecke von Bad Homburg nach Frankfurt zweimal umsteigen. Die Ausfälle werden auch Fahrgäste in diversen Teilen Frankfurts spüren. © Sebastian Gollnow/dpa

Wegen einer kaputten Brücke schränkt die Bahn das Angebot auf der S5 Frankfurt-Friedrichsdorf noch stärker ein. Die Folgen für Fahrgäste sind drastisch.

Frankfurt/Bad Homburg -Kurzfristig ab 2. Juli will die Deutsche Bahn den Hochtaunus von Frankfurt abkoppeln. Drei Monate lang sollen die Züge der S5 nur auf einer verkürzten Strecke fahren, Fahrgäste müssen sogar doppelt umsteigen. Zusammen mit der Vollsperrung der parallel verlaufenden Main-Weser-Bahn vom 9. Juli bis 2. September und der Sperrung der Haupt-U-Bahnstrecke der Linie U1, 2, 3 und 8 in den ersten beiden Ferienwochen wird das nördliche Umland auf der Schiene nahezu vollständig von der Metropole abgehängt.

Die Hiobsbotschaft für die Fahrgäste hat die Bahn bisher in ihrer Fahrplanauskunft versteckt. So wird die S5 vom 2. Juli bis 3. Oktober nur zwischen Frankfurt-Rödelheim und Oberursel sowie zwischen Oberursel und Friedrichsdorf fahren, bestätigt eine Sprecherin der S-Bahn Rhein-Main auf Nachfrage. Innerhalb Frankfurts entfallen die S5-Fahrten vollständig. Sprich: Wer vom Frankfurter zum Bad Homburger Hauptbahnhof möchte, muss die S3 oder S4 nach Rödelheim nehmen, dort in eine S5 nach Oberursel steigen und dort noch einmal in eine andere S5 nach Bad Homburg wechseln.

S-Bahn nach Frankfurt: Fahrgäste müssen zweimal umsteigen, Reisezeiten teils erheblich länger

Durch die zusätzlichen Umstiege verlängert sich die Reisezeit für Fahrgäste von sonst 24 Minuten in Fahrtrichtung Bad Homburg um elf und in Richtung Frankfurt sogar um satte 30 Minuten, räumt die Sprecherin ein. Der Inselbetrieb von Rödelheim bis Oberursel solle den Betrieb auf der S5 wieder zuverlässiger machen. Dort können die Züge derzeit nur eines der zwei Gleise benutzen, nachdem ein Lastwagen Anfang des Jahres gegen die über die A5 führende Bahnbrücke gefahren war.

Die Brücke muss nun zur Hälfte neu gebaut werden. Da der Stahl nur verzögert geliefert wird, musste die Bahn den Fertigstellungstermin bereits von Mai auf 24/25. September verschieben. Der eingleisige Betrieb sorgt seit Januar nicht nur für viele Verspätungen bei S5 und Taunusbahn. Er sei auch sehr personal- und zeitintensiv, da es dafür keine Signale gebe und die Befehle für alle Fahrten manuell telefonisch zwischen Lokführer und Stellwerk erfolgen müssten, heißt es von der Bahn.

S-Bahn nach Frankfurt: Taunusbahn fährt nicht mehr durch

Auch der Sicherheitsaspekt spielt wohl eine Rolle: Schließlich muss verhindert werden, dass zwei Bahnen auf dem eingleisigen Abschnitt kollidieren. Das Abkoppeln dieses Abschnitts vom übrigen Netz soll das lösen: Hier pendelt dann nur ein einziger Zug ständig hin und her.

Das hat allerdings auch Folgen für den Hintertaunus: Fallen bisher bereits fünf der bisher acht täglichen Direktverbindungen nach Frankfurt wegen der Engstelle aus, rollt die Taunusbahn vom 2. Juli bis 3. Oktober ausschließlich nur zwischen Bad Homburg und Brandoberndorf.

Frankfurt: Zwei Wochen lang fehlt auch die U3 als Alternative aus dem Taunus

Zumindest zwischen Oberursel und Frankfurts Innenstadt gibt es mit der U3 eine Alternative. Allein: Diese Linie wird in den ersten zwei Sommerferienwochen vom 25. Juli bis 7. August unterbrochen - zusammen mit U1, U2 und U8. Wegen Gleisbauarbeiten fahren Ersatzbusse zwischen Weißer Stein und Miquel-/Adickesallee. So wie es aussieht, wird es in diesen zwei Wochen keine einzige Direktverbindung zwischen dem Frankfurter Stadtzentrum und dem Hochtaunuskreis mehr geben.

Selbst innerhalb Frankfurts werden die massiven Ausdünnungen spürbar sein. Schließlich fehlen auf der stark frequentierten S-Bahn-Strecke zwischen Hauptbahnhof und Westbahnhof vier Fahrten pro Stunde. Immerhin fährt neben S3/S4 auch die S6 weiter alle 15 Minuten zwischen Süd- und Westbahnhof.

S-Bahnen fehlen als Alternative, wenn Straßenbahnstrecke zum Hauptbahnhof gesperrt wird

Das um die S5 reduzierte Angebot dürften sogar nicht wenige Fahrgäste aus dem Gallus, Griesheim, Nied und Höchst zu spüren bekommen. Vom 15. August an saniert die Verkehrsgesellschaft (VGF) die Gleise im Bereich Mainzer Landstraße/Ludwigstraße. Deshalb rollen in den letzten drei Ferienwochen die Straßenbahnen 11, 14 und 21 in der Mainzer Landstraße nicht, die sonst als Ersatz zwischen Galluswarte und Hauptbahnhof Frankfurt verfügbar gewesen wären.

Zwischen Rebstöcker Straße und Platz der Republik ist die Strecke voll gesperrt. Immerhin: Es werde einen Bus-Ersatzverkehr zwischen Mönchhofstraße und Hohenstaufenstraße geben, kündigt die Nahverkehrsorganisation Traffiq an. An der Hohenstaufenstraße gibt es einen Zugang zur U4-Haltestelle Festhalle/Messe. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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