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Sind bald wieder für Sie da?: Wann der beliebte Gastronomie-Bereich im Hauptbahnhof wieder öffnet, kann noch niemand sagen.

Wasserschaden am Frankfurter Hauptbahnhof

Markthalle bleibt noch bis zum Frühjahr geschlossen

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Wegen eines Wasserschadens ist die „Markthalle“, ein beliebter Gastronomie-Bereich im Frankfurter Hauptbahnhof, bereits seit Anfang November 2018 geschlossen. Wann sie wieder eröffnet, ist noch immer unklar.

„Liebe Gäste, leider können wir Sie aufgrund von Renovierungsarbeiten erst im neuen Jahr wieder begrüßen. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, bald wieder für Sie da zu sein.“ Bereits seit dem 2. November hängt dieses Schild an den Glastüren der „Markthalle“ im Hauptbahnhof Frankfurt. Betreiberin ist die Lagardère Travel Retail GmbH. Diese ist auch Pächterin der Fläche auf Höhe der Gleise 2 bis 6; die Eigentümerin ist die Deutsche Bahn AG. Der bei vielen Reisenden beliebte „Food-Court“ mit zehn Gastronomie-Einheiten – das Angebot reichte vom Café über Bäcker, Italiener und Asiaten bis hin zur Fisch- sowie Klopsbraterei – ist seit dem 2. November aufgrund eines Wasserschadens geschlossen. Oliver Hempel, Marketing-Chef von Lagardère Travel Retail, erklärte gestern, man arbeite „aktuell mit Hochdruck an der schnellstmöglichen Wiedereröffnung, die wir für das Frühjahr 2019 planen“. Das Konzept gilt als beliebt und wird beibehalten. Sobald ein genauer Termin feststehe, werde dieser bekanntgegeben.

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150 Mitarbeiter betroffen

In der Markthalle arbeiteten rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese werden laut Oliver Hempel „nach Möglichkeit an anderen Standorten im Rhein-Main-Gebiet eingesetzt“. Die Verkaufsfläche der Markthalle ist etwa 1000 Quadratmeter groß, über den Jahresumsatz schweigt sich Lagardère Travel Retail aus. Die Food-Einheiten umfassen die Konzepte Thai Wok, Dean & David, Nordsee, Burger King, Heinz Bar, Coffee Fellows, Kamps, Pizza e Pasta, Erich Zeiss sowie auf einer saisonalen Fläche die Burrito Bande. „Von Lagardère werden am Frankfurter Hauptbahnhof keine weiteren Foodservice-Geschäfte betrieben“, so Hempel weiter. Zum Ausmaß des Schadens, den Sachverständige genau untersucht haben, machte Hempel keine detaillierten Angaben. Er erklärte nur, dass man „grundsätzlich aber von einem Versicherungsfa ll“ ausgehe. Bei den umfangreichen Prüfungen mussten Böden und Wände an verschiedenen Stellen aufgebrochen werden. Diese Prüfungen und die Sanierungsarbeiten ließen einen Restaurationsbetrieb nicht zu, so Hempel. Wie ein Bahn-Sprecher ergänzend erklärte, liege das auch an den strengen Hygieneverordnungen für die Gastronomie: „Das ist ja ein hochsensibler Bereich“, es gehe um Lebensmittel, Kühlungen, Lüftungen und dergleichen mehr.

Umbau der B-Ebene

Sehr stark verändert wird hingegen die B-Ebene des Hauptbahnhofs, sobald die Genehmigung der Bauabteilung des Eisenbahnbundesamtes eingetroffen ist, wie gestern ein Bahn-Sprecher auf Anfrage erklärte. Man erwarte diese „quasi stündlich“. Die arg in die Jahre gekommene Passage soll heller und freundlicher werden, schicke Läden sollen auf der vergrößerten Verkaufsfläche einziehen. Rund 136 Millionen Euro will die Bahn investieren. Ein Teil des Geldes fließt auch in die Renovierung der Ladenzeile und des Eingangs in der nördlichen Haupthalle. Da fast überall Böden, Decken und Wände aufgerissen werden, bleiben die Geschäfte bei der Renovierung nicht außen vor, sagte der Bahn-Sprecher. Mit vier bis fünf Jahren Bauzeit sei zu rechnen. Ist die Baugenehmigung erteilt, kann die Ausschreibung beginnen, das heißt, Baufirmen und Handwerker werden gesucht. Diese sind jedoch aufgrund des Baubooms derzeit schwer zu finden; auch für die Bahn. Erschwerend kommt hinzu, dass grundsätzlich bei laufendem Betrieb gearbeitet werden muss, also auch nachts.

Der Umbau der B-Ebene soll vor allem die täglich rund 470 000 Besucher in der neu gestalteten Zwischenebene unkompliziert und direkter als bisher von der S-Bahn in Richtung des Haupteingangs leiten. Alle Zugänge sollen übersichtlicher und gut einsehbar sein.

(uve)

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