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Warnung und Mahnung: Brandgefahr erreicht fast höchste Stufe

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Von: Mark-Joachim Obert

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Hoch schlagen die Flammen auf dem Heiligenstock. Das Feuer am Sonntag hinterließ weitflächig verbrannte Erde.
Hoch schlagen die Flammen auf dem Heiligenstock. Das Feuer am Sonntag hinterließ weitflächig verbrannte Erde. © Rolf Oeser

Wer jetzt noch seine Kippe wegwirft oder sonst wie zündelt, spielt mit dem Feuer - Vorsicht unter Bäumen!

Frankfurt. Ein Bild der Verwüstung bietet sich auf dem Heiligenstock nahe Preungesheim. An der Radio-Ruine hat ein Feuer mehrere verbrannte Flächen hinterlassen. Schwarz sind sie, überall liegen verkohlte Stämme herum; es hat auch Bäume erwischt am vergangenen Sonntag, als es auf dem Heiligenstock brannte. Die Spuren dürften insgesamt eine Fläche von zwei Fußballfeldern einnehmen.

Eindrucksvoller und hoffentlich abschreckender kann einem nicht vor Augen geführt werden, was eine achtlos weggeworfene Zigarette oder sonstige Zündelei derzeit anrichten können. Und selbstredend gilt weiterhin hohe Brandgefahr auf Feldern, im Stadtwald, in den Grünanlagen und auf den Friedhöfen. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) liegt der Waldbrandgefahrenindex auf Stufe 4-5 von 5. Der Grasland-Feuerindex liegt auf Stufe 4 von 5.

"Helfen Sie mit zu schützen, seien Sie achtsam, dass es nicht zu Bränden kommt", appelliert Klima- und Umweltdezernentin Heilig (Grüne) einmal mehr: "Waldbrände werden fast immer von Menschen verursacht. Durch Brandstiftung oder Fahrlässigkeit, weniger durch Blitze oder andere Ereignisse. Dies gilt auch in den Grünanlagen." Die trockenen Rasenflächen in den Parks oder auf den Friedhöfen werden im Sommer wegen der Wasserknappheit nicht gewässert.

Gerade erst am Montagabend musste die Feuerwehr in den Stadtwald ausrücken, nahe Schwanheim und nahe Zeppelinheim war es den Einsatzkräften zu verdanken, dass sich die Flammen auf nicht mehr als 300 beziehungsweise 50 Quadratmetern breit machten. Deshalb werden Waldbesucher werden um höchste Vorsicht und umsichtiges Verhalten gebeten. Schranken und Wege müssen freigehalten werden, damit im Notfall Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge schnell in den Wald kommen. Rauchen und offenes Feuer sind im Wald grundsätzlich nicht gestattet. Angesichts der anhaltenden Trockenheit schließt Heilig nicht mehr aus, Teile des Waldes zu sperren. "Jeder Funke kann einen Brand entfachen. Nicht nur im Wald selbst, sondern auch entlang der Straßen und Wege im Wald. Viele der Waldbrände sind am Rande der Wege entstanden, vermutlich durch weggeworfene Zigarettenkippen", warnt die Stadträtin.

Die Förster des Grünflächenamtes widmeten daher der Brandgefahr derzeit besondere Aufmerksamkeit. Aber auch die Bevölkerung wird um Mithilfe gebeten. Heilig an die Bürger: "Wer einen Brand oder eine Gefahrenquelle entdecken, rufen Sie bitte umgehend die Notrufnummer 112 an."

Astbruch im Garten: Familie hat noch Glück

Noch eine weitere Gefahr droht: sogenannte Grünastbrüche in Parks und Grünanlagen. "Selbst augenscheinlich gesunde Bäume können betroffen sein", warnt die Umweltdezernentin. Deshalb ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten - überall, wo Bäume stehen, also auch in den Straßen und vor allem auch in privaten Gärten. Noch Glück hatte dieser Tage eine Familie am Dornbusch: In ihrer Abwesenheit krachte ein zwei Meter langer, gut 15 Kilogramm schwerer Ast auf den Rasen. Nicht nur, aber besonders gefährlich wird es natürlich bei Sturm, Starkregenereignissen und Gewittern. Dann brechen die vorgeschädigten Äste besonders leicht.

Hauptursache für das Abbrechen voll belaubter Äste ist eine unzureichende Wasserversorgung, wodurch insbesondere der Zelldruck und somit die Spannung auf der Oberseite der Äste nachlässt. In der Folge kann es dann zum Ausbrechen ansonsten völlig gesunder und belaubter, im Einzelfall auch stärkerer Äste kommen.

In den vergangenen Jahren war dieses Phänomen in Frankfurt vermehrt bei Pappeln, Rosskastanien, Eschen und Buchen festzustellen. Aber auch andere Baumarten sind angesichts der extrem ausgetrockneten Böden vermehrt betroffen. "Grünastabbrüche sind nicht vorhersehbar, trotz regelmäßiger Kontrollen", sagt die Dezernentin.

Bei Schäden in den öffentlichen Grünflächen, im Stadtwald und an den Straßenrändern ist deshalb das Grünflächenamt unter der Rufnummer (069) 212-30991 zu informieren. Bei Abbrüchen auf allen anderen Flächen ist der Notruf der Feuerwehr zu wählen.

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