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Was uns die Tafeln lehren: Chaoten gibt es überall

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Von: Brigitte Degelmann

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Beschmiert, zerstört, kein schöner Anblick: Nicht nur diese Tafel des Geo-Pfads an der Kalbacher Höhe und gleich unterhalb der Grundschule ist in einem desolaten Zustand. Nun will Francesco Palma (BFF) im Ortsbeirat einen neuen Vorstoß wagen und sich für ihre Instandsetzung einsetzen. Doch bislang hat die Stadt immer abgewunken und an die Universität verwiesen. FOTO:
Beschmiert, zerstört, kein schöner Anblick: Nicht nur diese Tafel des Geo-Pfads an der Kalbacher Höhe und gleich unterhalb der Grundschule ist in einem desolaten Zustand. Nun will Francesco Palma (BFF) im Ortsbeirat einen neuen Vorstoß wagen und sich für ihre Instandsetzung einsetzen. Doch bislang hat die Stadt immer abgewunken und an die Universität verwiesen. FOTO: © Rainer Rüffer

Seit Jahren tut sich nichts - Zuständige Uni-Agentur offenbar überfordert

Der Dreieck-Ständer im Bonifatiuspark bietet einen deprimierenden Anblick. Die Schautafel auf der einen Seite ist abgebrochen, offenbar mutwillig abgetreten. Die übrigen Schilder sind mit Graffiti beschmiert und so ausgeblichen, dass kaum noch etwas vom ursprünglichen Inhalt erkennbar ist. So präsentiert sich die zehnte Station des Frankfurter Geopfads seit Jahren. Und nicht nur sie: Die übrigen neun Standorte sehen kaum besser aus. Ein Unding, finden viele Anwohner, Spaziergänger und Francesco de Palma, der für die Bürger für Frankfurt (BFF) im Ortsbeirat 12 (Kalbach, Riedberg) sitzt. Für die nächste Sitzung des Gremiums hat er deshalb den Antrag gestellt, dass man doch zumindest die Station am Riedberg wieder instandsetzen möge.

An der Nidda geht es los

Seit 2008 schlängelt sich der Geopfad durch den Frankfurter Nordwesten. Der Start ist direkt an der Nidda, am einstigen Hafen der Römerstadt Nida. Dann geht es weiter durch die Ernst-May-Siedlung, die Nordweststadt, den Martin-Luther-King-Park und den alten Ortskern von Niederursel bis zum Riedberg, insgesamt 7,5 Kilometer. Ziel des Projekts: Den Betrachtern die Zusammenhänge zwischen Erdwissenschaften und gesellschaftlichen Entwicklungen zu zeigen - zwischen Untergrund, Landschaft, Gewässern und der Stadtplanung in den vergangenen Jahrzehnten.

Das funktioniert allerdings längst nicht mehr. Schon bald nach der Eröffnung vergriffen sich Unbekannte an den Stationen, demolierten die interaktiven Elemente. Bereits im vergangenen Juni hatte der Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt) den "bedauerlichen Zustand" der Tafeln moniert und auf Abhilfe gedrungen. Bisher ohne Erfolg. Der Magistrat verwies im Herbst darauf, dass allein die Geo-Agentur an der Goethe-Universität für das Projekt zuständig sei, versprach aber Unterstützung vonseiten dem Umweltamtes.

An der Universität wiederum fehlt es an personellen Kapazitäten, um das Projekt anzugehen. "Der traurige Zustand ist uns durchaus bewusst", räumt Geowissenschaftler Sascha Staubach ein, der für die Geo-Agentur zuständig ist. Diese sei allerdings nicht sein einziges Arbeitsfeld, so der Dekanatsassistent. "Das läuft nebenher". Auch Corona habe zu den Verzögerungen beigetragen. Ein weiterer Grund: Das Projekt entstand lange vor Staubachs Zeit, ebenso die dazugehörige Homepage. Mittlerweile seien etliche Informationen verlorengegangen, etwa darüber, wer eigentlich als Webmaster für die Internetseite zuständig ist. Umso schwieriger seien jetzt die Abstimmungen darüber, wer sich um das Layout der neuen Tafeln kümmern soll. Das Material selbst - Sandwich-Platten aus Aluminium und Kunststoff - liegt bereits vor. Fehlen noch die überarbeiteten Inhalte. Wann sie kommen, steht noch nicht fest. "Ich hoffe, dass ich mich im Laufe des Jahres um einzelne Stationen kümmern kann", sagt Staubach. bi

Der Ortsbeirat 12 tagt

Freitag, 18. Februar, 19.30 Uhr, im Saalbau Bügel, Ben-Gurion-Ring 110a

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