+
Die Zweifel stehen diesem älteren Mann ins Gesicht geschrieben. Ist das wirklich mein Enkel? Erstaunlich, wie viele Senioren Trickbetrügern, die sich als Verwandte ausgeben, Bargeld in die Hand drücken.

Infoveranstaltung

Wegen Betrugsmaschen: Niemals Geld in fremde Hände geben

Ob über das Telefon, an der Haustür oder sogar auf der Straße: Betrüger, die Rentner übers Ohr hauen, werden mit ihren Maschen immer dreister. Der Enkeltrick ist dabei nur eine von zahlreichen Vorgehensweisen, um den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Wenn das Telefon klingelt, ist man oft anderweitig beschäftigt. Dass es sich bei der freundlichen Stimme dann um einen Betrüger handelt, merkt man nicht sofort. „Besonders Senioren sind zu hilfsbereit“, betont Manuela Lang, Mitarbeiterin der polizeilichen Beratungsstelle auf der Zeil. Die Polizistin ist unter anderem für Straftaten zuständig, die an älteren Menschen ausgeübt werden – wie den Enkeltrick. „Jeder kennt ihn und trotzdem fallen immer noch Menschen darauf herein“, so Lang.

2013 sei bei 29 „geglückten“ Taten in Frankfurt eine Schadenssumme von rund 800 000 Euro zusammengekommen. Die Bürgerinitiative „Liebenswertes Eschersheim“ lud daher zu einer Infoveranstaltung über aktuelle Betrugsmaschen ein. „Es ist besser, wenn man vorher Bescheid weiß“, erklärt Lucia Steinrücke, die den Anstoß für das Treffen gab. Durch regelmäßige Veranstaltungen will die Initiative „den Stadtteil näher zusammenbringen“, betont Steinbrück. Oder die Bürger für Gefahren sensibilisieren. „Das Bauchgefühl hat zu 99,9 Prozent recht. Wir sind nie böse, wenn wir gerufen werden und doch alles in Ordnung ist“, betont Edgar Ramelow, Leiter des 12. Reviers. Zu den falschen Enkeln sind auch falsche Handwerker und Polizeibeamte dazugekommen. „Manche Täter rufen erst als Enkel und anschließend als Polizist an“, so Lang. Dann stünde sogar die 110 im Display. Ihre Betrugsmasche: Die falschen Polizisten bieten an, Geld und Wertsachen abzuholen, damit sie nicht gestohlen werden.

„Dabei würde die Polizei nie Ihr Geld oder Wertsachen abholen“, betont Lang. Dann gilt: niemals Geld an Fremde geben und auch Polizisten sind Fremde. Wie schnell so ein Anruf kommen kann, hat die 84-jährige Waltraud erlebt. „Eine Frau meldete sich, die für die Alten da sein soll“, erinnert sie sich. Noch ahnte die 84-Jährige nicht, dass es sich um eine Betrügerin hielt. Am nächsten Tag kam ein weiterer Anruf. „Diesmal von einem Mann, der angeblich gehört hätte, dass ich viel Geld und Gold besitze. Davon habe ich selbst noch nie gehört“, erzählt die ehemalige OP-Krankenschwester. „Dann rief ein angeblicher Polizist an, verabschiedete sich aber nicht mal, das hat mich stutzig gemacht.“

Sie handelte richtig, informierte die richtige Polizei und ihren Sohn. „Ich mache prinzipiell keinem Fremden die Tür auf und bin sprachlos, dass mir so etwas passiert ist“, betont sie. Ihr Bauchgefühl hat die 84-Jährige gerettet. Die Polizei empfiehlt in einer solchen Situation: unfreundlich sein, auflegen und die Polizei rufen, um Anzeige zu erstatten. Für Zuhause solle man eine Türkette einbauen, für unterwegs eignet sich der Schrillalarm, der bei Knopfdruck Lärm macht. Zusätzlich könne man jederzeit den „Schutzmann vor Ort“, Timo Mück, um Rat fragen, der für alle übergreifenden Sachverhalte in Eschersheim zuständig ist. Der Schutzmann ist zu den Bürozeiten unter (0 69) 75 51 12 00 erreichbar.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare