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Am Rödelheimer Bahnhof wird die Pflanzsaison vorbereitet.

Gruppe "Bahnhofsgrün Rödelheim"

Vorbereitung für Wildwiese läuft

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Seit drei Jahren kümmern sich die Hobbygärtner der Gruppe „Bahnhofsgrün Rödelheim“ um die Instandhaltung Grünfläche am Bahnhof. Nachdem die geplante Wildwiese im vergangenen Jahr nicht wurde, wie geplant, versuchen sie es nun mit einer anderen Strategie.

Als am Nachmittag der Regen einsetzt, sind die fleißigen Gärtner am Bahnhof Rödelheim froh, dass sie schon so weit gekommen sind: Die Wildwiese entlang des Rampenaufgangs ist soweit abgeräumt und mit Steinerde bedeckt. Nun fehlt noch der Humus, der in die neue Oberfläche eingearbeitet werden muss und mit seinen Nährstoffen dafür sorgt, dass darauf ab Frühlingsbeginn eine wilde Wiese wuchern kann. Und saubergemacht werden muss auch noch, denn vor der Unterführung zu den Bahnsteigen haben sich Regenwasser und Erde zu einer braunen Pfütze vermischt.

Doch vorher legen die Naturliebhaber der 2013 gegründeten Gruppe „Bahnhofsgrün“ an ihrem ersten Arbeitstag des Jahres eine Pause ein. Unter den großen Nadelbäumen auf dem Baruch-Baschwitz-Platz sind sie vor Regen geschützt und haben auf einer blauen Plane ein kleines Picknick aufgebaut. Mit Stullen warten sie dick eingepackt darauf, weiterzumachen.

Die Idee sei aus einer gemeinsamen Initiative des Quartiersmanagements Rödelheim-West und des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) entstanden, erinnert sich Katrin Jurisch vom BUND: „Im Zuge der Umgestaltung des Rödelheimer Bahnhofs war hier eine Fläche entstanden, die ursprünglich das Grünflächenamt hätte bebauen sollen. Das hätte jedoch dazu geführt, dass sie im Frühling, Sommer und Herbst nur grün und eher langweilig aussieht. Wir wollten jedoch ein bisschen Farbe mit ins Spiel bringen, um den Bahnhof bunter zu gestalten.“

Wenn der Plan mit der Wildwiese, die im Sommer 2015 noch nicht gewachsen war, wie vorgesehen in diesem Jahr aufgeht, sollen hier ab Frühjahr 60 verschiedene Arten an Gräsern und Kräuter wachsen, die zu verschiedenen Zeiten in den unterschiedlichsten Farben blühen. Dazu verwenden die Gärtner als Grundlage Steinerde, die sie hier am Mittag großzügig auf dem südlichen Teil der Grünfläche verteilt haben. „In diese Mischung aus Erde und Steinen wird noch Kompost eingearbeitet, der für den nötigen Nährboden sorgen soll. Im nächsten Monat werden dann kleine Pflänzchen eingesetzt und Samenmischungen verteilt. Wenn der Plan diesmal aufgeht, wird es hier nach einiger Zeit bunt“, sagt Jurisch.

Worüber sich die Gruppe besonders freut, ist der Zuwachs, den sie seit dem vergangenen Jahr bekommen haben: Unter den Helfern sind an diesem Tag trotz des schlechten Wetters einige Erstlinge, unter anderem auch der 28-jährige Mohammed Ramand Arman, der seit vier Monaten in einer Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil lebt, und zwei seiner Mitbewohner.

„Wir haben von der Aktion erfahren und waren sofort begeistert, hier mitzugestalten“, erzählt der Afghane, der kaum ein halbes Jahr in Deutschland ist und schon begriffen hat, dass der Bahnhof die Visitenkarte des Stadtteils ist. „Fast jeder muss hier vorbei. Und nach der großen Unterstützung, die wir hier von unseren Nachbarn bekommen, freuen wir uns, damit auch etwas zurückzugeben.“

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