Temporäre Gerüste schützen derzeit noch immer die Ende 2019 eröffnete Station Gateway Gardens. Erst diesen Sommer kann das Dach gebaut werden.
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Temporäre Gerüste schützen derzeit noch immer die Ende 2019 eröffnete Station Gateway Gardens. Erst diesen Sommer kann das Dach gebaut werden.

Nahverkehr

Warum zwei S-Bahn-Stationen in Frankfurt seit Jahren Baustellen sind

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
    vonDennis Pfeiffer-Goldmann
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Fahrgäste müssen seit Jahren in zwei S-Bahn-Stationen in Frankfurt durch Baustellen laufen: an der Hauptwache und in Gateway Gardens. Doch endlich gibt es Hoffnung.

Frankfurt - Die Sanierung und der Ausbau der S-Bahn-Tunnelstationen gehen auf die Zielgerade. Bis zum Sommer sollen die Nacharbeiten an der neuen Haltestelle Gateway Gardens fertig sein, ebenso an der Hauptwache. In der hochfrequentierten City-Station muss die Bahn aber einen schon sanierten Teil nochmals erneuern. Mit viel Brimborium im Dezember 2019 eröffnet, ist die neue Haltestelle Gateway Gardens von S 8 und S 9 am Flughafen bis heute nicht ganz fertig. „Kein Dach an der Station, es regnet rein, kein Brandschutz, ein Jahr gingen die Rolltreppen nicht“, moniert FNP-Leser Matthias Koch aus Mörfelden-Walldorf.

S-Bahn-Station in Frankfurt: Gateway Gardens soll Reisezeit verkürzen

Ganz bewusst sei die Station in Betrieb genommen worden, obwohl noch nicht alles perfekt sei, betont Julia Katzenbach-Trosch, Sprecherin der S-Bahn Rhein-Main. Denn für die vielen Beschäftigten im neuen Gewerbegebiet sowie die Kunden der Hotels verkürzt sich die Reisezeit dank der neuen Station um 15 bis 20 Minuten je Strecke. Zuvor mussten alle per Linienbus vom Flughafen-Bahnhof am Terminal 1 herüberfahren. „Es gibt keine Beschwerden“, erklärt die Sprecherin - im Gegenteil. „Viele Leute sind froh, dass sie es die neue Station gibt.“ Sie werde von Anfang an gut frequentiert.

Ein großer provisorischer Wetterschutz hält seit der Eröffnung die Fahrgäste weitgehend trocken. Mit 2000 Quadratmetern Größe überspannt er die Belüftungsöffnungen der Station sowie die Rolltreppen, Treppen und Eingangsbereiche. Die Bahn hatte dafür die Firma Gemeinhardt Spezialgerüstbau aus dem Frankfurter Westend beauftragt.

S-Bahn Stationen in Frankfurt: Reinregnen wird es auch in Zukunft

Seit Sommer 2020 seien der Fahrstuhl und Rolltreppen in Betrieb, mit Ausnahme der Rolltreppen am Ausgang zur De-Saint-Exupéry-Straße, erklärt Katzenbach-Trosch. Das aber nur, weil man oben noch nicht weiterkommt. „Dort muss der oberirdische Fußweg noch hergestellt werden.“

Das gehört zum Bau der neuen Straße, womit die Stadt aber erst beginnen konnte, nachdem der S-Bahn-Tunnel fertig war. Der Bau der Bessie-Coleman-Straße läuft inzwischen. Der östliche S-Bahn-Ausgang soll vom Frühjahr an nutzbar sein. Bis Ende Februar sollten zudem die Nacharbeiten beim Brandschutz fertig werden, informiert die Sprecherin. Bis dann gibt es jedoch weiterhin Brandwachen.

Ist die neue Straße weit genug fertig, werde im August das fehlende endgültige Dach der Station gebaut, sagt die Sprecherin. Hineinregnen könne es danach aber weiter, zumindest bei stärkerem Wind: Die Station sei zwecks Belüftung teilweise oben offen konstruiert. Das macht die Haltestelle optisch hell und freundlich.

Hauptwache in Frankfurt: Neue Bodenfliesen schon wieder kaputt

Hell und freundlich wirkt auch der neue Boden in der S-Bahn-Station Hauptwache. Doch an einigen Stellen sind die Fliesen an den Kanten hässlich abgeplatzt. Ganz offenkundig ist das Steinzeug nicht widerstandsfähig genug für den Alltagsbetrieb in der mit - normalen Zeiten - täglich 93 200 Fahrgästen am stärksten frequentierten Frankfurter S-Bahn-Station. Diese Schäden würden zwar beseitigt, es sei aber kein erneuter Austausch der Fliesen vorgesehen, erklärt Katzenbach-Trosch. Bis Sommer würden die Fassadenarbeiten fertig. Die Wände lässt die Bahn mit gelbem widerstandsfähigem Betoglas verkleiden. Ein Kiosk wird auf dem Bahnsteig gebaut, wo sich früher die Aufsichtskanzel für die Zugabfertigung befand. Und bis Jahresmitte würden die Treppenaufgänge fertig saniert.

Die Hauptwache wird als letzte der seit 2016 laufenden Sanierungsarbeiten der unterirdischen S-Bahn-Stationen fertig. Flughafen-Regionalbahnhof, Hauptbahnhof und Taunusanlage sind erledigt. Die Station Konstablerwache will die Bahn ebenfalls noch sanieren. Das zu planen ist aber aufwendiger, da die Bahn und die städtische Verkehrsgesellschaft VGF gemeinsam betreiben. S- und U-Bahn teilen sich die Bahnsteige. Laut der Bahn laufen dazu die Abstimmungsgespräche. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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