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Von Rödelheimern, die Geschichte schrieben

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Von: Alexandra Flieth

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Armin Kroneisen (l.), der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins und er Autor Hans Dieter Schneider .vor dem Wöhlerhaus in der
Armin Kroneisen (l.), der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins und er Autor Hans Dieter Schneider .vor dem Wöhlerhaus in der © Hamerski

Kaufleute, Maler und Gelehrte - Neuer Band zeichnet Lebensbilder von 40 Persönlichkeiten nach

Vor dem Wöhlerhaus in der Assenheimer Straße 15 ist ein Fairteiler aufgebaut - aus Postkisten zusammengestellt, können Menschen dort Gegenstände des Alltags hineinstellen oder sich kostenlos mitnehmen. Dass das heutige Mehrfamilienhaus gleich dahinter eines mit Geschichte ist, wissen nur wenige. Seinen Namen trägt es nicht umsonst, wohnte hier doch im frühen 19. Jahrhundert August Anton Wöhler (1771 - 1850), der Vater des bis heute bekannten Chemikers Friedrich Wöhler (1800 - 1882). Das Gebäude selbst war einst Teil des Gutes der Grafschaft zu Solms-Rödelheim und Assenheim.

Handschriften entziffert

August Anton Wöhler ist in Frankfurt kein Unbekannter. "Er war einer der ersten Mitglieder der Polytechnischen Gesellschaft", erzählt Hans Dieter Schneider. Diese hieß damals noch "Gesellschaft zur Beförderung nützlicher Künste und deren Hilfswissenschaften". Schneider ist ein leidenschaftliche Hobbyhistoriker und Mitglied im Heimat- und Geschichtsverein Rödelheim (HGVR), obwohl er selbst am Dornbusch wohnt. Über sein Interesse an Geschichte und an der Entzifferung alter Handschriften sei er einst zum Verein gekommen. Das vergangene Jahr hat er dazu genutzt, um über Rödelheimer Persönlichkeiten zu recherchieren, seine Informationen habe er dabei aus Archiven bezogen. Als "Corona-Beschäftigung" bezeichnet er die von ihm selbst gewählte Aufgabe. Daraus entstanden ist der siebte Band der Reihe "Beiträge zur Rödelheimer Geschichte", deren Herausgeber der HGVR ist.

Das Werk ist gerade frisch erschienen und Armin Kroneisen, der Vereinsvorsitzende, überreicht Schneider die ersten Exemplare. Das Inhaltsverzeichnis verdeutlich, wie viele Recherchen in diesem Projekt stecken: in der 230 Seiten umfassenden Publikation werden 39 Persönlichkeiten Rödelheims vorgestellt, die in den vergangenen Jahrhunderten den Stadtteil geprägt, ihn inspiriert und wirtschaftlich vorangebracht haben. Menschen aus ganz unterschiedlichen Berufen und gesellschaftlichen Schichten, Adelige, Verleger, Kaufleute, Gelehrte oder Künstler. Jeder der Texte ist bebildert mit Gemälden, Zeichnungen, Stichen oder auch historischen Aufnahmen. Eine seiner zentralen Aufgaben sei es gewesen, die Bildrechte für den Abdruck in der Publikation einzuholen, erzählt Schneider.

August Anton Wöhler fällt in die Kategorie "Kaufleute und Gelehrte" und war ein Mann, dessen Wirken für den Stadtteil und für Frankfurt Hans Dieter Schneider sehr beeindruckt hat. Durch sein Wirken wurden unter anderem die Stiftung Blindenanstalt (1837) gegründet. Den Namen Wöhler findet man in Frankfurt noch an anderer Stelle: So sind eine Schule und eine Straße im Westend nach ihm benannt. Sein Grab ist in Rödelheim.

Als ehemaliger Teilnehmer des Projekts Stadtteilhistoriker der Polytechnischen Gesellschaft hat Schneider viel Erfahrung im Recherchieren und Schreiben. Auseinandergesetzt hat er sich schon damals mit einer Persönlichkeit aus Rödelheim: dem Justizrat Dr. Karl Hoffmann (1720 - 1829), der ebenfalls mit einem Beitrag in der aktuellen Publikation vertreten ist. Das Buch "Lebensbilder: Rödelheimer Persönlichkeiten" kostet 20 Euro und kann in der Schreibwaren- und Buchhandlung Pappmarché, Alexander Straße 27 erworben werden. alf

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