Frankfurter Stadtgeflüster

Warum Markus Frank jetzt einen Bürstenhaarschnitt trägt

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Immer für einen Spaß zu haben ist Bäppi la Belle. Auch Wirtschafts- und Ordnungsdezernent Markus Frank verfügt über eine gehörige Portion Humor. Das braucht er wohl auch, um im politischen Geschäft zu überleben.

Für jeden Spaß zu haben ist Stadtrat Markus Frank. Er bekam jetzt den Helm des Ben Hur geschenkt – eine Requisite aus einem Theater- stück.

Kürzlich schaute sich Frank das Stück „Ben Hur und die Ratten der Rennbahn – oder: Des Grafen bestes Stück“ in Bäppi la Belles Theater Thaetrallalla an. „Er saß dort im Publikum und hat sich schepp gelacht“, berichtet Thomas Bäppler-Wolf, wie la Belle mit bürgerlichem Namen heißt. „Ja, ich habe mich köstlich amüsiert, es war ein Riesenspaß“, bestätigt der Stadtrat am Rande des Internationalen Festhallenreitturniers. La Belle schrieb ihm sogar eine Rolle in der Figur des „Markus Frankus“. Der Zenturio der Ordnungsgarde foltert Ben Hur mit Genuss.

Weil ihm sein Besuch im Theatrallalla, das Ende des kommenden Jahres seine Pforten für immer schließen wird, so viel Freude bereitet hat, gab’s für den CDU-Mann Frank ein vorweihnachtliches Präsent vom SPD-Mann Wolf. Der Travestiedarsteller überreichte dem Ordnungsdezernenten am Rande einer Plenarsitzung den Helm des Ben Hur aus seinem Stück.

Übrigens geht es in dem Spektakel darum, dass ein gewisser Philipus Solmolus in Niederradus einen Circus Maximus erbauen möchte, der größer sein soll als das Collosseum in der Heiligen Stadt. Die Personen und die Handlung dieses Theaterklamauks à la la Belle sind wohl nicht frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen sind alles andere als reiner Zufall. Denn auch für Philipus Solmolus gibt es ein echtes Vorbild: Den Immobilienkaufmann und Politiker Carl-Philip zu Solms-Wildenfels, der wegen seines Einsatzes für den Erhalt der Pferderennbahn sowie eines Penisbruchs in die Schlagzeilen geraten war. „Er hatte mich damals wegen meines Ausspruchs ,blaublütige Oberratte’ angezeigt“, sagt la Belle. Das brachte ihn schließlich auch auf den Titel des Stücks. „Aber der Graf kann über sich selber lachen“, sagte Bäppi la Belle. Denn Carl-Philip zu Solms-Wildenfels schaute sich das Theaterstück an. Und zwar nicht irgendwann, sondern mit seiner Festgesellschaft an seinem Geburtstag. „Wir haben alle Tränen gelacht“, erinnert sich zu Solms-Wildenfels. Mittlerweile habe sich zwischen ihm und Bäppi la Belle eine „große Sympathie“ entwickelt.

Neben der Narrenkappe hat Markus Frank nun also auch die Ben-Hur-Kopfbedeckung. „Die bekommt natürlich einen Ehrenplatz bei mir im Büro“, sagt der Wirtschaftsdezernent. Aber da bleibt der Helm, der als Kamm eine Bürste hat, nicht lange, denn eine Vorstellung von „Ben Hur und die Ratten der Rennbahn“ wird es noch geben. Da muss sich Frank dann schweren Herzens von dem guten Stück trennen. Apropos schwer. Bäppi will zwar weiterhin fett im Geschäft sein, aber er hat keine Lust mehr, dick zu sein. Weil es scheinbar nicht anders geht, will er sich den Magen verkleinern lassen.

Rubriklistenbild: © Bernd Kammerer

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