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Eklig! Zoé Engels (l.) und Hanna Kaestner von der Schule am Ried haben erforscht, warum die Milch nach Gewitter sauer wird.

Schüler stellen ihre Forschungen vor

Warum die Milch sauer wird

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Beim Schülerforum des Vereins Deutscher Ingenieur (VDI) nahmen 13 Schulen aus Südhessen teil, darunter zwei Schulen aus Frankfurt. 70 junge Forscher und Entwickler haben gestern Resultate präsentiert.

Für Zoé Engels und Hanna Kaestner war es ein besonderer Tag. Die beiden Schülerinnen (17) der Schule am Ried präsentierten im Hörsaal 8 der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS, vormals Fachhochschule) die Ergebnisse langer und ziemlich nerviger Forschungen. „Wir haben lange überlegt, woran es liegen könnte, dass es nicht klappt“, sagte Zoé Engels. Nicht klappt: Die beiden wollten die Redensart überprüfen, wonach Milch bei Gewitter sauer wird. Und die Temperatur, so viel hatten die beiden herausgefunden, hat keinen Einfluss.

Ihre Vermutung war: Vielleicht liegt es an den Ionenkanälen, die sich unter dem Einfluss von elektrischen Feldern erweitern. So könnten sich die Bakterien leichter ernähren und mehr Milchsäure produzieren. Das Ergebnis ihrer Messreihen mit selbst angerührter Ersatzmilch sowie jeweils einer Kontroll-Milch: Während Funken – sprich Blitze – keinen Einfluss auf die Milchsäure zu haben scheinen, weist die Milch zwischen den Platten eines Plattenkondensators nach 24 Stunden einen deutlich niedrigeren Ph-Wert auf als die Milch ohne das elektrische Feld um sich. „Ein Ph-Unterschied von 0,5 – mehrmals gemessen – ist recht viel Säure“, sagte Hanna Kaestner bei der Verteidigung der gemeinsamen Arbeit vor einer Jury aus kritischen Lehrern und Ingenieuren. Die beiden haben mit ihrem Ergebnis und dessen Präsentation überzeugt.

In der UAS waren gestern 35 Vorträge dieser Art zu hören, bei denen junge Forscher ihre Ergebnisse präsentierten, und rund 600 angereiste Schüler unterstützten ihre jeweiligen Klassenkameraden. Neben der Schule am Ried, deren Schüler insgesamt drei Themen präsentierten, war auch die Elisabethenschule mit einem Projekt vertreten: Sieben Schüler haben mit Lego ein Fließband gebaut, auf dem quasi industriell Pralinen hergestellt werden. „Es gibt einen Schokoladenmantel, eine Station, wo Creme reingepresst wird und eine Station, wo eine Himbeere drauffällt“, erläuterte Lisa Manes (17).

Prof. Armin Huß von der UAS, Vorsitzender des Regionalvereins des VDI, redete mit möglichst vielen Teilnehmern. „Toll“, sagte er. „Es ist das 13. Schülerforum, und jedes Mal finden wir mehr Interesse.“ Junge Leute seien offen für Naturwissenschaften. Aufgabe der Lehrer sei, ihnen die Neugier nicht zu rauben, sondern sie wenn möglich zu fördern.

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