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Radeberger wirft Bierhaus Vertragsbruch vor: Wirt wehrt sich

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Von: Sören Rabe

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Wirt Jürgen Liller bei einer Protestaktion gegen das Auslaufen des Pachtvertrags im Bierhaus Oberrad. FOTO: rainer rüffer
Wirt Jürgen Liller bei einer Protestaktion gegen das Auslaufen des Pachtvertrags im Bierhaus Oberrad. © Rainer Rüffer

Das Bierhaus in Frankfurt-Oberrad steht vor der Schließung. Jetzt wirft die Radeberger Gruppe der Eintracht-Kneipe Vertragsbruch vor.

Frankfurt – Im Streit um den auslaufenden Vertrag mit der Pächterin im Bierhaus Oberrad, der Barth Gastro GmbH, zum 31. Dezember des Jahres hat sich jetzt die Radeberger Gruppe zu Wort gemeldet. „Die Gründe dafür sind vielfältig“, schreibt Claudia Geisler, Sprecherin der Binding-Brauerei.

Der Getränkebezug sei über einen längeren Zeitraum nicht vertragskonform verlaufen, „auch über mehrere Eskalationsstufen hinweg“, heißt es in der Stellungnahme. Außerdem hätten sich bisher nicht gekannte Schwierigkeiten in der Kommunikation ergeben, die die Partnerschaft mit der derzeitigen Pächterin erheblich belastet hätten. Immer wieder seien Gesprächsversuche seitens des zuständigen Gebietsleiters mit Pächterin und Wirt nicht nur abgelehnt oder gar nicht beantwortet worden – zuletzt habe man sogar eine Einladung für ein klärendes Gespräch zwischen allen Beteiligten ohne Rückkopplung im Sande verlaufen lassen „und beendete damit die partnerschaftliche Zusammenarbeit einseitig“. Das Auslaufenlassen des Vertrages sei die entsprechende Konsequenz. Das Enddatum könne daher auch keine Überraschung sein.

Radeberger Gruppe: Es gab Kommunikationsschwierigkeiten mit Frankfurter Kneipe

In Richtung Fans schreibt Claudia Geisler, dass „wir es natürlich verstehen können, dass diese nun mit viel Leidenschaft für Ihren Treffpunkt kämpfen“. Allerdings werde es diesen ja weiterhin geben, das Gastronomieobjekt werde als Stadtteiltreff in Oberrad weitergeführt, sogar in seinem Angebot wieder um eine Küche ergänzt und erweitert. „Wir würden uns freuen, wenn die Fans der Kneipe nachvollziehen können, dass ein Gastronom sich an Verträge und ein partnerschaftliches Miteinander halten muss, um ein Gastronomieobjekt zu halten und weiterzuführen - und dem Objekt auch zukünftig eine Chance geben“, so Geisler abschließend.

Wirt Jürgen Liller widerspricht allerdings dieser Darstellung der Brauerei-Gruppe. Zum einen sei der Radeberger-Vertreter „nicht einmal in den vergangenen Jahren selbst im Bierhaus gewesen“, zum anderen hätte Radeberger selbst immer wieder anberaumte Gespräche abgesagt. Den nicht vertragskonformen Getränkebezug erklärt Liller so: Der in Oberrad von Radeberger beauftragte Getränkehändler habe mehrmals Bestellungen vor Wochenenden oder Feiertagen nicht geliefert. Daraufhin habe man einen anderen Getränkehändler beauftragt und dies auch an Radeberger kommuniziert. „Wir haben dort ja kein Bitburger oder Becks bezogen, sondern genau dieselben Biere von Radeberger“, sagt Wirt Jürgen Liller. Alternativ hätte man auf dem Trockenen gesessen. Mittlerweile beziehe man die Getränke wieder über den alten Händler, da Radeberger wegen Vertragsbruch mit Kündigung gedroht habe.

Bierhaus in Frankfurt: Welche Rolle spielt der Getränkehändler?

Liller vermutet, dass der Ärger mit dem von Radeberger beauftragten Händler begann, als dieser als Lieferant der Gastwirtschaft bei der Spielvereinigung 05 herausfiel, die andere Kneipe, die von der Barth Gastro GmbH betrieben wird. „Da haben wir uns für einen anderen Getränkehändler entschieden“, sagt Liller, der das gesamte Vorgehen von Radeberger nicht verstehen kann. Schließlich hätten nicht sie vor fast zehn Jahren darum gebeten, das Bierhaus zu übernehmen. „Damals hat uns die Brauerei das Objekt angeboten.“ Die Barth Gastro GmbH habe es dann zu einer umsatzstarken Fan-Kneipe gemacht. (Sören Rabe)

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