1. Startseite
  2. Frankfurt

Von Morgen an ein neuer Treffpunkt

Erstellt:

Von: Alexandra Flieth

Kommentare

Freuen sich schon auf die ersten Gäste im Nachbarschaftscafé (v.l.):
Freuen sich schon auf die ersten Gäste im Nachbarschaftscafé (v.l.): © hamerski

Café Tassilo erinnert an den jüngst verstorbenen Architekten

Viel Tageslicht dringt durch die Fenster des ehemaligen Gemeindehauses im Gerhardt-Hauptmann-Ring 398: "Tassilo-Sittmann-Haus" steht in großen Lettern an der Außenfassade geschrieben, benannt nach dem erst vor wenigen Tagen verstorbenen renommierten Frankfurter Architekten (wir berichteten). Zusammen mit seinem Kollegen Walter Schwagenscheidt (1886 - 1968) hatte Sittmann einst die Nordweststadt geplant. Das 1969 entworfene Gemeindehaus, das bis 2001 von der Evangelisch-reformierten Gemeinde genutzt wurde, trägt seit dem Abschluss der Sanierungsarbeiten im vergangenen Jahr seinen Namen. Es ist heute ein Ort, an dem Begegnung für Menschen aus dem Stadtteil möglich gemacht wird - auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Eine dieser Möglichkeiten eröffnet am morgigen Sonntag, 1. Mai, um 14 Uhr seine Türen - das "Café Tassilo" im Untergeschoss des Hauses mit Außenterrasse.

Zum Glück nicht abgerissen

Der Verein zur Organisation des Kultur- und Sozialzentrums Gerhardt-Hauptmann-Ring 398 (VOKUS 398) ist die treibende Kraft hinter dem Café. Dieser hat sich vor mehr als zehn Jahren gegründet, um sich dafür einzusetzen, das seit 2007 unter Denkmalschutz stehende Haus für die Menschen im Stadtteil zu erhalten. Das Gebäude sollte nach dem Auszug der Evangelisch-reformierten Gemeinde 2001 zunächst abgerissen werden, um Reihenhäuser zu bauen. Doch das Vorhaben scheiterte am Geldmangel gleich dreier Investoren. Stattdessen verfiel es zusehend - durch das Engagement des Vereins und dem Erwerb des Hauses durch die Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG) startete schließlich 2018 die Sanierung. Fotos im Foyer dokumentieren diesen Prozess. Seit Mitte 2021 wird hier auch regelmäßig eine Sozialberatung angeboten, die durch eine Kooperation von Diakonie und Caritas möglich ist.

Ehrenamtlich organisieren Mitglieder von VOKUS 398 jetzt das Café-Angebot im Haus. Sie kooperieren hierfür eng mit der gemeinnützigen Gesellschaft "smart work", die Mieterin des Gebäudes ist und Menschen ab 25 Jahren durch eine duale Nachqualifizierung in handwerklichen und kaufmännischen Berufen auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. Die Räume des Cafés im Untergeschoss werden schon jetzt regelmäßig für Sprachunterricht genutzt - der geplante Café-Betrieb ist indes erst nach Aufhebung der Corona-Maßnahmen möglich und soll künftig immer freitags und sonntags von 14 bis 18 Uhr dort angeboten werden, erzählt es Jutta Trauner vom Vorstand des Vereins. Sie kümmert sich um die Organisation des "Café Tassilo".

Die große weiße Küche im Landhausstil ist der Blickfang in dem lichtdurchfluteten Café-Raum und wurde von der früheren Sozialdezernentin der Stadt, Professor Daniela Birkenfeld (CDU) für dieses Projekt gespendet. Darauf steht bereits eine Vitrine, in der künftig die Kuchen für den Kaffeenachmittag aufbewahrt werden. Eine mobile Theke, die von einem Handwerker von "smart work" gebaut und dem Design der Küche angepasst wurde, dient unter anderem als Ablage für Teller und Tassen. Elektrogeräte wie der Kühlschrank oder die Kaffeemaschine wurden durch Spenden ermöglicht.

"Viele Nachbarn wünschen sich einen Ort im Stadtteil, an dem es möglich ist, sich zu treffen und auszutauschen", weiß Jutta Trauner. Gerade ältere Menschen, von denen viele alleine lebten, würden sich auf den Start des Café-Betriebes freuen. "Ich wünsche mir, dass die Menschen aus ihren Wohnungen herauskommen und Kontakte zueinander aufbauen", betont sie weiter.

Vielleicht auch ein Mittagstisch

Bis zu 24 Gäste finden Platz, außerdem gibt es gut 15 Außenplätze. Und sollte es dennoch einmal so voll werden, dann gebe es Möglichkeiten noch auf den dahinterliegenden Raum auszuweichen, sagt Trauner. Auch einen Mittagstisch könne man sich für die Zukunft dort vorstellen. Der Ort solle sich zu einem Nachbarschaftstreffpunkt entwickeln. Alexandra Flieth

Auch interessant

Kommentare