Reinhard Fritsch an der Bushaltestelle am Ludwig-Fulda-Weg. Die versprochenen Überdachungen fehlen immer noch. FOTO: degelmann
+
Reinhard Fritsch an der Bushaltestelle am Ludwig-Fulda-Weg. Die versprochenen Überdachungen fehlen immer noch.

Frankfurter Nahverkehr

Weder Dach noch Bank - Wer hier wartet, darf nicht zimperlich sein

  • VonBrigitte Degelmann
    schließen

Bus-Halt am Riedberg ist eine der ungemütlichsten Stationen in Frankfurt - Außer Versprechen nichts passiert

Jedes Mal, wenn Reinhard Fritsch (67) die Bushaltestelle Ludwig-Fulda-Weg in Sichtweite des Riedbergzentrums passiert, ärgert er sich: "Das ist die verlausteste Haltestelle am ganzen Riedberg." Nur zwei grüne Pfosten, versehen mit grüngelben Schildern sowie Fahrplänen, verraten, dass hier an der Riedbergallee regelmäßig Busse der Linien 28 und 29 stoppen. Sonst nichts: keine Sitzgelegenheiten, kein Wetterschutz. Mangels Bänken kauerten viele Wartende auf den Pflanzschutzbügeln neben der Haltestelle, weiß Fritsch.

Auf der anderen Straßenseite, wo beide Linien in Richtung Riedberg beziehungsweise Nordwestzentrum verkehren, steht immerhin eine Sitzbank. Doch ein Wetterschutz fehlt auch hier. Bei Regen habe er schon öfters Fahrgäste beobachtet, die unter den überdachten Eingängen der nahe gelegenen Mehrfamilienwohnhäuser Zuflucht gesucht hätten, sagt der Rentner, der jahrzehntelang bei Post und Telekom tätig war, unter anderem als Leiter des Fuhrparkmanagements, und der sich häufig mit Themen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und der Kraftfahrzeugtechnik beschäftigt. Umso vernichtender fällt sein Urteil über die Haltestelle am Ludwig-Fulda-Weg aus: "Das ist keine Werbung für den ÖPNV."

Auch deshalb, weil die Barrierefreiheit hier nicht gegeben sei. Schließlich sei die Haltestelle nur mit Standard-Bordsteinen versehen. Die Folge: Selbst wenn der Bus direkt davor halte, bleibe ein großer Spalt, der für Menschen mit Kinderwagen oder Rollator nicht leicht zu überwinden sei. Dabei gebe es in der Nähe ein Seniorenwohnheim.

Mehrmals schon habe er die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq in den vergangenen Jahren auf die Missstände hingewiesen, sagt Fritsch. Beim ersten Mal - 2018 - sei er auf das Jahr 2019 vertröstet worden. Als dieser Termin ohne Ergebnis verstrichen sei, habe es geheißen, dass die Haltestelle 2020, spätestens jedoch 2021 umgebaut werde. Doch nun ist das Jahr fast vorbei und es hat sich immer noch nichts getan. "Das ist einfach unterirdisch."

Und noch

ein Antrag

Auch die CDU-Fraktion im Ortsbeirat 12 (Kalbach, Riedberg) hat das Thema aufgegriffen. In einem Antrag, der bei der nächsten Sitzung auf der Tagesordnung steht, bittet sie den Magistrat, die vor einem Jahr in Aussicht gestellten Überdachungen für Bushaltestellen auf dem Riedberg endlich zu errichten. Schließlich sei der ursprüngliche Antrag aus dem Jahr 2018 schon positiv beschieden worden: "Nach über drei Jahre und mehreren Erinnerungen scheint eine Durchführung durchaus angemessen", heißt es in dem Papier.

Die Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) verweist darauf, dass beide Haltestellen am Ludwig-Fulda-Weg für den barrierefreien Ausbau vorgesehen seien. Geplant seien dort Wartehallen. Ein Zeitplan dafür könne jedoch nicht genannt werden - aus Gründen der Terminplanung des Amts für Straßenbau und Erschließung, erklärt VGF-Sprecher Bernd Conrads. Falls jedoch die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq Sitzbänken zustimme, könnten diese für die Übergangszeit kurzfristig montiert werden. bd

Der Ortsbeirat 12 tagt

Freitag, 26. November, um 20 Uhr im Saalbau Nidda, Harheimer Weg 18-24 (Saal Bonames).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare