Gemeinsam gegen den Müll aktiv, hier am Höchster Bahnhof (v.li.): Christian Tack, Ellen Janik und Jürgen Schmitt.
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Gemeinsam gegen den Müll aktiv, hier am Höchster Bahnhof (v.li.): Christian Tack, Ellen Janik und Jürgen Schmitt.

Aufräumen in Griesheim und Höchst

Vor allem Kippen treiben sie zur Weißglut

  • vonAlexandra Flieth
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Engagierte Nachbarn machen dem Müll in den Stadtteilen den Garaus.

Christian Tack legt sich mit gelber Warnweste, Handschuhen und Müllgreifern ins Zeug; Er gehört zu denen, die dem Müll auf den Straßen von Höchst den Kampf angesagt haben und zieht einen Bollerwagen hinter sich her, in dem er den Dreck, den andere auf die Straße geworfen haben, in Müllbeuteln sammeln möchte.

Tack und seine Mitstreiter sind Bürger, die sich an diesem Vormittag seit langem wieder zum Müllsammeln vor dem "Greiffenclauschen Haus", dem Sitz der Vereinigung Höchster Altstadt an der Wed 13, treffen können. Die Gruppe "Höchst Sauber" musste in den vergangenen Monaten wegen der Corona-Pandemie pausieren. Engagierte wie Christian Tack haben trotzdem weitergemacht - alleine. Größere Gruppen sind auch jetzt noch nicht erlaubt. Wolfgang Reinhardt, Mitinitiator von "Höchst Sauber", bittet daher alle, maximal zu zweit oder zu dritt loszugehen. Rund zehn Leute sind zum Termin mit dabei, den der zweite Mitinitiator Heino Hollstein-Brinkmann als Neustart bezeichnet. Für die Engagierten in der Müllsammelgruppe soll es künftig noch eine Besonderheit geben: Gelbe Warnwesten, auf denen ein eigens dafür entwickeltes Logo von "Höchst Sauber" aufgedruckt sein soll - zur Wiedererkennung und zur Identifikation.

Gestaltet hat es Tanja Huckenbeck von höchst*schön, erzählt Hollstein-Brinkmann den Anwesenden und zeigt Ausdrucke des Logos. In stilisierter Form sind unter anderem die Justinuskirche und der Turm des Höchster Schlosses abgebildet sowie menschliche Figuren, die zwischen den Gebäuden und Bäumen Müll sammeln.

Die Krux mit den Zigarettenstummeln

Tack meldet sich zu Wort und sagt den anderen, dass er die Beete rund um das Bürgeramt am Bahnhof von Müll befreien möchte, bevor es später nicht mehr möglich sei, weil die Flächen dann mit den Rosen zugewachsen sind. Jürgen Schmitt vom Stadtteilbüro der Projektstadt / Nassauische Heimstätte und Ellen Janik, Mitglied im Ortsbeirat 6 (Die Linke) schließen sich ihm an, während sich andere Teilnehmer in Richtung Mainufer aufmachen. Am Bürgeramt zeigt sich die Herausforderung. Neben typischem Abfall wie Verpackungsmüll, sind es vor allem gebrauchte Masken und weggeworfene Zigarettenkippen, die sich auf allen Beeten finden. Ein Zigarettenstummel alleine reicht, sagen die Müllsammler, um rund 40 Liter Grundwasser zu verunreinigen, wenn er in die Kanalisation gelangt.

Gegen die Kippen möchte die Initiative schon beim nächsten Müllsammeltermin am Samstag, 26. Juni eine Aktion starten. "Wir werden kostenlos mobile Aschenbecher verteilen", erzählt Heino Hollstein-Brinkmann. Dafür hätten sie kleine Metalldosen mit Klickverschluss bestellt, auf die das neue Logo aufgedruckt werden soll. "Die kann man mitnehmen, bis zu zehn Zigarettenkippen darin sammeln, säubern und wiederverwenden", sagt er und zeigt eine der Dosen.

Das Problem mit den Zigarettenstummeln kennt auch Heike Löhr. Sie startete kürzlich in Griesheim-Nord die Initiative "Sauberes Frankfurt Griesheim", um dem Müll auf den Straßen den Kampf anzusagen - vor allem illegalen Sperrmüll auf Grünflächen. Nach einer ersten Aktion, in der viele größere Gegenstände entfernt wurden, fanden die rund 15 Freiwilligen diesmal zwar immer noch Sperrmüll, der nichts in der Natur oder auf den Straßen verloren hat. "Es ist aber schon viel weniger geworden", erzählt Heike Löhr. Am Ende kommt, neben den zusätzlichen Müllsäcken, die am Sammelplatz Ecke Foggenstraße / Zum Linnegraben zusammengetragen werden, dennoch auch Einiges zusammen. Dort ist auch Treffpunkt für die kommende Müllsammelaktion am 26. Juni um 9.30 Uhr. Dass so viele Menschen Müll nicht richtig entsorgen, führt die Griesheimerin vor allem darauf zurück, dass viele ihre Handlung nicht reflektieren - und das ärgert sie. Sie freut sich aber darüber, dass es künftig auch noch eine Initiative zum Müllsammeln für Alt-Griesheim geben soll. alexandra flieth

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