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Lange Schlangen vor dem Zooeingang nerven: Der Verkauf von Tickets über das Internet soll für Besserung sorgen.

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Warteschlangen, ade! Tickets für Zoo, Palmengarten und Museen online kaufen

Was in anderen Großstädten längst Usus ist, soll nun auch in Frankfurt Einzug halten: Der elektronische Ticketverkauf für Zoo, Palmengarten und Museen. Funktionieren soll dies per Computer und Smartphone.

Der Zoologische Garten und der Tierpark Berlin haben es, auch die Wilhelma in Stuttgart, der Opel-Zoo in Kronberg und sogar der Zoo in Wuppertal: ein elektronisches Ticketsystem. Soll heißen: Eintrittskarten können nicht nur an der Kasse, sondern schon vorab gekauft werden sowie auf dem heimischen Drucker ausgedruckt oder auf das Smartphone geladen werden.

Hier hinkt die Weltstadt Frankfurt noch deutlich hinterher. Wer für den Zoo keine Dauerkarte besitzt, muss sich an der Kasse anstellen – und diese kann, vor allem bei schönem Wetter, sehr lang sein. Deswegen zieht die Stadtverwaltung endlich nach und plant ein elektronisches Ticketsystem. Aber nicht nur für den Zoo – auch für den Palmengarten und die städtischen Museen sollen künftig online Tickets gekauft werden können. Dies hat die Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) kürzlich in der Stadtverordnetenversammlung angekündigt.

„Mir ist die Einführung eines Online-Ticketing-Systems ein zentrales Anliegen“, sagte Hartwig. Mit ihrem Amtsantritt vor zwei Jahren hat sie das Projekt in die Hand genommen, den Prozess strukturiert, gebündelt und beschleunigt. „Der Trend ist ganz klar: 40 Prozent aller Deutschen kaufen ihre Tickets im Internet“, so Hartwig.

Deshalb sei dieses Thema auch wichtig für Frankfurt. „Die Besucher, und zwar Frankfurter ebenso wie Touristen, können somit die städtischen Kulturangebote einfacher besuchen. Sie können dadurch Zeit sparen. Das verspricht zufriedene Nutzer, aber auch höhere Ticketverkäufe“, so Hartwig. Doch mit einem schnellen Klick realisieren lässt sich das Projekt nicht. „Es handelt sich um einen recht komplexen, intensiven Abstimmungsprozess, in dem sich die städtischen Museen, der Zoo und das Kulturdezernat derzeit befinden“, erklärte Hartwigs Sprecherin Jana Kremin auf Anfrage.

Ebenfalls daran beteiligt sind die städtische Informationstechnik, die städtischen Zahlungssysteme sowie die Revision und die Stadtkämmerei. In einer Arbeitsgruppe entwickeln sie unter der Federführung des Zoos gemeinsam einen entsprechenden Webshop. Im Fokus steht vor allem die Sicherheit, schließlich handelt es sich beim Kauf von Online-Tickets um sensible Daten, vergleichbar den Bank- oder Kreditkarten-Informationen eines Kunden.

Einen exakten Termin zum Start des elektronischen Ticketverkaufs gibt es noch nicht. „Mir wäre heute lieber als morgen“, so Hartwig. „Aber die technischen Anforderungen sind komplex, der Entwicklungsprozess dauert lange.“ Immerhin befinden sich die Gespräche zur Einführung in der Endphase. „Es gilt noch einige abschließende Klärungen herbeizuführen, wie mit dem Referat Datenschutz und IT-Sicherheit“, so Kremin. Was dann noch fehlt, ist ein Testlauf. Ist dieser überstanden, könnte es schon bald heißen: Warteschlangen ade, Ticket online kaufen und sofort rein in den Zoo oder Palmengarten oder die vielen Museen.

Ermöglicht wird der Ticketkauf künftig auf den jeweiligen Webseiten der Institutionen; einen gemeinsam Shop soll es nicht geben. Die Daten werden über einen gemeinsamen Server erfasst, den das Amt für Informations- und Kommunikationstechnik betreut. Erworben werden können die Tickets über „Print at home“ – also im Internet kaufen und ausdrucken – oder direkt über das Smartphone. Egal, auf welche Arte und Weise die Karten letztlich gekauft werden, beim Eintritt funktionieren sie allesamt gleich: Der Code des Tickets wird eingescannt, der Besucher einzeln eingelassen – so wie es im Zoo derzeit den Dauerkarteninhabern am Haupteingang oder an der Rhönstraße vorbehalten ist.

Kommt das elektronische Ticket, muss dort umgebaut werden. „Im Eingangsbereich müsste ein weiteres Drehkreuz oder eine Schranke installiert werden“, sagt Zoosprecherin Caroline Liefke. Denn wenn Besitzer von Online-Tickets die Warteschlangen umgehen können, werden diese kürzer. „Es verkürzen sich also alle Wartezeiten“, so Liefke. Deswegen werde es auch möglich sein, diese Art von Eintrittskarten am im Sommer geöffneten Eingang in der Rhönstraße zu nutzen. Dort wird aktuell noch mit Funkhandscannern gearbeitet. Ob das auch weiterhin so bleiben wird, ist bislang noch offen.

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