Frankfurt Marathon

Warum die Läufer am Sonntag einige Meter mehr als gedacht rennen

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Wer am Sonntag beim Frankfurt Marathon startet und sich eine persönliche Endzeit vornimmt, sollte eine Kleinigkeit beachten.

42,195 Kilometer – das ist die offizielle Renndistanz eines Marathons. Tatsächlich werden wohl alle Teilnehmer am kommenden Sonntag (Start: 10 Uhr) beim Frankfurt Marathon einige Meter mehr absolvieren. Daran führt wohl kein Weg vorbei. Aus zweierlei Gründen:

Einerseits muss der Veranstalter bei der Planung der Strecke laut Reglement eine Messtoleranz von einem Meter pro Kilometer einbauen. Das bedeutet: Die Strecke ist tatsächlich nicht 42,195 Kilometer lang, sondern gut 40 Meter länger. Also etwa 42,235 Kilometer.

Zudem ist es für die Läufer während des Rennens kaum möglich, den kürzesten Laufweg zu wählen. Die blaue Linie, die der Veranstalter in den vergangenen Wochen auf Frankfurts Straßen gesprüht hat, um den Läufern einen Leitfaden zu bieten, verläuft stets in einer exakten Entfernung von 30 Zentimetern zum Bordstein. Auch das ist laut Reglement so vorgeschrieben. Ebenso freilich in den Kurven. Und speziell dort ist es den Läufern im Gedränge oft kaum möglich, genau dieser Linie zu folgen. Manche Kurven müssen eher außen gelaufen werden. „Dadurch laufen die Teilnehmer letztlich deutlich mehr als 42,195 Kilometer“, betont Frankfurts langjähriger Strecken-Chef Dieter Bremer.

Wer sich für kommenden Sonntag eine persönliche Zielzeit gesetzt hat und daraus eine Kilometer-Durchgangs-Zeit ausrechnen möchte, sollte diese Punkte mit berücksichtigen. Normalerweise gilt die Faustformel: Persönliche Zielzeit geteilt durch 42,195 ergibt jene Zeit, die man letztlich pro Kilometer laufen muss. Heißt: Wer einen Marathon in 3:40 Stunden absolvieren möchte, muss jeden Kilometer in etwa 5:21 Minuten laufen. Berücksichtigt man, dass die tatsächlich gelaufene Strecke jedoch etwa 42,350 Kilometer lang ist, ergäbe sich eine Kilometer-Laufzeit von nur noch 5:19 Minuten. Kein großer Unterschied, aber immerhin.

Das hat freilich nichts damit zu tun, dass Frankfurt eine besonders schnelle Strecke vorweisen kann. „Im Schnitt aller Zeiten unserer Teilnehmer wurde bei uns im vergangenen Jahr die schnellste Zeit weltweit gelaufen“, sagt Strecken-Chef Bremer. „Wir haben insgesamt gesehen also die schnellste Strecke der Welt.“

Und das trotz der durchaus winkligen Abschnitte in der Innenstadt. Jeweils dreimal führt der Kurs am kommenden Sonntag am Eschersheimer Turm und an der Alten Oper vorbei. Jeweils zweimal an der Hauptwache und Freßgass'. Nach etwa zehn Kilometer geht es „hinaus“ nach Höchst, weiter über Goldstein und die Schwanheimer Brücke. Zwischen Kilometer 30 und 34 geht es auf der Mainzer Landstraße dann durchweg geradeaus. Eine knifflige Phase für die Psyche der Läufer. Mit der Alten Brücke gibt es zudem noch eine zweite kleine Erhebung auf der insgesamt flachen Strecke. Weit hinauf geht es nicht: Die Höhenmeter über die gesamte Distanz gesehen belaufen sich auf nur 46.

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