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Frankfurts 18-jährigem Spielmacher Isaac Bonga (l.), hier gegen Münchens Nihad Djedovic, gelang eine starke Play-off-Premiere.

Skyliners

Warum Isaac Bonga für die Playoffs gegen die Bayern so wichtig ist

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Frankfurts Tai Webster droht am Samstag im dritten Viertelfinal-Spiel beim FC Bayern wegen einer Hüftverletzung auszufallen. Der Spielmacher, der beim überraschenden 75:69-Sieg der Skyliners am Mittwoch mit Schmerzen vorzeitig ausschied, ist für die Frankfurter eigentlich nicht zu ersetzen. Doch es gibt neue Hoffnungsträger. In der Serie gegen den Titelfavoriten steht es 1:1.

Tai Webster grinste. Immer wieder griff er sich an die linke Hüfte, schien Schmerzen zu haben, auch sein Gang war mühsam. Doch er grinste. Auf die Frage, ob er am kommenden Samstag im dritten Spiel in München auflaufen könne, antwortete der Neuseeländer: „Natürlich. Ich bin dabei.“ Und lächelte weiter. Ob er nicht verletzt sei? Schließlich saß er im zweiten Duell gegen den FC Bayern fast überwiegend auf der Ersatzbank und ging bei seiner vorzeitigen Auswechslung humpelnd vom Feld. Antwort: „Mein Team hat einfach gut gespielt. Es hat mich nicht gebraucht.“

Play-offs sind nicht nur ein harter Kampf. Sie sind auch ein großes Taktieren. Keine Mannschaft will dem Gegner verraten, wie es um die Gesundheit der eigenen Spieler bestellt ist, wer in der nächsten Partie eventuell ausfallen könnte. Der Gegner soll stets im Unklaren bleiben. Also setzte auch der 22-jährige Webster das Pokerface auf – wenngleich er sich freilich mächtig über den 75:69-Erfolg seiner gegen die Bayern freute. Im zweiten Play-off-Spiel gelang den Frankfurtern nach der Auftaktniederlage in München der Ausgleich zum 1:1. Nun gehen sie mit neuem Rückenwind ins dritte Viertelfinal-Duell am Samstag (20.30 Uhr) erneut bei den Münchnern, bei denen mit Vladimir Lucic ebenfalls ein wichtiger Akteur auszufallen droht. Der serbische Nationalspieler konnte wegen einer Schulterverletzung nach einem Zusammenprall mit Frankfurts Center Mike Morrison im letzten Viertel nicht mehr eingesetzt werden und wurde im Krankenhaus untersucht. Eine Diagnose gaben die Bayern bisher nicht bekannt – Frankfurt lässt grüßen.

Nur knapp 15 Minuten konnte Webster am Mittwoch vor 4640 Zuschauern spielen. Er lief unrund, erzielte keinen Punkt. Dennoch lagen die Frankfurter wie schon in den vergangenen drei Saison-Duellen gegen die Münchner erneut zur Halbzeit vorn – mit 42:35. Diesmal jedoch gaben sie den Vorsprung erstmals nicht aus der Hand. Und das, obwohl neben Webster auch Topscorer Phil Scrubb (15 Punkte) für seine Verhältnisse eher durchschnittlich agierte.

Doch die Skyliners agierten konstant, zeigten den größeren Willen und hatten Spieler, die in die Bresche sprangen: Jordan Sibert (siehe neben stehendes Interview), Quantez Robertson (12) und Shawn Huff (11), der in der Endphase wichtige Offensive-Rebounds holte. Und Isaac Bonga. Der 18 Jahre alte deutsche Nationalspieler rückte durch Websters Ausfall als Point Guard in den Fokus und erledigte seine Aufgabe glänzend. Im ersten Play-off-Spiel seiner jungen Karriere erzielte Bonga zehn Punkte und hielt auch Bayerns Spielmacher Stefan Jovic (9) in der Verteidigung gut in Schach. Der Olympia- und WM-Zweite Jovic, mit 1,98 Meter ein recht großer Spielmacher, kam bei seinen Würfen und Anspielen oft schwer vorbei an dem noch längeren Bonga (2,04 Meter). „Ich glaube, wir wollten den Sieg etwas mehr als München“, meinte Bonga.

Vieles sprach dennoch lange Zeit für einen erneuten Sieg der Bayern, die meist nur knapp in Rückstand lagen. Doch in den letzten Minuten gelang diesmal nicht dem Favoriten, sondern den Frankfurtern ein 10:0-Lauf zum 75:65. Somit kann die Entscheidung über den Halbfinal-Einzug frühestens am Dienstag (19 Uhr) im vierten Duell in Frankfurt fallen. „Der Druck liegt auf den Bayern“, meinte Webster. Die Münchner, die ihre erste Niederlage unter Trainer Dejan Radonjic kassierten, müssen nun morgen Farbe bekennen. Ob mit Lucic oder gegen Webster – das wird sich zeigen.

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