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Was aus dem Frankfurter Campus werden könnte

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Von: Niklas Mag

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Der Bockenheimer Campus mit dem Studierendenhaus, das auf jeden Fall erhalten werden soll. FOTO: salome roessler
Der Bockenheimer Campus mit dem Studierendenhaus, das auf jeden Fall erhalten werden soll. © .

Initiativen tragen Wünsche und Ideen zusammen - Dialog gefordert

Der Campus Bockenheim hat eine zweite Chance verdient, finden das Bockenheimer Stadtteilbüro, das Offene Haus der Kulturen und die Ada-Kantine. Die drei Institutionen luden am Donnerstagabend zu einer Stadtteilversammlung ein, dem Aufruf folgten rund 70 Menschen.

Pläne nicht berücksichtigt

Das Interesse am Schicksal des Campus Bockenheim ist groß, im Publikum sitzen junge Studenten aber auch Männer und Frauen, deren Abschluss an der Goethe-Uni schon einige Jahre zurückliegt. "Uns alle verbindet etwas mit diesem Campus", beginnt Martin Lommel, ein Bockenheimer, der sich seit vielen Jahren für den Stadtteil engagiert und den Abend moderiert. Er übergibt an Anette Mönich vom Stadtteilbüro: "Es ist bedauerlich, dass die Flächen rund um den Campus, die bisher neu bebaut wurden, an Investoren gegeben wurden." Teure Wohnungen ohne wirklichen öffentlichen Nutzen, moniert die Bockenheimerin. 2011 hätte es in den Planungswerkstätten zur Zukunft des Campus viele Anregungen vonseiten der Bürger gegeben. "Das Wenige, das bisher passiert ist, war genau entgegengesetzt zu den damaligen Wünschen", so Mönich. Architekt Lothar Augustin ist der nächste Redner. Auch er steht den mittlerweile zehn Jahre alten Umwandlungsplänen kritisch gegenüber: "Alles in dem Areal hier soll abgerissen werden, bis auf die historische Bockenheimer Warte und das Studierendenhaus", gibt er zu Bedenken.

Seit über zehn Jahren existiere das Label "Kulturcampus", das die geplante Neustrukturierung des Campus zusammenfasst. Der Kulturcampus soll laut Stadtplanungsamt eine Nutzungsmischung bieten, geplant ist auch ein Neubau von Gebäuden der Musikhochschule und eventuellen weiteren Kultureinrichtungen. "2011 entstand der heute gültige Bebauungsplan. Dieser ist so offen formuliert, dass mit den Flächen im Prinzip alles und auch nichts passieren kann", fasst der Architekt zusammen. Alle Akteure würden nur für sich selbst arbeiten, die ABG Frankfurt Holding als Eigentümer des Campus an der Spitze. "Es gibt keinen gemeinsamen Masterplan, jeder bearbeitet seine Briefmarke. Land und Stadt zucken hin und her und die ABG wird jedes Teilstück kapitalbringend einzeln entwickeln", kritisiert er.

Die Folge werde "ein Flickenteppich sein, der keinerlei Qualitäten für das Quartier mit sich bringt" prognostiziert Augustin. Zudem müssten die Planungen aus rein technischer Sicht ohnehin überdacht werden, denn die Welt hat sich in den vergangenen zehn Jahren verändert: "Wir haben heute geänderte Klimabedingungen und geänderte Mobilitätsmöglichkeiten." Der neue Magistrat müsse nun eine klare Richtung vorgeben und die Stadtverordnetenversammlung neu entscheiden. "Der zehn Jahre alte Beschluss ist einfach nicht mehr aktuell."

Juridicum erhalten

In zehn Punkten hat die Initiative Zukunft Bockenheim festgehalten, wie sie sich den Umgang mit dem Campus wünscht. Da geht es unter anderem um bessere und intensivere Kommunikation mit den Bürgern, nachhaltige Planung und den Erhalt von "identitätsstiftenden Bestandsgebäuden" wie dem Juridicum. Auch das studentische Wohnen soll am Campus bleiben. Die Bockenheimer Politik ist bereits im November auf das Thema angesprungen, so meldet sich Carola Scholz (Grüne) vom Ortsbeirat 2 (Bockenheim, Kuhwald, Westend) zu Wort: "Wir haben bereits eine umfassende Anfrage zu dem Thema im Ortsbeirat verabschiedet." In einer Pressemitteilung stellt die Grünenfraktion klar, dass sie die Aktivitäten des Offenen Hauses der Kulturen und des Stadtteilbüros unterstützt. Niklas Mag

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