Johanna und Jan Binger verstehen nicht, warum die Box nicht aufgestellt wird - auch Hund Baileys schaut bedröppelt.
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Johanna und Jan Binger verstehen nicht, warum die Box nicht aufgestellt wird - auch Hund Baileys schaut bedröppelt.

Jahrelanges Warten in Sachsenhausen

Warten auf die Box mit den Hundekot-Tüten

  • vonStefanie Wehr
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Nach vier Jahren hat die Stadt immer noch keinen Spender für Hundebesitzer aufgestellt.

Zeit ist bekanntlich relativ. Vier Jahre können lang sein. Für eine Behörde ist dieser Zeitraum offenbar nicht länger als ein Wimpernschlag. Denn anders lässt sich kaum erklären, dass sich seit der ersten Anfrage des Ortsbeirates 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) nach einem neuen Hundekotbeutelspender für den Waldrand am Goetheturm im Jahre 2016 nichts getan hat.

Eine Patin ist schon längst gefunden

Denn kurz nach der Anfrage, im September 2016, sagte die Stadt dem Stadtteilgremium zu, dass der 2015 abgebaute Hundekottütenspender am Parkplatz am Goetheturm wieder aufgestellt wird, erinnert sich Ortsbeiratsmitglied Jan Binger (SPD). Lediglich die Patin oder der Pate, der regelmäßig nach dem rechten sieht und die Tüten auffüllt, müsse der Stadt mitgeteilt werden.

Das geschah alsbald: Als Patin erklärte sich Jan Bingers Frau Johanna bereit. Doch sie hat bis heute nichts von der Stadtverwaltung gehört. Die Sachsenhäuserin ist so gut wie jeden Tag selbst mit ihrem Hund Baileys im Wald unterwegs, für sie wäre es kein Problem, nachzuschauen, ob noch genug Tüten im Spender vorhanden sind. "Gerade jetzt zu Corona-Zeiten wäre es gut, wenn es wieder Tüten gäbe, denn es sind viele Hundebesitzer im Wald unterwegs", sagt Johanna Binger.

Die SPD hat deshalb einen neuen Antrag verfasst und verlangt Aufklärung, warum es so lange dauert. "Der Ortsbeirat hatte mehrmals nachgehakt, jedes Mal gab es eine erneute Zusage", erinnert sich Jan Binger: "Ende 2017, nachdem der Goetheturm abgebrannt war, fragte der Ortsbeirat nach, wann der Hundekottütenspender aufgestellt wird. Am 5. März 2018 teilte die Stadt nochmals mit, dass der Hundekottütenspender aufgebaut und lediglich die Patin seitens des Ortsbeirates mitgeteilt werden müsse."

Zuletzt war es im November 2019: Der Magistrat kündigte wieder an, den Hundekottütenspender bald zu installieren und auf die Patin zuzugehen. Beides ist noch immer nicht erfolgt.

Die Bingers müssen fast schmunzeln über die lange Warterei auf die Ämter. "Sicher ist zu Corona-Zeiten auch viel zu tun. Aber ein wenig schneller könnte es schon gehen", sagen sie.

Neuer Standort am Waldeingang

Der Hundekottütenspender war früher am Parkplatz an einem Pfosten angebracht. Er müsse nicht unbedingt wieder am selben Ort stehen, der Einfachheit halber aber wäre es sinnvoll. Ein anderer geeigneter Ort wäre am Eingang des breiten Waldwegs Richtung Scheerwald.

"Hier ist der Einstieg in den Wald für täglich Hunderte Spaziergänger, viele mit Hunden." Und auch um den Goetheturm herum, der im neuen Glanz in den Himmel emporragt und den viele sich gerne ansehen, ist viel los - Hunde inklusive. Dass dort ein solches Angebot fehlt, das es den Hundebesitzern leichter machen und für Sauberkeit an einem so viel frequentierten Ort sorgen würde, ist unverständlich, finden die Bingers.

Zuständig bei der Stadt ist die Forstabteilung des Grünflächenamts. Diese war für eine Erklärung bislang nicht erreichbar. Im Wald dürfen Hunde eigentlich ihr Geschäft verrichten, ohne dass die Hinterlassenschaften zwingend beseitigt werden müssen. Besser wäre es aber, denn die Wege sind stark frequentiert.

In den Frankfurter Parks ist das Grünflächenamt zuständig und finanziert in der ganzen Stadt Millionen von Tüten jährlich. Rund 20 000 Euro gibt der Magistrat dafür aus. Auch für den Beutelspender unweit vom Stadtwald im Seehofpark. Dort ging das Aufstellen schneller. Stefanie Wehr

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