Ekelhafte Funde in Frankfurt: Revierförster Roman Brunner findet immer mehr Müll im Wald, achtlos von Menschen hingeworfen.
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Ekelhafte Funde in Frankfurt: Revierförster Roman Brunner findet immer mehr Müll im Wald, achtlos von Menschen hingeworfen.

Anwohner schlagen Alarm

Jetzt hat das Müll-Problem in Bergen-Enkheim drastische Folgen

Achtlos weggeworfener Müll in den Wäldern Frankfurts lockt Wildtiere an. Mehrere Bergen-Enkheimer meldeten Ende August, sie würden immer öfter Wildschweine und Waschbären im Frankfurter Stadtteil sehen.

Die Wildtiere würden sich am Müll im und um den Ort zu schaffen machen und immer näher an den Stadtteil heranrücken. Der Revierförster Roman Brunner ist davon alles andere als überrascht.

Denn wie an so vielen Stellen von Frankfurt ist auch der Wald rund um die Mainmetropole nicht von Vermüllung verschont. "Wir haben in Bergen-Enkheim zwei Müllplätze - dennoch werden Gartenabfälle, Erdhaufen und Hausmüll illegal im Wald abgelagert", erklärt der Experte auf einer abendlichen Tour durch die Wälder rund um Bergen-Enkheim und Fechenheim. Er kann nur noch den Kopf schütteln, während er sein Fahrzeug am Kleinmüllplatz von Enkheim vorbeisteuert. Denn vor den Toren liegen zahlreiche Müllsäcke und Teile aus Plastik. "Da waren wohl Leute außerhalb der Öffnungszeiten hier und haben einfach alles vor der Tür liegen lassen." Das ist nicht nur rücksichtslos gegenüber den Mitarbeitern dort, sondern auch untersagt.

Frankfurt Bergen-Enkheim: Essensreste locken Waschbären an

Weiter geht es, in den Wald hinein. Brunner stoppt an einer von Bäumen umgebenen Parkbank an. Hier steht ein Mülleimer. Der Inhalt stinkt, weil offene Essensreste und auch Hundekotbeutel darin entsorgt wurden. "Ich freue mich ja, wenn die Leute die Mülleimer benutzen. Aber die Kotbeutel und die Essensreste stinken doch ziemlich." Das sei für seine Mitarbeiter, welche die Mülleimer leeren, sehr unangenehm. Außerdem werde mit Essensresten das Tierproblem verschärft.

Keine 50 Meter vom übelriechenden Mülleimer entfernt steht das erste Wohngebäude. "Gerade Waschbären kriegen dann schnell heraus, dass in diesen Bereichen etwas zu holen ist und laufen in die Siedlungen hinein", erklärt Brunner. Die Waschbären suchten sich dann gern Verstecke in alten Scheunen oder Gemäuern. Sie sind nachtaktiv. Und sehr geschickt: Mit ihren Vorderpfoten können sie Deckel der für sie verlockend "duftenden" Mülltonnen leicht öffnen und durchwühlen.

Frankfurt: Müllproblem ist mit Corona schlimmer geworden

Wildschweine sind innerhalb der Siedlung noch keine gesichtet worden, hieß es in der Ortsbeiratssitzung im August, doch ein Problem stellen diese trotzdem dar: "Momentan gibt es eher im Ried und in den Brachflächen der Felder Wildschweine", sagt Brunner Die Tiere fänden dort gute Deckung und wühlen zum Leidwesen der Bauern in den Feldern. "Landwirte können dann Wildschaden anmelden. Den muss dann, je nach Pachtvertrag, der Jagdpächter möglicherweise bezahlen."

Rund um Bergen-Enkheim würden vermehrt Waschbären und Wildschweine geschossen, hieß es im Ortsbeirat auch. Doch sei das vermehrte Auftauchen der Wildtiere nur ein Symptom für die zunehmende Rücksichtslosigkeit der Menschen. Brunner sagt: "Zwei Mitarbeiter fahren regelmäßig die Hotspots ab. Das Müllproblem ist mit Corona schlimmer geworden". Gerade im Sommer würden viele Menschen ihren Unrat einfach in den Wald werfen.

Frankfurt: Waldbesucher sollten Restmüll mitnehmen

Er zeigt auf eine Kommode, die an einem Waldweg steht. Und fährt weitere Stellen an. Überall liegen benutzte Taschentücher und leere Zigarettenschachteln, ein großer Haufen Erde und zahlreiche Betonplatten wurden nahe des Parkplatzes des Fechenheimer Waldsees illegal "entsorgt". Eine Tonne, gefüllt mit kaputten Eimern und weiterem Plastikabfall, steht am Wegesrand. In der Nähe mehrerer Kleingartenanlagen verschmutzen Plastiksäcke mit Gartenabfällen und Hausmüll den Wald.

Brunner kann das nicht verstehen. Und nur einen Appel an die Menschen richten: "Die Leute sollen ihren Müll bitte wieder mitnehmen und nicht einfach im Wald abladen." Wer Pizza oder Döner im Wald esse, dürfe die Reste nicht einfach dort lassen - auch nicht im Mülleimer. Speisereste locken Wildtiere und auch Ratten an. Und die Bio-Abfälle in den heimischen Mülltonnen sollten so gut verpackt oder die Deckel so gesichert sein, dass die Waschbären dort nichts mehr zu wühlen haben. (Von Niklas Mag)

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