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„Er kann es einfach nicht lassen“: Kritik an Feldmann bei Auftritt auf Fashion Week

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Von: Sandra Busch

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OB Feldmann mit Organisatorin Sevinc Yerli und Moderator Alexander Mazza.
OB Feldmann mit Organisatorin Sevinc Yerli und Moderator Alexander Mazza. Enrico Sauda © Enrico Sauda

Obwohl er Zurückhaltung bei Terminen angekündigt hat, taucht OB Peter Feldmann beim Auftakt der Modewoche auf.

Frankfurt – Die Fashion Week ist gestartet – und mitten dabei ist Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Beim Pre-Opening der Frankfurt Fashion Lounge am Sonntag lässt er sich strahlend vor der Fashion-Lounge-Wand von Fotografinnen und Fotografen ablichten. Für FDP-Fraktionschef Yanki Pürsün ist das „ignorant“. Der OB mache deutlich, dass er „seine Ankündigung, sich bei öffentlichen Auftritten zurückzunehmen, nicht vollzieht“.

Feldmann, der unter Korruptionsverdacht steht, hatte im Mai angekündigt, auf repräsentative Auftritte nahezu zu verzichten, keine Pressearbeit mehr zu machen. Bei der Fashion Week sei Feldmann als Gast gewesen, sagt sein Pressesprecher Olaf Schiel. „Er hatte dort keine öffentliche Rolle, er war semiprivat da.“ Es habe kein Grußwort gegeben, keine Rede, keine Pressearbeit. „Er hat vor Ort keine repräsentative Funktion übernommen, deshalb geht das so in Ordnung.“

Peter Feldmann bei der Fashion Week in Frankfurt: „Er kann es einfach nicht lassen“

Das sieht Pürsün nicht so. „Bei einer Veranstaltung mit Bezug zur Stadt kann es keinen privaten Auftritt des Oberbürgermeisters geben.“ Feldmann habe ein komplett falsches Amtsverständnis, wenn er glaube, er könne zu so einer Veranstaltung privat gehen. „Er wird immer als Politiker wahrgenommen.“ Dimitrios Bakakis, Fraktionsvorsitzender der Grünen, nimmt den Auftritt Feldmanns ebenfalls als öffentlich wahr. „Nur eben ohne Amtskette.“ Ein Oberbürgermeister sei so gut wie nie privat. Doch der Fashion-Week-Auftritt passe zum bisherigen Verhalten Feldmanns, zwar Zurückhaltung anzukündigen, „sich dann aber in Szene zu setzen. Er kann es einfach nicht lassen“.

Im Juni hatte die große Mehrheit der Stadtverordneten Feldmann zum Rücktritt aufgefordert. Kommt er der Aufforderung nicht nach, wollen die Stadtverordneten in der nächsten Sitzung am 14. Juli ein Abwahlverfahren einleiten. Dass Feldmann vorher von allein geht, hält Bakakis – gerade angesichts von Auftritten wie bei der Fashion Week – für ziemlich unwahrscheinlich. „Ich rechne damit, dass wir die Abwahl einleiten“, sagt er. „Aber sollte der Oberbürgermeister noch einmal mit uns reden wollen, dann sind wir dazu gerne bereit.“ Für Pürsün bleibt als einzige Möglichkeit eigentlich nur noch die Abwahl. „Feldmann blamiert uns ja immer mehr.“ Auch damit, dass der Oberbürgermeister ohne Funktion Veranstaltungen besuche. „Das entspricht nicht der Würde des Amtes.“

FDP fordert: Frankfurter OB Peter Feldmann sollte untertauchen

Dass Feldmann zurücktritt oder nach Einleitung der Abwahl auf den Bürgerentscheid verzichtet, glaubt Pürsün nicht. Möglicherweise würde der OB das aber in Verbindung mit einem Jobangebot akzeptieren, um finanziell abgesichert zu sein. „Ich sehe nicht, dass wir da in der Stadt etwas für ihn finden, da ist kein Amt für ihn geeignet“, sagt Pürsün. Aber die Bundes- oder Landes-SPD „könnte eine bezahlte Stelle für ihn finden. Oder die sozialdemokratische Familie“.

Doch zunächst solle Feldmann am besten untertauchen bis zum Abwahltermin. „Denn alles was er macht, gerät zu negativen Schlagzeilen.“ Doch die Erfolge der Stadt gehörten in die Schlagzeilen, „nicht seine Peinlichkeiten“. (Sandra Busch)

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