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Waffenverbotszone rund um Frankfurter Hauptbahnhof: Hier soll sie gelten

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Von: Johannes Skiba

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Münchener strasse street Bahnhofsviertel area central Frankfurt am Main state of Hesse Germany Europe (Peter Erik Forsberg)
Die Münchener Straße im Frankfurter Bahnhofsviertel soll nach dem geplanten Vorhaben der Polizei künftig ebenfalls Teil der Waffenverbotszone sein. © Forsberg/imago

Die Kriminalität im Frankfurter Bahnhofsviertel ist ein tiefgreifendes Problem. Jetzt soll zum Schutz eine Waffenverbotszone eingeführt werden.

Frankfurt – Seit Mitte September hat die Polizei Frankfurt ihre Maßnahmen im Frankfurter Bahnhofsviertel intensiviert. Nun spricht sich die Polizei in einer Pressemitteilung zur Einrichtung einer Waffenverbotszone in diesem Gebiet aus. Demnach dürfen keine Messer jeglicher Art sowie scharfkantige Gegenstände, die als Schlag-, Stich- oder Wurfwaffe verwendet werden können oder Pfefferspray in der Zeit zwischen 21 und 5 Uhr im Bahnhofsviertel mit sich geführt werden. Die Zone in Frankfurt soll sich von der Mainzer Landstraße im Norden bis zur Gutleutstraße im Süden sowie der Weserstraße im Osten und dem Hauptbahnhof im Westen erstrecken.

Der Frankfurter Polizeipräsident Stefan Müller begründet dies in der Mitteilung: „Ich bin überzeugt davon, dass eine Waffenverbotszone im Bahnhofsgebiet einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Sicherheit in Frankfurt leisten kann. Insbesondere Messer spielen viel zu oft eine gefährliche Rolle bei nächtlichen Auseinandersetzungen. Zu vorgerückter Stunde und unter Alkoholeinfluss wird häufig alles eingesetzt, was mitgeführt wird. Je früher wir also Waffen sicherstellen, desto besser, das ist unmittelbarer Opferschutz.“

Bahnhofsviertel: Seit Mitte September zahlreiche Festnahmen und Strafanzeigen in Frankfurt

Dennoch wäre eine solche Waffenverbotszone keine Ursachenbekämpfung des Kriminalitäts-Problems im Frankfurter Bahnhofsviertel. Das Vorhaben soll eher zum unmittelbaren Schutz der Bürgerinnen und Bürger eingesetzt werden. Müller ergänzt: „Die Einrichtung einer Waffenverbotszone in einem ausgewiesenen Teil des Frankfurter Bahnhofsgebiets ist kein Allheilmittel, aber ein zusätzlicher und wesentlicher Sicherheitsbaustein.“

Die geplante Waffenverbotszone im Frankfurter Bahnhofsviertel
Die geplante Waffenverbotszone im Frankfurter Bahnhofsviertel. © Polizei Frankfurt

Im Kampf gegen die zunehmenden Drogen- und Straßenkriminalität rund um den Frankfurter Hauptbahnhof verstärkt die Polizei seit September ihre Präsenz und Maßnahmen. Allein in dieser Zeit wurden 418 Strafanzeigen gestellt, 86 Ordnungswidrigkeiten aufgenommen, 78 Personen vorläufig festgenommen sowie 42 Haftbefehle vollstreckt. Diese Zahlen lassen aufhorchen. Zusätzlich hatten Anwohner der Niddastraße zuletzt einen privaten Sicherheitsdienst engagiert, deren Einsatz die Stadtpolizei aber untersagte.

Waffenverbotszone im Bahnhofsviertel: Politik und Polizei stimmen überein

Die geplante Waffenverbotszone soll zunächst für drei Jahre gelten und dann evaluiert werden. Auch im Frankfurter Rathaus findet diese Idee Anklang. Der sicherheitspolitische Sprecher der CDU im Römer Martin-Benedict Schäfer sagte schon Anfang Oktober bezüglich einer Waffenverbotszone im Bahnhofsviertel: „Wir sind froh, dass die Polizei ähnlich denkt.“ Auch die Ordnungsdezernentin Annette Rinn von der FDP befand, dass die mit einer Waffenverbotszone „verbundenen Eingriffe in die Grundrechte“ gerade nachts im Bahnhofsviertel hingenommen werden können. (jsk)

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