Die Seehofstraße ist eine wichtige Verbindung von der Stadt nach Oberrad. Sie soll einen Kreisverkehr erhalten und durchgehend zweispurig in beide Richtungen werden. Doch die angekündigten Pläne liegen seit 2017 offenbar in der Schublade. FOTO/Grafik: fnp
+
Die Seehofstraße ist eine wichtige Verbindung von der Stadt nach Oberrad. Sie soll einen Kreisverkehr erhalten und durchgehend zweispurig in beide Richtungen werden. Doch die angekündigten Pläne liegen seit 2017 offenbar in der Schublade. FOTO/Grafik: fnp

Verkehrsplanung

Umbau der Seehofstraße in Frankfurt: Pläne liegen seit vier Jahren vor – doch es geht nicht voran

  • VonStefanie Wehr
    schließen

Seit 2017 liegen die Pläne zur Sanierung und zum Umbau der Seehofstraße in Frankfurt vor. Aber wann beginnt der Umbau?

Frankfurt - Wann wird der vor gut vier Jahren von der Stadt angekündigte Umbau der Seehofstraße sowie der Kreuzung Seehofstraße/Offenbacher Landstraße endlich angegangen? Die Pläne wurden schon 2017 dem Ortsbeirat vorgestellt, die Stadtverordnetenversammlung hatte die Kosten abgesegnet. Seitdem ist nichts passiert.

Auf der Kreuzung soll laut städtischen Plänen ein Kreisverkehr entstehen, der die Verkehrswege übersichtlicher und vor allem sicherer für Fußgänger und Radfahrer machen soll. Schließlich ist auf der Ecke die ausgelagerte Mühlbergschule. Zudem fährt die Straßenbahn von der Heister- in die Seehofstraße und von dort auf die Offenbacher Landstraße zur Haltestelle Mühlberg.

Seehofstraße in Frankfurt: Grüne fordern breiteren Radfahrstreifen

Die Seehofstraße ist eine wichtige Verbindungsstrecke von Sachsenhausen nach Oberrad. Die schmale Straße wird vielbefahren. Zuletzt gab es im Ortsbeirat 5 Zoff, weil die Koalition aus CDU, SPD und FDP eine Linksabbiegerspur von Westen kommend in den Länderweg prüfen lassen will. Einen von den Grünen geforderten Radfahrstreifen zwischen Heisterstraße und Offenbacher Landstraße lehnte sie jedoch ab. Ein Radstreifen existiere dort bereits, gab die CDU zurück. Der sei aber nicht breit genug und sollte auf einem längeren Stück, nämlich schon ab Heisterstraße, zum regulären, mindestens 1,85 Meter breiten Radfahrstreifen werden, fordern die Grünen.

Der Streit zeigt, dass dort endlich etwas getan werden muss. Radfahrer fühlen sich nicht sicher, weil sie von Kraftfahrzeugen zu nah überholt werden. Viele Lkw führen zum Wertstoffhof der FES in der Seehofstraße, merkten zudem die Grünen an.

Frankfurt: Sanierung der Seehofstraße stünde nichts im Wege

Dem Beginn des Umbaus stünde nichts im Wege. Die Eisenbahnbrücke über die Seehofstraße wurde bereits 2014 erneuert. Die Straße kann also auf 26 Meter Breite vergrößert werden. Laut Planung soll die Seehofstraße zweistreifig ausgebaut werden. Zwischen dem Knotenpunkt Siemensstraße/Gerbermühlstraße und der Offenbacher Landstraße wäre Autoverkehr in beide Richtungen möglich. Von der Offenbacher kommend können Autofahrer dann rechts in die Seehofstraße einbiegen. Bislang ist sie auf diesem Abschnitt Einbahnstraße.

Radfahrer werden derzeit auf dem breiten Bürgersteig entlang geführt, was für Fußgänger nicht ideal ist - und auch nicht für die Radfahrer, denn ab der Eisenbahnbrücke ist der Gehweg von Hubbeln durchzogen und müsste dringend saniert werden.

Ferner sieht die fertige Planung beidseitige Gehwege und Radverkehrsanlagen vor und einen gemeinsam mit dem Kfz-Verkehr genutzten Straßenbahnkörper in der Mitte der Straße. Zudem soll es eine neue Straßenbahnhaltestelle "Heister-/Seehofstraße" in beiden Fahrtrichtungen geben.

Frankfurt: Pläne zum Umbau der Seehofstraße schon 2017 freigegeben

Die Straßenbahngleise sollen leicht versetzt durch den neuen Kreisverkehr auf der Kreuzung Seehof-/Offenbacher Landstraße führen, die Haltestelle Mühlberg neu gebaut werden. Insgesamt waren 2017 für den Umbau 7,8 Millionen Euro vorgesehen.

Die Linksabbiegespur in den Strahlenberger Weg wäre aus Sicht der Ortsbeiratskoalition sinnvoll, weil sich Autofahrer ohnehin links einordnen, um abzubiegen. "Die Straße wäre breit genug, um die Abbiegespur kenntlich zu machen", findet Martin Benedikt-Schäfer, Fraktionschef der CDU, der den Antrag gestellt hat. Die Grünen finden das nicht. "Mit ihrem Linksabbieger hat die Koalition gefährlichen Unfug beschlossen: Viele Autofahrer überholen Radfahrer auf der künftigen drei Meter breiten Geradeausspur verbotswidrig mit zu niedrigem Abstand oder weichen ebenfalls verbotswidrig auf die Linksabbiegerspur aus, wenn sie frei ist", so Cary Drud von den Grünen.

Ein Radfahrstreifen wäre sinnvoller, wenn es darum ginge, mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer herzustellen, findet er. "Radfahrer weichen dann nicht mehr auf den Fußweg aus, wo sie Fußgänger gefährden, und Autofahrer halten sich an die vorgeschriebenen Überholabstände." Der Ortsbeirat 5 greift das Thema auf der Sitzung am Freitag, 2. Juli, wieder auf. (Stefanie Wehr)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare