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Die Frankfurterin Bérénice Bronner will beim Spieltag im Stuttgarter Golf-Club Solitude an die guten Leistungen der vergangenen Wochen anknüpfen.

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Weichen stellen in der Ferne

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Für die beiden Frankfurter Teams geht es in der Golf-Bundesliga nur um eins: den Klassenerhalt. Dazu bräuchten sie am dritten von fünf Spieltagen eine ordentliche Platzierung.

Besonders brenzlig ist die Lage der Herren des Frankfurter GC, die nach dem Auftakt in Düsseldorf und dem Heimspieltag auf dem letzten Platz liegen. Allerdings punktgleich mit den vor ihnen liegenden Teams des G & LC Berlin-Wannsee und Hamburger GC. Panik herrscht im Lager der Frankfurter keineswegs. „Wir haben uns alle gut vorbereitet, fahren aber etwas ruhiger nach Hamburg und versuchen dort einfach, unser Ding zu machen. Der Platz liegt unseren Spielern, 2017 waren wir dort nur um einen Schlag schlechter als der Zweite“, versprüht Trainer Jan Förster durchaus Optimismus vor dem Auftritt in der Hansestadt.

Der Coach kann mehr oder weniger aus dem Vollen schöpfen. Als Verstärkung aus dem Profi-Lager ist Max Röhrig dabei. Bangen musste man ein wenig um den Einsatz von Lukas Euler. Der 22-Jährige spielte aktuell die British Amateur Championship in Aberdeen, wo er sich nach zwei Runden mit dem geteilten 40. Platz für die im K.-o.-System gespielten Lochwettspiele qualifizierte. Da er im Osten Schottlands aber gescheitert war, bestieg er ein Flugzeug und begab sich direkt nach Hamburg.

Das ist eine Stärkung des Teams, denn vor einem Jahr ist Euler gerade auf dem am Elbe-Ufer gelegenen Platz in Falkenstein Zweiter der Internationalen Amateurmeisterschaft von Deutschland (IAM) geworden. Ganz fremd kann der Kurs auch den anderen Frankfurtern nicht sein. Schließlich wurde er, ebenso wie der Platz in Niederrad, vom seinerzeit berühmtesten Golfplatzarchitekten Europas, Harry S. Colt, entworfen. Es sind die einzigen in Deutschland von ihm gestalteten Plätze.

Die Damen des FGC reisen nach Stuttgart indes als Tabellenvierter, sie liegen allerdings nur zwei Punkte vor den heutigen Gastgeberinnen und bereits drei Zähler hinter dem Nürnberger Team GC Am Reichswald. Aus eigener Erfahrung vom letzten Spieltag wissen die Frankfurterinnen genau, wie tückisch der Heimvorteil sein kann. Der Druck, auf dem vertrauten Kurs punkten zu müssen, kann sich schnell als immens erweisen.

„Natürlich wünschen wir es unseren Konkurrentinnen nicht, wir fahren aber ins Schwabenland durchaus zuversichtlich“, sagt Trainer Michael Totzke. Auf dem Kurs des GC Solitude muss das Team geringfügig geändert werden. Die in Frankfurt eingesetzten Alina Mainberger und Barbara Korte fehlen aus Studien- respektive Arbeitsgründen ebenso wie Jette Ohlert und Gloria Vergin. Nationalspielerin Amina Wolf weilt nach wie vor in den USA, sie wird erst ab dem vierten Spieltag zur Verfügung stehen. „Wir sind guter Dinge, werden mit einer kompakten Mannschaft antreten“, verspricht Totzke.

Die beiden Spielerinnen, die beim Heimwettkampf mit jeweils einer 72er-Runde das beste Resultat ins Clubheim brachten, waren vorige Woche unterwegs. Bérénice Bronner spielte ein gutes Turnier in Mülheim. Bei den German International Ladies Amateur Championship (IAM) in Mülheim belegte sie – nach einer verpatzten ersten Runde mit 302 Schlägen (+ 22) – noch Rang 38, wobei sie die vorletzten 18 Löcher mit nur einem Schlag über Par beendete.

Katharina Keilich spielte mit mäßigem Erfolg auf der „LETAS“ in Tschechien. In Konopi?te, wo der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand von 1887 bis zu seiner Ermordung in Sarajewo am 28. Juni 1914 gelebt hatte, verfehlte sie mit 148 Schlägen (+ 4) den Cut ebenso wie die einen Schlag bessere Laura Fünfstück vom GC Neuhof. „Wir kennen den Platz gut, die Vorbereitung lief wie gewünscht, ich hoffe auf eine anständige Performance“, führt Totzke aus.

Die gute Kenntnis des Platzes kann nur von Vorteil sein. Denn die auf einem leicht hügeligen Gelände breit angelegten Fairways in Mönsheim erfordern nicht nur Länge, sondern auch Präzision. Umgeben von altem Baumbestand, mit gut gesetzten Bunkern und künstlich angelegten Seen, kann nach einem ungenauen Schlag der Score schnell in die Höhe klettern.

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